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Brandenburg/Havel Trockenheit und Pilzbefall bedrohen Bäume im Stadtwald
Lokales Brandenburg/Havel Trockenheit und Pilzbefall bedrohen Bäume im Stadtwald
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19:44 25.04.2019
Der neue Stadtförster Thomas Meier hofft auf Regenfälle und ein Ende der Trockenheit im Stadtwald. Quelle: André Großmann
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Brandenburg/H

Die Trockenheit in den Wäldern sorgt in der Havelstadt für eine erhöhte Brandgefahr. „Die größte Hoffnung ist ausreichend langer Regen. Nicht nur für uns und für die Landwirtschaft, sondern für alle“, sagt Forstwirtschaftsmeister Gerd Ballerstädt der MAZ.

Die anhaltende Trockenheit und der Diplodia-Pilz schaden den Bäumen im Stadtwald. Stadtförster Thomas Meier will die Hoffnung aber nicht aufgeben.

Weitere Trockenheit befürchtet

Er betont, dass im Jahr 2018 pro Quadratmeter 398 Millimeter Regen im Stadtwald gemessen wurde, ein Jahr zuvor waren es noch 850 Millimeter. Der neue Stadtförster Thomas Meier befürchtet, dass sich ein weiteres Trockenjahr „katastrophal“ auf den Stadtwald auswirken könnte. Bei einem Waldspaziergang läuft er mit Mitarbeitern der Forstverwaltung, Passanten und Oberbürgermeister Steffen Scheller durch den Stadtforst zum Gördensee.

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Meier ist seit dem 1. März 2019 neuer Stadtförster und weiß, dass es wenig Handlungsspielraum gegen die Trockenheit gibt. Dennoch seien Präventionsmaßnahmen möglich. Meier betont, wie wichtig es ist, die Waldwege in einem guten Zustand zu erhalten, die schnelle Erreichbarkeit von Löschwasserentnahmestellen für die Feuerwehr zu gewährleisten und Waldbrandschutzstreifen zu pflügen. „Wir weisen die Bevölkerung auch darauf hin, nicht im Wald zu rauchen“, sagt der Diplom-Forstingenieur.

Gefahr durch den Diplodia-Pilz

Aktuell gilt für den Brandenburger Stadtwald noch Waldbrandstufe 4. Meier rät Passanten die aktuelle Lage im Blick zu behalten. Der 40-Jährige betont, dass die Bäume im Stadtwald momentan durch die Trockenheit geschwächt sind und zusätzlich durch den Diplodia-Pilz angegriffen werden. „Er kann die Bäume zum Austrocknen und dadurch zum Absterben bringen“, sagt Meier. Direkte Gegenmaßnahmen sind nicht möglich. „Wir können nur reagieren statt agieren“, sagt Meier. Es sei deshalb wichtig, schnellstmöglich mit dem Holzeinschlag zu beginnen, um die Materialqualität im jetzigen Zustand zu sichern.

Holzpreis um 40 Prozent gesunken

Der Stadtförster schätzt, dass der Holzpreis innerhalb eines Jahrs durch die Trockenschäden um bis zu 40 Prozent gefallen ist. Der Brandenburger hofft, dass die Bäume im Stadtwald langfristig durch Niederschläge versorgt werden und ihre Abwehrkräfte gegen Pilzangriffe wieder steigen. „Doch auf den Regen haben wir leider keinen Einfluss“, sagt Meier.

Der Brandenburger Stadtwald ist der drittgrößte kommunale Wald im Land Brandenburg, größer sind nur noch die Wälder in Templin und Fürstenwalde. Die Waldfläche in Brandenburg an der Havel ist 3360 Hektar groß. Die Kiefer ist hier am weitesten verbreitet, gefolgt von der Eiche und anderen Arten, wie der Erle und Esche.

Hinzu gekommen sind zwei Flatterulmen, die zum „Tag des Baumes“ in Ufernähe des Gördensees gepflanzt wurden. Sie sind weniger anfällig gegen den Pilzbefall und sollen noch drei bis vier Jahre bewässert werden, bis sich ihre Wurzeln richtig mit dem Boden verbunden haben. Stadtförster Thomas Meier hofft, dass sich die Lage im Stadtwald verbessert und betont, dass sich Bäume in den letzten Jahren auch trotz Trockenjahren regeneriert haben.

Von André Großmann