Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Anekdoten und Geschichten: In der Havelstadt ist der Wahlkampf auf den Hund gekommen
Lokales Brandenburg/Havel Anekdoten und Geschichten: In der Havelstadt ist der Wahlkampf auf den Hund gekommen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:01 27.05.2019
Gorki, der Hund von Claudia Sprengel, ist zumindest bei Facebook der bekannteste Wahlkämpfer der Linken.
Gorki, der Hund von Claudia Sprengel, ist zumindest bei Facebook der bekannteste Wahlkämpfer der Linken. Quelle: privat
Anzeige
Brandenburg/H

Der lustigste, süßeste und zumindest in den sozialen Medien bekannteste Wahlkämpfer der Linken in der Stadt ist – ein Hund.

Gorki“ ist ein Terrier, der zu Claudia Sprengel gehört, die Wahlkreismitarbeiterin der Bundestagsabgeordneten Anke Domscheit-Berg und gleichzeitig erstmals in die SVV eingezogen ist.

Gorki ist zumindest bei Facebook der bekannteste Wahlkämpfer der Linken. Quelle: privat

Die junge Frau lässt ihre politischen Ansichten, beispielsweise über die umstrittenen Uploadfilter, über den Hund mittels „Gorkigram“ mitteilen. Originell und lustig.

Ob „Gorki“ zur politischen Willensbildung bei Sebastian Möckel beigetragen hat, ist nicht verbürgt. Er stellte jedenfalls am Wahlabend bei Linken-Kreischef Andreas Kutsche einen Antrag auf Parteimitgliedschaft.

Trägt nicht ausschließlich Karl-Marx-Shirts: Sebastian Möckel. Quelle: MaloszykVolkmar

Möckel hat diverse Vorerfahrungen, schließlich war er auch schon in der SPD und bei den Freien Wählern. Auf Facebook posiert er unter anderem mit Karl-Marx-T-Shirt, das dürfte Qualifikation genug sein.

Der Wahlkampfmanager der Freien Wähler Norbert Langerwisch hat wohl einen dicken Stein im Brett bei Johann Schenker, dem Inhaber von Jonny’s Pizza auf dem Nicolaiplatz. Dort feierten die Freien Wähler ihre fünf errungenen Mandate. Er wollte 1500 Euro fürs Büffet herausrücken, tat Langerwisch vorab öffentlich kund. Doch Schenker habe darauf bestanden, allein die ganze Sause auszurichten.

Wortspiele sind eine heikle Sache, musste auch CDU-Bewerber Ralf Weniger erfahren. Auf Facebook warb er intensiv, unter anderem mit dem Slogan „Weniger ist mehr“, offensichtlich war Weniger aber weniger.

Da war der Name Programm: Ralf Weniger. Quelle: JACQUELINE STEINER

Auch der Satz „Am Schluss der Beste“ in ironisch gemeinter Anspielung auf seinen Listenplatz 23 im Wahlkreis 2 wurde nicht von allen verstanden. Wer will schon das Tabellen-Schlusslicht zum Meister wählen?

Mit gutem Beispiel voran: Nicht nur zwangsverpflichtete Stadtverwalter saßen in den Wahlvorständen. Wobra-Geschäftsführer Stephan Falk wollte seiner Bürgerpflicht freiwillig nachkommen und meldete sich.

Wobra-Chef Stephan Falk legte eine Nachtschicht ein. Quelle: Karoline Wolf

Zuvor hatte er kurz Rücksprache mit Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) gehalten, mit dem er befreundet ist. „Ich habe ihm für den Einstieg geraten, sich für ein Briefwahllokal zu bewerben. Da fängt man erst um 14 Uhr an, dauert eben nachts etwas länger“, erzählt der Rathauschef.

Von André Wirsing

Brandenburg/Havel Brandenburg an der Havel - Ein einsamer Rekordhalter
27.05.2019
Brandenburg/Havel Brandenburg an der Havel - Verdacht auf Brandstiftung
27.05.2019