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Brandenburg/Havel Vorgetäuschter Überfall: Polizei erkannte die Widersprüche
Lokales Brandenburg/Havel Vorgetäuschter Überfall: Polizei erkannte die Widersprüche
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12:40 02.07.2019
Quenz und Walzwerksiedlung sei eine ruhige Gegend, versichert ein Bürger auf Facebook. Quelle: Dirk Fröhlich
Brandenburg/H

Die Brandenburger Kriminalbeamten, die den angeblichen Raubüberfall am vergangenen Mittwoch in der Walzwerksiedlung aufklären wollten, sind während der Vernehmung des mutmaßlichen Opfers misstrauisch geworden, ob die Angaben stimmen.

Die junge Frau habe nicht plausibel geantwortet, als die Kripobeamten sie befragten, berichtet auf MAZ-Nachfrage Polizeisprecherin Therese Franz. Immer mehr habe sie sich in widersprüchliche Angaben verwickelt, sodass der Vernehmer sie durchschaute.

Polizist hakt nach

Der Beamte fragte schließlich direkt, ob sie sich die ganze Geschichte womöglich nur ausgedacht habe. Das habe die von der Polizei als junge Frau bezeichnete Zeitungsausträgerin daraufhin bestätigt.

Aus ermittlungstaktischen Gründen gibt die Polizei keine weiteren Details zu ihrer Arbeit und den Verlauf der Vernehmung bekannt.

Wie berichtet ermittelt die Polizei nun gegen die Frau, die ursprünglich Anzeige erstattet hatte, wegen Vortäuschen einer Straftat. Lesen Sie mehr hier.

Ausländer beschuldigt

In ihrer Beschreibung der Täter, die es in Wirklichkeit ja gar nicht gegeben hat, hatte die Austrägerin zwei Männer beschuldigt, denen sie eine ausländische Herkunft andichtete. Denn sie behauptete, die Räuber hätten eine „dunklere Hautfarbe“ und hätten sich „in einer unbekannten Sprache“ unterhalten.

Um was für einen Schlüssel es sich handelte, den die nicht existierenden Räuber angeblich gestohlen haben, ist nicht bekannt.

Lesen Sie hier, was die Austrägerin zuerst der Polizei erzählt hatte.

Diskussion im Netz

In den sozialen Netzwerken wird der Fall diskutiert. So bedauert Kristina Bethge: „Andere werden wirklich überfallen, denen glaubt keiner.“

Patrick Daszenies findet die ausgedachte Geschichte eine „bodenlose Frechheit“. Motiv könnte sein, dass man den eigenen Schlüssel verloren hat. „Dabei ist es hier auf dem Quenz eher eine der ruhigsten Gegenden in Brandenburg“, versichert der Schreiber.

„Ist ja fast wie die Aktion vor paar Jahren, wo die Frau gesagt hat, dass sie am Trauerberg auf dem Spielplatz vergewaltigt wurde“, erinnert sich eine weitere Bürgerin.

Von Jürgen Lauterbach

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