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Brandenburg/Havel Unter Verdacht: Hermes-Bote unterschlägt 1000 Pakete
Lokales Brandenburg/Havel Unter Verdacht: Hermes-Bote unterschlägt 1000 Pakete
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17:25 25.01.2019
Polizisten stapeln und sortieren die Pakete, die ein Versandbote offenbar unterschlagen hat. Quelle: Polizei Brandenburg
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Brandenburg/H

Eine Zeugin meldete am vergangenen Montagnachmittag der Polizei, dass sie in einem Nebengelass ihrer Mietwohnung bei Brandenburg/Havel mehr als hundert Pakete und Warensendungen eines Versanddienstleisters aufgefunden habe.

Erste Ermittlungen ergaben, dass dem Versanddienstleister Hermes bereits Unregelmäßigkeiten eines Mitarbeiters aufgefallen waren und er interne Ermittlungen eingeleitet hat.

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Der 35 Jahre alte verdächtigte Paketfahrer, der für Hermes in Phöben tätig gewesen sein soll, räumte gegenüber der Polizei ein, dass er die gefundenen und sogar noch weitere Pakete unterschlagen habe.

Die Polizisten staunten nicht schlecht, als sie die Fülle der gehorteten Pakete und Warensendungen in dem Gebäude entdeckten. Die Ermittlungen stehen am Anfang.

Die Kripo der Polizeiinspektion Brandenburg arbeitet seit Montag an dem Fall. Als Fundorte gibt die Polizei die Stadt Brandenburg an der Havel und das Havelland an. Aus Ermittlerkreisen heißt es, dass bisher zwei Orte bekannt sind, die sich vor den Toren der Stadt in Richtung Havelland befinden. Weitere Verstecke sind denkbar.

Auch Drogen festgestellt

Bei der Durchsuchung des Verdächtigen, seines Fahrzeugs und seiner Sachen fanden Polizeibeamte auch Betäubungsmittel in nicht unerheblicher Menge. Diese wurden sichergestellt und der Hermes-Fahrer wurde vorläufig festgenommen.

Im Rahmen der intensiven Ermittlungen der Kriminalpolizei der Polizeiinspektion Brandenburg an der Havel konnten weitere Orte festgestellt werden, an denen sich ebenfalls unterschlagene Pakete und Warensendungen befinden.

Bei einer Durchsuchung hat die Polizei eigenen Angaben zufolge weit mehr als 900 Pakete und Warensendungen verschiedener Adressaten gefunden und sichergestellt. Nach ersten Schätzungen könnte sich der Schaden auf mehrere zehntausend Euro belaufen.

Haftbefehl erlassen

Die strafrechtliche Aufarbeitung, welche sich aufgrund der Vielzahl der Pakete sehr umfangreich gestaltet, wird gemeinsam von der Staatsanwaltschaft Potsdam und der Kriminalpolizei der Polizeiinspektion Brandenburg vorgenommen.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Potsdam hat das Amtsgericht Brandenburg einen Haftbefehl gegen den Tatverdächtigen erlassen, der sich nunmehr im Gefängnis befindet.

Die Brandenburger Polizei hat sämtliche bisher aufgefundenen Pakete sichergestellt und in einer eigenen Garage verschlossen. Wie aus Ermittlerkreisen zu erfahren ist, wird es einige Zeit brauchen, um sämtliche Sendungen als Beweisstücke zu erfassen und zu dokumentieren.

Adressaten müssen sich nun gedulden

Die Adressaten werden sich also gedulden müssen, zumal längst nicht alle Pakete ungeöffnet geblieben sind. Am Ende der Ermittlungen wird Hermes die nicht zugestellten Waren abholen und an ihre Bestimmungsorte ausliefern können.

Hermes äußert sich nicht zu der Frage, wo der verdächtige Fahrer eingesetzt war, welche Zustellgebiete besonders betroffen sind, welche Unregelmäßigkeiten bei ihm zu internen Ermittlungen geführt haben und wie das Unternehmen den Schaden für Absender und Empfänger regulieren will.

„Laufende Ermittlungen kommentieren wir nicht öffentlich“, teilt Kommunikationsmanagerin Marei Martens von der Hermes-Zentrale in Hamburg mit. „Sollten sich die Vorwürfe als wahr herausstellen, werden wir umgehend entsprechende Konsequenzen ziehen“, fügt sie hinzu.

Im Dezember 2018 hatte ein Paketbote in Schönefeld viele Pakete unterschlagen. 

Von Jürgen Lauterbach

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