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Brandenburg/Havel Stress, Streit und das Gesetz des Stärkeren vorm Jungsklo: Nur drei Toiletten für 159 Schüler
Lokales Brandenburg/Havel Stress, Streit und das Gesetz des Stärkeren vorm Jungsklo: Nur drei Toiletten für 159 Schüler
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21:39 26.11.2019
Schüler der Luckenberger Schule und Pausenaufsicht Mario Gerwig (links) reihen sich in eine Warteschlange vor der Jungentoilette ein. Quelle: André Großmann
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Brandenburg/H

Warteschlangen vor der Jungentoilette sorgen in der Luckenberger Schule für Streit, Stress und Verspätungen. „Regelmäßig entstehen in den Pausen Staus. Ein Kind hat sich leider schon eingenässt, weil es nicht rechtzeitig auf die Toilette gehen konnte“, sagt Schulleiterin Elgin Belz.

Drei Toilettenkabinen für 159 Jungen

Aktuell nutzen 159 Jungen drei Toilettenkabinen. Belz hofft auf einen weiteren Anbau. Die 62-Jährige betont, dass die Wartezeiten und der Andrang so groß sind, dass Grundschüler verspätet zum Unterricht erscheinen und sich auch mal vor der Toilette schubsen.

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„Wir wollen nicht, dass der Arm des Stärkeren regiert. Manchmal wird ein kleinerer Schüler von den Größeren abgedrängt. Die Schule ist ein Spiegelbild der Gesellschaft“, sagt Belz.

So sieht die Jungentoilette der Luckenberger Schule vor dem Ansturm in der Pause aus. Quelle: André Großmann

Zusätzlich können Jungs sechs Pissoirs nutzen, der Sechstklässler Farim Akbari spricht dennoch von einer „anstrengenden Situation“. Er fragt sich, wie lang der Bau einer neuen Kabine dauert.

Problem seit Jahren bekannt

Schulleiterin Elgin Belz betont, dass sie die Stadtverwaltung und das Schulamt in den letzten Monaten und Jahren mehrfach auf Probleme hingewiesen hat. „Die aktuelle Lage ist ein Störfaktor, der dafür sorgt, dass Aggressionen und Unmut entstehen. Scheinbar ist noch nicht der Punkt erreicht, an dem das Problem als dringend angesehen wird“, sagt Belz.

Während der Sommerferien 2016/2017 erhielt die Luckenberger Schule ihre letzte erneuerte Toilettenkabine. Aktuell hat die Grundschule 13 Schulklassen, Elgin Belz rechnet im nächsten Jahr mit einer zusätzlichen Klasse, für sie ist deshalb klar, wie hoch der Bedarf für eine weitere Kabine ist.

„Die Situation ist uns bekannt“, sagt Viola Cohnen, Leiterin des Schulfachbereichs in der Stadtverwaltung. Sie bekräftigt, dass im Laufe der letzten Jahre mehrere Abstimmungsgespräche und Vor-Ort-Begehungen mit der Grundschule und der Leitung des angrenzenden Horts „Max und Moritz“ in der Neuendorfer Straße 12 stattfanden.

Gespräche zur Entlastung der Lage

Dabei wurden ihrer Ansicht nach Maßnahmen aufgezeigt, die zu einer Entspannung der Situation führen können. „Im Schulgebäude selbst ist auf jeder Etage ein Behinderten-WC vorhanden. Davon kann ein WC für die Nutzung durch die Jungs geöffnet werden“, sagt Cohnen.

Sie betont, dass mit dem angrenzenden Hort vereinbart wurde, dass Schüler die Toilettenanlage in kleinen Pausen und der ersten Pause um 09.10 Uhr nutzen können. Cohnen betont weiter, dass in der zweiten großen Pause um 11.15 Uhr die Toiletten der Sporthalle genutzt werden könnten. Alle Toilettenanlagen seien über den Schulhof erreichbar, die Schulleitungen müssten dann die Absicherung der Aufsichtspflicht regeln.

„Dieser Lösungsansatz wurde bereits mehrfach mit der Schulleitung der Luckenberger Schule besprochen“, sagt Cohnen weiter. Sie betont, dass keine neue Kabine angebaut wird. Elgin Belz äußert gegenüber der MAZ aber, dass der Hort während der Schulzeit geschlossen ist, da für dessen Mitarbeiter keine Dienstzeit besteht.

Hort und Sporthalle sind keine Alternative

Sie betont auch, dass die Luckenberger Schule keinen Schlüssel für die Einrichtung besitzt und die Toiletten in der Sporthalle nicht genutzt werden können, da der Zugang ebenfalls über den Hof durch die Umkleiden erfolgen müsse.

„Auf 21,4 Quadratmetern ziehen sich im Umkleideraum der Turnhalle mitunter 28 Kinder um, deren Sachen geschützt aufbewahrt werden müssen“, sagt Belz. Für sie ist klar, dass die Nutzung einer Hort- und Sporthallentoilette das gesamte Sicherheitskonzept der Schule außer Kraft setzen würden, da eine Außentür offen gehalten werden müsste.

Elgin Belz hofft dennoch weiter auf eine Einigung bis zum nächsten Schuljahr. „Wir sind baugeübt und haben einen langen Sommer vor uns“, sagt die Schulleiterin.

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Von André Großmann

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