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Brandenburg/Havel „Pritzerbe“ von der Kette gelassen
Lokales Brandenburg/Havel „Pritzerbe“ von der Kette gelassen
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06:58 24.09.2014
Mit Stahlseilen nimmt sich die „Otter“ das Fährschiff vor die Schnauze. Quelle: F. Bürstenbinder
Pritzerbe

„Leinen los!“ ruft Ingo Schnetzke den Fährleuten auf der „Pritzerbe“ zu. Zuvor hatten der Schiffsführer des eisbrechenden Arbeitsschiffes „Otter“ und sein Matrose Steffen Schulze vom Wasser- und Schifffahrtsamt Brandenburg die kommunale Autofähre sicher am Bug ihres Wasserfahrzeuges festgemacht. Sanft löst sich die Fähre vom Kützkower Anleger.

Drei kurze Schallsignale folgen. Sie warnen andere Schiffsführer: „Meine Maschine geht rückwärts.“ In der Strommitte dreht die „Otter“ ihr Heck talwärts, um dann mit voller Kraft havelaufwärts zu fahren. Voraus die am Bug eingespannte Fähre. Ohne noch an Kette und Seil gebunden zu sein, wird die „Pritzerbe“ als Sondertransport nach Genthin überführt. Für das Kraftpaket „Otter“ kein Problem. In vier Stunden hat der Schubverband die Werft erreicht, wo die Fähre in den nächsten Wochen einer Landrevision unterzogen wird.

Normalerweise muss sich die 1990 in Dienst gestellte Pritzerber Havelfähre alle fünf Jahre zu einer Überholung einfinden. „Regulär wäre es 2015 wieder Zeit gewesen. Wegen der Buga wollten wir im kommenden Jahr keine längere Ausfallzeit riskieren und ziehen die Landrevision vor“, erklärt Havelsee-Bürgermeister Günter Noack. Die Fähre ist im Besitz der Stadt, die auch für die mehrere zehntausend Euro teuren Kosten aufkommen muss. Der Abtransport der „Pritzerbe“ fand am Dienstag im Beisein von Fährmeister Reinhard Paulick und seinen beiden Kollegen Bernd Triptow und Stefan Grabow statt.

Lebensader

In zwei Schichten zieht sich die Autofähre an einer Kette rund 150 Mal am Tag von einem Ufer zum anderen. Für die Kützkower ist die Fähre eine wichtige Lebensader, um nach Pritzerbe zu gelangen.
Die Fähre schafft die 180 Meter über die Havel in knapp vier Minuten. Die jährliche Fahrleistung beträgt 10 000 Kilometer. Fällt die Fähre aus, drohen auf dem Landweg lange Umwege.

Während Paulick die Fahrt auf der „Otter“ begleitete, ging für Triptow und Grabow der normale Dienstbetrieb weiter. Allerdings heißt es schon seit Montag Umsteigen ins Fährboot „Kützkow“, auf dem es sechs Sitzplätze für Passagiere und etwas Platz für Gepäck und ein, zwei Fahrräder gibt. Mit dem Boot, das zwischen zwei Steganlagen pendelt, ist der Fußgängerverkehr zwischen Pritzerbe und Kützkow gesichert. Doch Kraftfahrer müssen einen rund 30 Kilometer langen Umweg über Milow oder Bensdorf in Kauf nehmen, um von einer Seite der Havel auf die andere zu kommen. Im Notfall hätten es auch die Pritzerber Feuerwehr und Rettungswagen über Land deutlich weiter als per Fähre. „Die Situation ist für uns Kützkower nicht neu. Außerdem hat unsere Ortsfeuerwehr freundschaftliche Beziehungen zu den Kameraden im benachbarten Bahnitz und Möthlitz. Wir helfen uns, wenn es dicke kommt“, sagte Alt-Fährmeister Helmut Polanik.

Die Landrevision in der Genthiner Werft fällt diesmal etwas aufwendiger aus, weil der Motor samt Getriebe ausgetauscht wird. Der luftgekühlte Zweizylinder-Diesel wird durch einen wassergekühlten Dreizylinder-Dieselmotor ersetzt. Dafür sind Umbauarbeiten am Motorraum nötig. Eine Heizschlange wärmt künftig die Kabine. Dort wird die gesamte Elektrik erneuert. Für Gang einlegen und Gas geben braucht der Schiffsführer künftig nur noch einen Hebel. Statt Gestänge werden Bowdenzüge installiert.

Von Frank Bürstenbinder

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