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Brandenburg/Havel Bugaloo gegen den großen Durst
Lokales Brandenburg/Havel Bugaloo gegen den großen Durst
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01:07 27.10.2014
Die Abfüllsaison 2014 in Ketzür geht langsam ihrem Ende entgegen. Quelle: J. Steiner
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Ketzür

Was dem Buga-Zweckverband vor einem halben Jahr mit Unterschrift zugesagt wurde, lagert inzwischen frisch gepresst in der Ketzürer Mosterei. Inhaber Kai Brass hütet in seiner Schatzkammer über 20000 Liter eingefangenen Sonnenschein. Alles Saft aus havelländischen Äpfeln. Ein Teil gemischt mit Quitte, Birne, Holunder, Aronia und Rote Bete. Im Schichtbetrieb wurde der Durstlöscher zunächst in großen und auf Paletten liegenden 220-Liter-Bags abgefüllt, die wegen ihrer Form und Füllung an ein Wasserbett erinnern. Den Winter über, wenn das normale Lohnmostgeschäft ruht, erfolgt das maschinelle Umfüllen des Buga-Saftes in 0,275-Liter-Flaschen.

Rund 30 Tonnen unbehandeltes Obst hat die Mosterei Ketzür gebraucht, um den Buga-Vertrag zu erfüllen. Das Wetter spielte mit. Und erst recht die Helfer, die einem Aufruf der Internet-Plattform Mundraub gefolgt waren. Mundraub-Erfinder Kai Gildhorn organisierte drei Erntecamps in Fehrbellin und Haage/Senzke. Von großen Streuobstwiesen und entlang von Alleen brachten Männer und Frauen die Ernte ein, die in Säcken und Containern nach Ketzür geliefert wurde. Für die Obstbeschaffung war Brass eine Kooperation mit den Machern von Mundraub eingegangen.

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Allein in der Region

Der gelernte Töpfermeister Kai Brass begann 2006 mit dem Aufbau der Ketzürer Mosterei auf einem ehemaligen Bauernhof.
Die Mosterei ist bisher der einzige Verarbeitungsbetrieb seiner Art in der Buga-Region zwischen Brandenburg und Havelberg.

Deren Community ist dafür bekannt, dass sie deutschlandweit Obst von ungenutzten oder in Vergessenheit geratenen Bäumen erntet. „Damit wollen wir die Buga-Gäste darauf aufmerksam machen, dass sie sich in einer alten Kulturlandschaft befinden, in der viele Obstbäume mit wunderschönen Früchten wachsen“, kündigte Plattform-Betreiber Gildhorn im Vorfeld der vielbeachteten Aktion an.
Für den Buga-Saft hatte das Duo Brass/Gildhorn einen 50-Kilometer-Kreis um die Ketzürer Mosterei gezogen. „Weiter weg sollten die Bäumen nicht stehen. Denn wir wollen ein regionales Produkt erzeugen. Das hat geklappt“, freut sich der Mostereibetreiber. Neben den Mundraub-Pflückern gab es etliche Kleinerzeuger aus Brandenburg und dem Umland , die einen Teil ihrer Äpfel dem Mosterei-Team für die Buga-Saftpresse vermachten.

Inzwischen ist die Bugaloo-Produktion abgeschlossen. An manchen Tagen wurde von morgends bis abends gewaschen, gepresst, erhitzt und abgefüllt. Jetzt stehen 80 000 kleine Flaschen für das Umfüllen bereit. Für die Mostereimitarbeiter Markus Teschner aus Riewend und Günther Frederich aus Kieck verlängert sich mit dem Großauftrag die Saison. Die flüssige Ware wird auf die Gastronomiebetreiber aller fünf Buga-Standorte verteilt. Der Exklusiv-Vertrag mit dem Buga-Zweckverband verpflichtet die gastronomischen Ausrichter der Buga 2015 nur Obsttrunk der Marke Bugaloo zu verkaufen – ein Marketingerfolg für Mostereibetreiber Brass und ein Jungbrunnen für die fast vergessenen Rhythmen aus der Boogaloo-Zeit.

Von Frank Bürstenbinder

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