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Brandenburg/Havel Verschollener Kachelofen aus barocker Zeit
Lokales Brandenburg/Havel Verschollener Kachelofen aus barocker Zeit
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19:23 01.01.2019
Der gesuchte Kachelofen aus dem Turm der Neuen Mühle. Quelle: Unbekannt
Brandenburg/H

„Die Entwicklung des Kachelofens war ein Meilenstein für die Wohnkultur“, schreibt das Archäologische Landesmuseum Brandenburg. Im Paulikloster wird noch bis März die Sonderausstellung „Bekenntnis und Behaglichkeit – Kachelöfen der Reformationszeit“ gezeigt.

Schließlich führte der Ofen weg vom gefährlichen offenen Feuer und hin zu weitgehend rauchfreien Wohnräumen. Die MAZ nimmt die Ausstellung zum Anlass und fragt alle Leser, wo in Brandenburg/Havel und Umgebung noch Kachelöfen behagliche Wärme spenden oder einfach toll anzusehen sind (s. Info-Box). Sie müssen gar nicht 500 Jahre alt sein wie diejenigen in der Ausstellung.

Wunderschönes Exemplar mit einem Fehler: Es ist verschollen

Ein besonders prächtiges Beispiel ist der Kachelofen, der einst im Wartturm der Neuen Mühle Wärme verbreitete. Er ist rund, schön und barock, hat aber einen Fehler. Er ist verschollen. Dabei hätte Kati Nachtigall, Chefin des Ausflugslokals Neue Mühle, ihn nur zu gern zurück.

Zum Glück existieren Aufzeichnungen über den Ofen. Denn der Historiker Friedrich-Karl Grasow beschrieb dieses „Schmuckstück handwerklicher Kunst“ vor mehr als 55 Jahren ausführlich im „Brandenburger Kulturspiegel“.

Wer hat noch einen Kachelofen daheim?

Die Kachelofen-Ausstellung im Paulikloster läuft bis 17. März.

Seit dem hohen Mittelalter waren Kachelöfen die verbreitete Heiztechnik.

Wer hat einen schönen Kachelofen bei sich daheim stehen und lässt ihn fotografieren? Wer weiß etwas darüber?

Die MAZ-Redaktion ist zu erreichen unter Telefon 0 33 81 / 52 56 16 oder per E-Mail unter juergen.lauterbach@MAZ-online.de.

„Leider besitzen wir diesen Ofen nicht mehr“, sagt Bernd Schnuphase, Vater der Betreiberin der Neuen Mühle und Bauleiter der laufenden Sanierung des Turm. Das gute Stück ist wie vom Erdboden verschluckt.

Nachdem der Wartturm in den siebziger Jahren endgültig geschlossen worden war, hatten Arbeiter der PGH Ofenbauer den Kachelofen abgebaut und im Keller des Gutshaus in Klein Kreutz eingelagert. Das bestätigt Horst Götte, der das Volksgut Klein Kreutz seinerzeit leitete und die Einlagerung selbst gesehen hat.

Niemand weiß, wo der Ofen geblieben ist

Mehr als zwanzig Jahre hat der barocke Ofen dort gestanden, einige Kacheln fehlten allerdings damals schon. Als das Gut nach der Wende aufgelöst und alles ausgeräumt wurde, verschwand auch das Schmuckstück, das viele Brandenburger Ausflüglern Jahrzehnte zuvor behagliche Stunden beim Kaffeetrinken im Wartturm beschert hatte.

Gestohlen wurde der nach Grasows Angaben von einem Töpfermeister geschaffene Ofen wohl nicht. „Aber niemand weiß, wo er geblieben ist“, versichert Horst Götte.

Die Betreiber Neue Mühle würden den historischen Wärmespender gern in der geplanten barocken Weinstube oben im Wartturm aufstellen. Friedrich-Karl Grasow hat im Kulturspiegel ein Bild veröffentlicht, das die „formschönen, gelblichen Kacheln“ mit einem Wappenmotiv zeigt, wie er „groß und schlank gewachsen ist und auf hohen Füßen steht“

Bernd Schnuphase hat recherchiert und einen „Brandenburger Ofen“ in einem Schloss in Bayern entdeckt. Vermutlich ist es nicht derselbe. Ein Händler hat ein ähnliches Werk zum Kauf angeboten. Allerdings ist der Preis nicht erschwinglich.

Bernd Schnuphase wäre dankbar für alle Hinweise zu dem beschriebenen Kachelofen aus alter Zeit. Auch über Tipps, wo solche Kacheln zu bekommen sind, würde er sich freuen. Der Bauleiter ist über die Neue Mühle, 03381/79 565 75, erreichbar.

Von Jürgen Lauterbach

Gar nichts begriffen: Weil er Geldstrafen nicht bezahlt hat, gab es einen Haftbefehl gegen einen 30-Jährigen. Und dann lässt er sich auch noch beim Stehlen erwischen.

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