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Brandenburg/Havel Teures Vergnügen in Bus und Bahn
Lokales Brandenburg/Havel Teures Vergnügen in Bus und Bahn
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00:32 26.05.2018
An der Haltestelle Magdeburger Straße/ Ecke Fouquéstraße ist ein behindertengerechter Ausbau geplant.
An der Haltestelle Magdeburger Straße/ Ecke Fouquéstraße ist ein behindertengerechter Ausbau geplant. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Brandenburg/H

Der Öffentliche Personennahverkehr ÖPNV ist der Stadt bislang sehr lieb – nun wird er auch noch teuer. Der Entwurf des Nahverkehrsplanes wird an diesem Donnerstag nach vier Jahren Vorlauf in der Verwaltung zum ersten Mal öffentlich diskutiert. Gemeinsam mit Verkehrsentwicklungsplan und Parkraumkonzept soll das Nahverkehrskonzept Ende Juni beschlossen werden.

4,5 plus 2 Millionen Euro

Es sieht vor, dass die Stadt neben den ohnehin schon jährlich zu überweisenden 4,5 Millionen Euro Verlustausgleich weitere zwei Millionen Zuschuss gibt. Eine weitere Million jährlich soll aus Landesmitteln gezahlt werden.

Zuschüsse vom Land

Das Land Brandenburg stellt den Gemeinden auf Grundlage des ÖPNV-Gesetzes derzeit jährlich 85 Millionen Euro zweckgebundene Finanzmittel zur Verfügung.

Für Brandenburg an der Havel ergeben sich Landeszuschüsse in Höhe von etwa 1,8 Millionen Euro im Jahr.

Davon sind 615 000 Euro für Straßenbahninvestitionen und 750 000 Euro für Investitionen in Haltestellen zweckgebunden.

Bis zum Jahr 2025 sollen mindestens 42,5 Millionen Euro ins Streckennetz, in Fahrzeuge sowie in die Infrastruktur der Verkehrsbetriebe Brandenburg investiert werden.

Die Verkehrsbetriebe VBBr wollen gewaltige Ausgaben stemmen: Drei Millionen Euro kostet bis 2021 der barrierefreie Ausbau der Haltestellen, unter anderem in der Magdeburger Straße, in der Karl-Marx-Straße, in der Kanalstraße und entlang der Gördenallee. Eine Haltestelle Bauhofstraße wird komplett neu gebaut.

Fahrradbügel an jeder Haltestelle

250 000 Euro kostet der Bau von Fahrrad-Abstellanlagen und 300 000 Euro das Beschaffen eines Stadtteilbusses für Kirchmöser. Das Ersetzen von 15 Bussen (Euro 6 oder Elektroantrieb) bis 2022 kostet sechs Millionen, der Ersatz von zwölf Straßenbahnen bis 2025 soll mit 30 Millionen zu Buche schlagen und der Werkstatt-Um- und Ausbau mit zwei Millionen Euro.

Zudem soll es deutliche Verbesserungen in den Angeboten geben. Bereits umgesetzt sind die Zusatzlinien im Vorabend- und Nachtverkehr für 250 000 Euro im Jahr. Den gleichen Betrag will die Stadt nun einstellen für den Abend- und Nachtverkehr zu den Ortsteilen, 100 000 Euro für den Betrieb des Stadteilbusses (Kleinbus ähnlich Mercedes Sprinter).

E-Bus zum Bahnhof, dann Kleinbus

Die Busse der Linie E könnten in diesem Fall auf direkterem Weg durch die Ortsteile zum Bahnhof Kirchmöser geführt werden, während der Stadtteilbus auf dem bisherigen Routenweg der Linie E die Ortsteile vom Bahnhof aus flächenhaft erschließt.

75 000 Euro kostet die Angebotsverlängerung von 21 bis 23 Uhr für Schichtarbeiter, die mit dem Jobticket unterwegs sind. Jährlich 30 000 sind reserviert für die Angebotsverdichtung nach Wust und Gollwitz. „Die ÖPNV-Erschließung der Ortsteile Wust und Gollwitz kann zwar als ausreichend, jedoch auch insgesamt als minimalistisch angesehen werden. So gab es bereits in der Vergangenheit Bestrebungen, das Angebot dort zu erweitern und die teilweise Doppelbedienung zu entflechten. Diese sind weiter zu verfolgen“, heißt es im Papier. Aus Sicht der Stadt sei die Übernahme der Schülerbeförderung in die Ortsteile durch die VBBr wünschenswert.

P&R-System vor dem Ausbau

Viel Wert wird in dem Entwurf des Nahverkehrsplans auf ein P&R-System gelegt. Unter anderem soll der Parkplatz Wiesenweg besser an den Nahverkehr eingebunden werden. Es soll nun geprüft werden, ob es eine Fährverbindung zum Salzhofufer geben kann, ob die Führung der Linien L und D verlegt wird oder ob man eine Ringlinie vom Wiesenweg durch Alt- und Neustadt einführt, die Kleinbusse sollen durch die Hauptstraße fahren dürfen.

„Wenn man das P&R-System sinnvoll stärken will, darf man nicht gleichzeitig auf kostenlosem Parken am Bahnhof bestehen“, sagt der Linken-Fraktionschef René Kretzschmar.

Von André Wirsing

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