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Brandenburg/Havel Unterschätzte Gefahr: Mediziner warnt vor Krankheiten durch Haustiere und Flöhe
Lokales Brandenburg/Havel Unterschätzte Gefahr: Mediziner warnt vor Krankheiten durch Haustiere und Flöhe
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11:48 28.11.2019
Zuhörer Markus Gürtler, sein Schweizer Berghund Siggi und Mediziner Rolf Jansen-Rosseck (rechts) im Hörsaal der Technischen Hochschule Brandenburg (THB). Quelle: André Großmann
Brandenburg/H

Hundebisse, übertriebene Tierliebe und die Folgen der Katzenkratzkrankheit sind für den Arzt Rolf Jansen-Rosseck eine unterschätzte Gefahr, die zu chronischen Erkrankungen führen können.

Qualen einer Patientin

„Das Leben kann ins Chaos geraten. Im schlimmsten Fall trifft den Patienten ein jahrelanger Leidensweg mit falschen Diagnosen“, sagt der Mediziner im Hörsaal des Hauses 8 für Informatik an der Technischen Hochschule. Bei seinem Vortrag „Wie man von der Katze auf den Hund kommt- oder wie Erreger unser Leben verändern können“ spricht er über die Qualen einer Patientin.

Hundebiss mit Folgen

Die 25-jährige Daniela Bolz (Name geändert) ist sportlich, joggt mehrmals pro Woche und wird von einem Hund gebissen. In den nächsten Tagen und Monaten ist die Läuferin zunehmend erschöpft, chronisch müde und weiß nicht warum. Sie sucht mehr als 20 Ärzte auf und verzweifelt, als mehrere Mediziner bei ihr psychosomatische Probleme diagnostizieren.

„Sie hat geweint und konnte keinen Sport mehr machen. Niemand stellte die Frage, welche Krankheit die Frau durch den Hundebiss erlitten haben könnte“, sagt Rolf Jansen-Rosseck, der die Frau erfolgreich behandelte. Der Arzt bekräftigt, dass die Erkrankung für Kinder und Menschen mit geschwächtem Immunsystem besonders problematisch ist.

Tier sorgt für Erkrankung

„Wenn man sehr krank wird, vor allem chronisch müde ist, depressiv wird oder andere Probleme hat, die sich nicht einfach erklären lassen, kann möglicherweise das Tier der Grund für die Erkrankung sein“, sagt der Umwelt- und Tropenmediziner.

Der Arzt empfiehlt Besitzern von Hund und Katze, ihre Tiere auf den Erreger der Katzenkratzkrankheit untersuchen zu lassen, aber nicht abzugeben, auch wenn diese infiziert sind. Weiter befürwortet er eine gründliche Untersuchung des Menschen, um eine mögliche Übertragung ausschließen zu können.

Patienten, die keine Ursache für ihre Erkrankung finden, schlägt der Mediziner vor, hartnäckig zu bleiben, insbesondere, wenn Haustiere vorhanden sind, oder woanders Kontakt zu Tieren bestand. „In jedem Fall sollte ein Mediziner, der Erfahrung mit Infektionskrankheiten hat, zu Rate gezogen werden“, sagt Jansen-Rosseck.

Der Arzt Rolf Jansen-Rosseck informiert sich über die Gefahren von Erregern. Quelle: André Großmann

Der Berliner informiert mehr als 25 Gäste im Hörsaal, wie schnell es zu einer Infektion kommen kann und betont, dass die Zahl der Erkrankten unklar sei, da noch keine Meldepflicht für die Bartonellose besteht.

Gefahr durch Freigängerkatzen und Flöhe

„Viele Katzenbesitzer lassen ihre Katzen frei laufen, um den Instinkten der Katze gerecht zu werden. Dabei fängt das Tier so manche Maus, Freigängerkatzen jagen nun mal Mäuse in der Natur. Diese sind aber oft mit Flöhen behaftet“, sagt Jansen-Rosseck.

Wenn die Insekten dann bemerken, dass die Maus stirbt, springen sie nach deren Ableben auf die Katze und werden so ins Haus des Besitzers geschleppt. „Das Tier kehrt in die Wohnung zurück und wenn es auf die Katzenbesitzerin zukommt, springt der Floh auf den Menschen über“, sagt der Arzt.

So entsteht die Infektionsgefahr. Oft sei dem Hausarzt und dem Laien laut Rolf Jansen-Rosseck die Bartonellose nicht bekannt und werde dann auch nicht diagnostiziert. Der Mediziner spricht von der Zoonose, einem Sammelbegriff für Infektionskrankheiten, die von Tier auf den Menschen übertragen werden können.

Hoffnung auf Gespräche mit Patienten

Zuhörerin Isabel Meyer kann sich vorstellen, dass Hausärzte Dutzende Patienten an einem Tag behandeln und es deshalb zu Verständigungsproblemen kommt.

„Dennoch sollten sie sich mehr Zeit nehmen, um Erkrankte richtig zu heilen. Ich finde die Menschen sollten offener mit unbekannten Dingen umgehen, auch wenn sie zunächst sehr merkwürdig erscheinen“, sagt die 20-Jährige.

Rolf Jansen-Rosseck betont währenddessen, wie wichtig die Flohprävention ist, um eine Übertragung des Erregers zu verhindern. „Es ist auch sinnvoll, Katzen nicht mit ins Bett zu nehmen und dafür zu sorgen, dass Kinder keine Kratzer oder Bisse von Katzen abbekommen“, sagt der Mediziner.

Zecken auch im Winter eine Gefahr

Er rät den Brandenburgern, im Alltag auch auf den Zeckenschutz zu achten. Für den Arzt sind die Parasiten momentan durch die milden Winter eine besondere Gefahr. Er empfiehlt, geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und Hosen zu tragen und Socken über die Hosenbeine zu ziehen. Wie Borrelien können auch Bartonellen über Zecken auf den Menschen übertragen werden.

„Die beste Prävention ist es solche Übertragungen der Krankheit für möglich zu halten, insbesondere wenn Hund oder Katze im Spiel sind“, sagt Rolf Jansen-Rosseck. Er rät Patienten, die Diagnostik in spezialisierten Laboren durchführen zu lassen und selbst Geld zu investieren, auch wenn die Krankenkasse die Kosten nicht übernehmen sollte.

Von André Großmann

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