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Brandenburg/Havel Theatersommer mit Rudelsingen und Udo-Jürgens-Nostalgie
Lokales Brandenburg/Havel Theatersommer mit Rudelsingen und Udo-Jürgens-Nostalgie
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19:33 20.12.2019
Alle an einem Tisch: OB Steffen Scheller, GF Christine Flieger, Intendant Frank Martin Widmaier und Jacqueline Sahm (v.l.) stellten 2019 die Highlights des 1. Theatersommers vor. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Auch im kommenden Jahr wird das Brandenburger Theater (BT) wieder einen Theatersommer auf die Beine stellen und will damit überregional kulturell wahrgenommen werden und den freien Theatern und soziokulturellen Angeboten nicht allein die blühende Sommerwiese überlassen.

Kurz vor Weihnachten und um noch mit Kartengeschenken unterm Christbaum zu landen, hat das BT jetzt den Spielplan für die offiziell vom künstlerischen Leiter Frank-Martin Widmaier verantwortete Sommerbespielung veröffentlicht.

Die war 2019 in kürzester Zeit aus dem Bodengestampft worden und lockte viele Brandenburger erstmals wieder auf die Freilichtbühne am Marienberg. Das kam bei den Gästen insgesamt gut an, den technischen Bereich des Theaters überforderte der Kraftakt aber über alle Maßen und allein die Schaffung der Infrastruktur vor Ort verschlang das Gros des Etats.

Neuauflage kommt im August 2020

Der Kultursommer 2020 findet vom 7. bis 16. August statt und will sich „als kulturelles Programm für die ganze Familie“ präsentieren heißt es aus dem BT. Als kulturelle Höhepunkte auf der Freilichtbühne kündigt das BT jetzt „Das Dschungelbuch“ – ein eingekauftes Musical, sowie ein „Das Beste von Udo Jürgens“ in der Version von Sahnemixx an. Dazu kommt ein Konzert von Julia Engelmann, die man als Poetry-Slammerin kennt, und die 2019 plötzlich erkrankte, weshalb ihr Auftritt ins Wasser fiel. Ein weiterer Act ist der Auftritt der Band „The Sweet“ die vor 45 Jahren in Deutschland Erfolge feierte.

Die Brandenburger Symphoniker spielen ein Konzert mit dem Titel „Hollywood an der Havel“, bei dem bekannte Melodien deutscher Filme, vom Boot bis Solo Sunny. Dirigiert wird das Konzert von Hannes Ferrand, der in Sachen leichter Muse derzeit fast alle Dirigate im BT übernimmt.

Programm weitgehend ohne Widmaier

Was erstaunt: Das Programm des Sommer-Theaters ist kaum am Theater orientiert, sondern erinnert ans Programm eines Kulturhauses mit Open-Air-Bühne. Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU), auf dessen Idee auch die Sommerbespielung zurück geht, wollte allerdings etwas anderes. Die Identität des Theaters zu steigern und gleichzeitig mit Partnern ein Festival auf die Beine zu stellen, war die Idee, die er dem BT und Widmaier übertrug und für deren Umsetzung er – auch in Verbindung mit einem Wahlversprechen – über 200000 Euro locker machte und auch 2020 locker macht.

Unlängst befragte die MAZ Widmaier zu seinen Plänen für die Gestaltung des Theater-Sommers 2020. Ja, das sei ein Mischprogramm und „ja, ich bin für das Programm auf dem Marienberg verantwortlich.“ Auf die Frage, ob man künftighin mit ihm das „Brandenburger Rudelsingen“ – das 2020 eine Neuauflage erfährt – als sein Markenzeichen in Verbindung bringen dürfe, wird Widmaier einsilbig.

„Relativ geschlossenes System“

Er habe gegenüber Christine Flieger alle seine Ideen eingebracht. Er sei als Mann des Theaters froh, wenn erste Vorschläge nun im Theatersommer Fuß fassen würden. In Zukunft, so sagte er der MAZ, werde sein Anteil bei der Programmgestaltung eines vom Theater verantworteten Theatersommers sicher größer sein. Das BT sei viele Jahre ein Haus gewesen, dass nicht mehr selbst produzierte. Das ändere sich nun: „Ich komme ja von außen in ein relative geschlossenes System mit Frau Flieger, dem Dirigenten und dem Disponenten.“ Da wolle und werde er „behutsam aber deutlich mit meiner Handschrift Marken setzen.“

Das sei ihm, wie er sagt, mit den Eigenproduktionen „Grete Minde“ und „Mein Freund Bunbury“ auch gut gelungen. Bei beiden Stücken hatte er Regie geführt. Das ist für ihn, wie er mehrfach betont „eine Selbstverständlichkeit: Ich bin ein erfahrener Theatermann, der selbstredend Regie führt.“ Das sieht Christine Flieger anders: Wiederholt hat sie betont, „Ich bin die Geschäftsführung“ und sie habe Widmaier nicht erlaubt, Regie zu führen.

Eine Frage des Vertrauens

Noch kuscht Widmaier, obwohl Christine Flieger theateröffentlich und auch ihm gegenüber deutlich gemacht haben soll, dass sie ihm nicht mehr vertraut und den Mehrwert einer Eigenproduktion aus seiner Hand für das BT nicht erkennen könne. Auf die Frage, ob er glaube, dass Flieger noch zu ihm stehe, sagt Widmaier: „Ich denke schon, sie hat mich ja mitausgesucht.“

Intern, so berichten Theatermitarbeiter, scheint der künstlerische Leiter, der eigentlich das Leben am Haus prägen sollte, weniger optimistisch. Das habe auch mit dem jetzt vorgelegten Plan für das Sommer-Theater zu tun, der an keiner Stelle seine Handschrift trage und den Flieger weitgehend allein mit ihrer Assistentin Jacqueline Sahm und ohne den für Budget und Ausrichtung verantwortlichen Widmaier geplant und gebucht haben soll.

Will Christine Flieger jetzt selbst das Programm machen?

Im Theater wird inzwischen offen darüber spekuliert, wann die ausgebildete Finanzexpertin Flieger Widmaier die Verantwortung für den Theatersommer entzieht und das Spektakel, an dem sie sichtlich Gefallen gefunden hat, in die eigenen Hände nimmt. Eine Geschäftsführung, die in Kunst macht, wäre kein Novum am BT. Auch Jörg Heine und Christian Kneisel verantworteten neben der Kunst das Geld. Doch beide waren und sind – anders als Christine Flieger – in der Kunst zu Hause. Sollte Flieger dem künstlerischen Leiter die Verantwortung für den Theatersommer entziehen, seine Regiearbeit weiter in Frage stellen, das fehlende Vertrauen in ihn weiter vor sich hertragen, dann dürfte es unweigerlich zum Eklat am BT kommen.

Von Benno Rougk

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