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Brandenburg/Havel Theodor Fontane fährt Regionalexpress
Lokales Brandenburg/Havel Theodor Fontane fährt Regionalexpress
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17:15 04.04.2019
Eine Lokomotive des Regionalexpress 1 ist am Donnerstag auf den Namen „Theodor Fontane“ getauft worden. Quelle: André Wirsing
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Brandenburg/H./Neuruppin

Theodor Fontane ist jetzt mit Tempo 160 in der Mark Brandenburg unterwegs. Eine Lokomotive der Regionalexpresslinie 1 ist am Donnerstag von Verkehrsministerin Martina Münch in Brandenburg an der Havel auf den Namen des märkischen Dichters getauft worden. „Es ist eine Taufe ausgerechnet in der Stadt, die er bei seinen Wanderungen sträflich vernachlässigt hat.“ Tatsächlich schrieb Fontane in seinen Notizen: „Zum leidlich gründlichen Studium der einst wichtigsten Stadt ist es leider nicht gekommen.“

Nicht zu sehr schütteln durften die Ehrengäste bei der Zugtaufe ihre Sektflaschen. Die Eisenbahner wollten vermeiden, dass die Sektdusche an die Oberleitung und die Stromabnehmer gelangt.

Münch hob zudem hervor, dass Fontane gar nicht so gerne wanderte, vielmehr Dampfschiff, Kutsche und Eisenbahn bevorzugte: „Fahren ist das schönste Reisen.“

Die Lokomotive ist an den Seiten komplett beklebt mit Motiven aus den Orten Ribbeck, Liebenberg, Gransee und Neuruppin, dazu gibt es den Hinweis auf den Fontane-Radweg. „Derjenige, der diese Lok gestaltete, hat sich auch mit Fontane befasst“, lobt Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde. Auch er bemühte ein Dichter-Zitat: „Wer glücklich sein will, soll froh sein mit dem, was er hat.“ Es sei gar nicht so schlimm, dass die Lok nicht die Fontanestadt ansteuere, schließlich sei die Linie RE 1 zwischen Frankfurt (Oder) über Berlin, Potsdam, Brandenburg an der Havel bis Magdeburg die meistfrequentierte in der Mark Brandenburg, hier gebe es einen maximalen Werbeeffekt. Ähnlich sieht es auch der Landrat von Ostprignitz-Ruppin Ralf Reinhardt: „Der Regionalexpress hält in mehreren großen Städten. Wenn sich dort Menschen informieren und neugierig werden auf Neuruppin und den Fontane-Radweg, ist schon viel erreicht.

Und wer dann dahin komme, hält es wiederum mit Theodor Fontane: „Wer reisen will, der muß zunächst Liebe zu Land und Leuten mitbringen, mindestens keine Voreingenommenheit. Er muß den guten Willen haben, das Gute zu finden, anstatt es durch kritische Vergleiche totzumachen.“

Von André Wirsing