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Brandenburg/Havel Vater und Bruder haben Drogengeld für Darknet-Dealer gewaschen
Lokales Brandenburg/Havel Vater und Bruder haben Drogengeld für Darknet-Dealer gewaschen
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19:05 14.08.2019
Nachgewiesene Geldwäsche wird betraft. Quelle: Patrick Pleul/dpa
Brandenburg/Havel

Ein Familienvater aus Brandenburg an der Havel und sein erwachsener Sohn waren am Dienstag vor dem Schöffengericht Brandenburg angeklagt. Der Tatvorwurf: Geldwäsche.

Der 60 Jahre alte Brandenburger soll in 13 Fällen, sein 36 Jahre alter Sohn in sechs Fällen Einnahmen verschleiert haben, die aus illegalen Drogengeschäften stammten. Mit Rauschgift gehandelt hatten sie nicht selbst, sondern der jüngere Sohn beziehungsweise Bruder.

Dieser inzwischen 33 Jahre alte Brandenburger brauchte Helfer, um seine im großen Stil erzielten Einnahmen in legale Geldkreisläufe zu überführen und sie dem Zugriff der Ermittler zu entziehen.

Bitcoin Brothers

Vater und Bruder sollen das laut Anklage bewerkstelligt haben, etwa über die Gesellschaft Bitcoin Brothers, deren Prokurist der Drogenhändler war.

Dieser 33-Jährige ist Dreh- und Angelpunkt eines immer größer werdenden Drogengeschäfts gewesen, das er als mit Informationstechnik befasster Zeitsoldat in den Jahren zwischen 2012 und 2013 über seinen Dienstort in Bayern und seine Heimatstadt Brandenburg an der Havel managte.

Top-Verdiener auf der Seidenstraße

Zeitweise galt der Brandenburger als einer der beiden Top-Verdiener der illegalen, von einem US-Amerikaner betriebenen Internet-Plattform „Silk Road“ (Seidenstraße), einem virtuellen Schwarzmarkt für Drogen, Waffen und Kinderpornografie.

Als das FBI diese „Seidenstraße“ aufspürte und zerstörte, kamen deutsche Ermittler über einige Umwege auch auf den geschickt getarnten Brandenburger Rauschgifthändler und nahmen ihn im Juli 2013 fest.

Nachzuweisen waren ihm Geschäfte mit Kokain, Amphetaminen, Ecstasy und Cannabis in einem Wert von mehr als einer Million Euro.

Feines Leben als Zeitsoldat

Der schlaue Dealer und Bitcoin-Händler aus Brandenburg/Havel hatte zu seinen besten Zeiten mit dicken Autos, Eigentumswohnung, teuren Reisen und edlen Restaurantbesuchen ein feines Leben geführt. Das endete mit seiner Festnahme und der folgenden Untersuchungshaft.

Das Landgericht Potsdam verurteilte den voll geständigen Mann vor zweieinhalb Jahren zu knapp fünf Jahren Gefängnis und seine drei Komplizen ebenfalls zu längeren Haftstrafen. Lesen Sie mehr dazu hier.

Inzwischen befindet sich der Haupttäter im offenen Vollzug, darf das Gefängnis also tagsüber zu bestimmten Zeiten verlassen.

Nachwirkungen in der Familie

In seiner Familie wirkt das Verbrechen bis auf den heutigen Tag nach. Das Amtsgericht Brandenburg hatte beide Elternteile bereits vor drei Jahren zu jeweils acht Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Mutter und Vater hatten laut Gerichtsurteil ihrem jüngeren Sohn bei dessen Drogengeschäften geholfen. Sie duldeten, dass er die Waschküche im Eigenheim auf der Scholle zu einer Drogenküche umfunktionierte. Lesen Sie mehr dazu hier.

Drogenküche mit Teigknetmaschine

Dort streckten der Händler und seine Handlanger in einer Teigknetmaschine acht Kilogramm Amphetamine mit zwei Kilo Koffein. Überhaupt war die Adresse in Brandenburg/Havel eine Drehscheibe des Drogengeschäfts. Die aus den Niederlanden georderten Drogen wurden damals in DHL-Paketen dorthin geschickt.

An diesem Dienstag ging es nur noch um die mutmaßliche Geldwäsche von Vater und Bruder. Der wichtigste Teil der Verhandlung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Das Gericht, die Staatsanwältin und die beiden Verteidiger verständigten sich mit dem Ergebnis, dass das Verfahren vorläufig eingestellt wird.

Beide müssen 6000 Euro zahlen

Die Schuld der Angeklagten wird folglich als nicht so schwerwiegend eingeschätzt. Die Alternative wäre gewesen, in eine schwierige Beweisaufnahme einzutreten wegen schon lange zurückliegender Taten.

Beendet ist das Verfahren, wenn Vater und Sohn die Auflagen erfüllen. Beide müssen 6000 Euro bezahlen und bleiben dann ohne Vorstrafe in dieser Sache.

Forderung des Finanzamtes

Das Finanzamt verlangt vom Haupttäter inzwischen Einkommens- und Gewerbesteuerzahlungen in Höhe von etwa einer Million Euro.

Von Jürgen Lauterbach

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