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Brandenburg/Havel Verteidiger: Es war ein Unfall, kein Mordversuch
Lokales Brandenburg/Havel Verteidiger: Es war ein Unfall, kein Mordversuch
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16:28 09.01.2020
Sven-Oliver Milke verteidigt den Angeklagten. Quelle: Privat
Kloster Lehnin

Strafverteidiger Sven-Oliver Milke nimmt Stellung zur MAZ-Berichterstattung über den Vorwurf der Staatsanwaltschaft Potsdam, ein 37 Jahre alter Mann aus Kloster Lehnin habe versucht, seine Ehefrau mit einem fingierten Verkehrsunfall am 6. August 2019 auf der Landstraße bei Michelsdorf (Potsdam-Mittelmark) zu töten.

„Ich bin fest davon überzeugt, dass die umfangreiche Beweisaufnahme beim Schwurgericht meinen Mandanten von jeglicher Vorsatztat vollständig entlasten werden wird“, betont der Rechtsanwalt, der den seit 7. August in Untersuchungshaft sitzenden Angeklagten verteidigen wird.

Im Zwischenverfahren

„Die bisherigen Angaben der Hauptbelastungszeugin zu dem eigentlichen Turbulenzgeschehen werden jedenfalls nicht geeignet sein, meinen Mandanten der angeklagten Tat des Mordversuches zu überführen“, versichert der Rechtsanwalt.

Milke weist darauf hin, dass der von den Ermittlern beschuldigte Familienvater von Anfang an bestritten habe, dass er vorsätzlich gegen einen Baum gefahren sei mit dem Ziel, seine Ehefrau umzubringen. Die Staatsanwaltschaft Potsdam wirft dem 37-Jährigen, wie berichtet, versuchten Mord vor.

Der Fall befindet sich im sogenannten Zwischenverfahren beim Schwurgericht, das Hauptverfahren ist also noch nicht eröffnet. Das Schwurgericht möchte noch Zeugen hören. In dem zu erwartenden Strafprozess dürfte sowohl das Unfallgeschehen als auch dessen Vorgeschichte eine Rolle spielen.

Rechtsanwalt: Mandant hat kein Motiv

So sieht es auch der Verteidiger, denn Milke betont: „Mein Mandant hat – darauf habe ich immer wieder hingewiesen – kein Motiv, seine Ehefrau zu töten.“

Die Trennung der Eheleute sei einvernehmlich, aber inkonsequent gewesen „mit einer einvernehmlichen und vollzogenen Umgangsvereinbarung mit den zwei gemeinsamen Kindern“.

Der Strafverteidiger erwartet, dass gleich mehrere Gutachten für den Ausgang des zu erwartenden Verfahrens bedeutsam sein dürften. Dazu gehören die Expertise des Dekra-Gutachters und das Gutachten einer Rechtspsychologin zur Glaubhaftigkeit der Ehefrau, die als Hauptbelastungszeugin gilt. Beide Stellungnahmen wurden schon im Ermittlungsverfahren erstellt.

Mehrere Gutachten

Hinzu kommen Milke zufolge ein umfangreiches Gutachten zu seinem Mandanten und das Gutachten eines Experten, der den Unfall anhand der Verletzungen des Angeschuldigten rekonstruiert.

Es gehe insbesondere um die wenigen Sekunden vor dem Aufprall an einen Baum am Straßenrand, bei dem beide Insassen verletzt wurden. Experten bezeichnen die entscheidenden Momente als „Turbulenzgeschehen“.

Soweit bekannt sagt die Ehefrau als mutmaßliches Opfer, dass ihr Mann in einer leichten Rechtskurve den Wagen, in dem beide saßen, in voller Fahrt gegen einen Baum gesteuert und das Lenkrad dann losgelassen habe.

Vorsatz scheidet aus

Dagegen berichtet der angeklagte Mann von einer Wespe im Auto. Er habe das Insekt verjagen wollen und sei dabei von der Straße abgekommen. Für Verteidiger Milke scheidet Vorsatz in jedem Fall aus.

Ob eine fahrlässige Körperverletzung vorlag, sei wie bei jedem Verkehrsunfall mit Verletzungen zu prüfen.

Von Jürgen Lauterbach

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