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Brandenburg/Havel Vorsicht Hasen! Reiter sollen auf Wegen bleiben
Lokales Brandenburg/Havel Vorsicht Hasen! Reiter sollen auf Wegen bleiben
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23:30 23.01.2018
Hier fühlt sich der Feldhase wohl: Vor den Feldgehölzen befindet sich die grüne Äsungsfläche. Die Saumzone ist nicht für Reiter gedacht. Quelle: Landesjagdverband
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Groß Kreutz

Sie sind das große Freiluftbuffet für Feldhasen, Fasanen und Rehwild. Sogenannte Saumzonen ziehen sich im Sommerhalbjahr wie grüne Bänder durch die Groß Kreutzer Feldflur. In wenigen Wochen werden die ersten mehrjährigen Kräuter und Gräser verschiedene Tierarten anlocken. Im Verbund mit den benachbarten Gehölzreihen, die Vögeln und Säugetieren Schutz und Deckung bieten, sind die etwa drei Meter breiten Wildäsungsflächen ein Baustein in dem 1991 ins Leben gerufene Projekt „Artenreiche Flur“. Und zwar dort, wo einmal auf 10 000 Hektar der intensive Obstanbau betrieben wurde. Heute ein Lehrrevier des Landesjagdverbandes für Niederwild und Naturschutzaufgaben.

Vom Obstanbau zum Lehrrevier

Das Projekt „Artenreiche Flur“ entstand nach den großflächigen Rodungen im Obstanbaugebiet bei Groß Kreutz. Der Interessenvereinigung gehörten Behörden, Verbände, Kommunen und wissenschaftliche Einrichtungen an.

Seit dem Beginn der Arbeiten bis 1996 wurden insgesamt zehn fünfreihige Flurholzstreifen mit einer Gesamtlänge von sieben Kilometer auf einer Fläche von etwa elf Hektar angepflanzt. Dabei kamen 42 Baum- und Straucharten zum Einsatz.

Zur Biotopgestaltung gehören rund 15 Hektar Stilllegungsflächen, darunter Schläge, die vom Landesumweltamt gepachtet oder gekauft wurden. Seit 1998 wurden drei Meter breite Saumzonen angelegt, die das Äsungs- und Deckungsangebot weiter verbessern.

Doch ausgerechnet um die Grünstreifen zu beiden Seiten der Bundesstraße 1 gibt es Ärger. Immer wieder sollen Reitergruppen die langgestreckten Biotope als Abwechslung zu den weniger attraktiveren Feldwegen nutzen. Die Pferdehufe tun der Grasnarbe alles andere als gut. Natürlich sind die Saumstreifen nicht als Reitwege gedacht. „Jede Interessengruppe hat das Recht seine Freizeit zu gestalten. Doch es gibt Regeln, an die sich leider nicht alle Reiter halten“, bedauert Revierbetreuer Klaus Mordhorst.

Er ist stolz darauf, dass es die Initiatoren des Projektes „Artenreiche Flur“ geschafft haben, eine überdurchschnittlich hohe Population des rar gewordenen Feldhasen anzusiedeln. Während im Landesdurchschnitt nur noch fünf bis sechs Langohren je 100 Hektar gesichtet werden, tummeln sich in der Groß Kreutzer Feldmark 12 bis 15 Feldhasen auf der gleich großen Fläche. Die Anpflanzung von insgesamt sieben Kilometer fünfreihiger Gehölzstreifen bliebt nicht ohne Erfolg für den Artenschutz.

Revierbetreuter Klaus Mordhorst beklagt die Reiterei auf den Äsungsflächen. Quelle: MAZ

„Die vorgelagerten Saumzonen sind als Nahrungsangebot eine perfekte Ergänzung zu den Hecken. Eine reiterliche Nutzung führt zu Beschädigungen der Äsungsflächen und zur Beunruhigung des Wildes“, sagte Andreas Weiß, stellvertretender Geschäftsführer des Landesjagdverbandes der MAZ. Für Pflege und Neusaaten gibt der Verband jährlich mehrere tausend Euro aus. Gespräche mit Reitern hätten bisher nicht zum Erfolg geführt, bedauert Weiß. Vom Gesetzgeber ist klar geregelt, wo in freier Landschaft geritten werden darf. Nämlich auf allen öffentlichen Wegen, die mindestens von zweispurigen Fahrzeugen befahren werden können, sofern sie nicht ausdrücklich für Reiter gesperrt sind.

In der Groß Kreutzer Feldmark gibt es mehr Feldhasen als im Landesdurchschnitt. Quelle: Dpa

Julia Bauereiß vom Distanzreithof Nuthetal in Deetz, dem unter anderem die Kritik der Jäger gilt, kann die Aufregung nicht verstehen. „Wir sind weder rücksichtslos noch reiten wir über bestellte Äcker.“ Für die Reiterhof-Betreiberin sind es die Jäger mit ihren Jeeps und die Holztransporter, die Wege verwüsten würden. Der Landesjagdverband setzt indes weiter auf Aufklärung. „Möglicherweise gibt es Reiter, die aus Unwissenheit die Saumzonen für ihr Hobby nutzen. Wir stehen daher gerne zu Gesprächen bereit“, stellt Revierbetreuer Mordhorst klar. Eine Reitergruppe, die einmal über einen frisch gekeimten Maisacker zog, wollte davon allerdings nicht viel wissen.

Von Frank Bürstenbinder

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