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Brandenburg/Havel Tobias Dietrich rettet Leben – und hat selbst viel Pech
Lokales Brandenburg/Havel Tobias Dietrich rettet Leben – und hat selbst viel Pech
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13:37 11.06.2019
Tobias DIetrich. Quelle: hscu
Brandenburg/H

Über Langeweile kann sich der frisch gewählte Stadtverordnete Tobias Dietrich gerade nicht beklagen. Bis 2014 saß der Gastronom für Pro Kirchmöser in der SVV, nach fünf Jahren Pause schaffte er den Wiedereinzug – diesmal für die AfD. Schon den Wahlabend verbrachte er im Klinikum, nach einem kleineren Herzinfarkt bekam er einen Stent gesetzt.

Nach kurzer Rekonvaleszenz war er vor wenigen Tagen zufällig bei „Menzels Garage“ in Plaue, als neben ihm ein Gast mit verschluckter Zunge vom Stuhl kippte – Lebensgefahr! Ein Gastronomenkollege vom Johannisburger Anger griff dem kranken Mann in den Mund und wurde von ihm versehentlich gebissen.

Schwergewicht Dietrich nahm keine Rücksicht auf sich selbst, packte den Mann, umschlang ihn von hinten, hob ihn in die Luft und drückte mit seinen verschränkten Händen mit aller Kraft auf die Lunge des Mannes, der kurz röchelte. Gleichzeitig hatte sich die Zunge wieder gelöst und der Mann bekam wieder Luft. Später sagte er, dass er Epileptiker sei, und „sowas Blödes ist mir ja noch nie passiert“. Dann verabschiedete er sich.

Vermutlich hat Dietrich ihm das Leben gerettet, doch will dieser kein großes Gewese darum machen. „In der Situation hätte jeder versucht, zu helfen. Ich hatte das Glück, dass mir das Richtige eingefallen ist.“

Doch für ihn selbst ging es weiter mit den aufregenden Erlebnissen. Weil der Arzt ihn zu mehr Sport und Bewegung verdonnert hat, begann Tobias Dietrich wieder mit dem Fahrradfahren. Am Pfingstmontag war er an der Bundesstraße 1 nahe Plaue am Abzweig nach Briest unterwegs. Er musste die Straßenseite wechseln, weil der Radweg dort weiterging.

„Ich war mir sicher, die Verkehrsinsel auf der Straße ist nur aufgemalt.“ War sie aber nicht. Ihm verschlug es den Lenker, er stürzte und zog sich großflächige Abschürfungen an Unterarm und Unterschenkel zu. Am Dienstag wollte er noch mal zum Arzt, weil er auch aufs Handgelenk gefallen war, das jetzt schmerzt.

„Es reicht mir jetzt mit Pleiten, Pech und Pannen. Ich hoffe, von nun an geht es wieder aufwärts.“ Dietrich überlegt gerade, ob er für die AfD, die mit sieben Stadtverordneten die drittstärkste Fraktion stellt, einen der Stellvertreterposten im Präsidium annimmt. „Aber von da oben kann ich nicht mitdiskutieren, allenfalls wenn ich mich jedes Mal für eine Wortmeldung abmelde.“

Andererseits würde er wohl zustimmen, wenn ihn die Kollegen darum bäten. „In der Fraktion scheint es zu harmonieren. Da sind keine Proleten dabei oder Typen, die immer nur bestimmen wollen. Wir diskutieren viel und vernünftig. Das habe ich mir vorher auch genau angeschaut, sonst hätte ich nicht für diese Partei kandidiert.“

Von André Wirsing

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