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Brandenburg/Havel Wahnsinniger drückt eigenem Opa die Luft ab
Lokales Brandenburg/Havel Wahnsinniger drückt eigenem Opa die Luft ab
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20:12 11.02.2018
Am 18. Juni musste die Feuerwehr anrücken. Ein Patient des Asklepios-Klinikums hatte Feuer auf seiner Station gelegt. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Benjamin K. (31) hat am 18. Juni 2017 ein Patientenzimmer der geschlossenen Psychiatrie auf dem Görden in Brand gesetzt. Zuvor hatte er am 21. Mai seinem Großvater (85) auf dem Autobahnparkplatz Schwielowsee den Hals zugedrückt, um ihn zu töten. Das Landgericht Potsdam verurteilte den Täter am Freitag dennoch nicht, da er schuldunfähig sei. In seinem Wahn glaubte der psychisch kranke Mann als Retter seine Familie vor dem Bösen zu bewahren.

Einigermaßen unauffällig verläuft das Leben des Benjamin K. bis zum vergangenen Jahr. Er wächst als Einzelkind bei seiner alleinerziehenden Mutter auf, hat zu ihr und den Großeltern hat er ein sehr gutes Verhältnis. Er macht Abitur, studiert, erreicht einen Bachelor und einen Masterabschluss.

Allerdings gerät seine berufliche Laufbahn danach ins Stocken und er konsumiert regelmäßig Cannabis.

Welchen Einfluss die Droge auf seine Krankheit hat, die sich 2017 Bahn bricht, lässt sich schwer sagen. Ohne erkennbaren Grund bildet er sich während einer Tangotanzveranstaltung in Berlin ein, dass die Welt aus Gut und Böse besteht mit ihm als Retter. Die Erkrankung, die der Gerichtsgutachter als paranoid-halluzinatorische Schizophrenie bezeichnen wird, verändert ihn zunehmend. Er glaubt an seine übersinnlichen Kräfte.

„Herr K. lebte in einer anderen Welt, in der ein Kampf der guten gegen die böse Seite stattfindet“, erklärt Christian Schack, Vorsitzender der Potsdamer Schwurgerichtskammer. Der junge Man habe sich selbst in diesem Kampf in der Rolle des stillen Retters gesehen.

Mit seinen Großeltern fährt Benjamin K. am 21. Mai zu einem Tennisturnier nach Brandenburg/Havel. Obwohl er selbst eine guter Spieler ist, wird Tennis an diesem Tag in seiner Wahrnehmung zu einer Play-Station-Spiel zwischen Gut und Böse. Als der Großvater sich zwischenzeitlich einmal zurückzieht, um etwas zu essen, wertet sein Enkel das als Zeichen, dass der alte Mann auf die böse Seite gezogen wurde und nun Gefahr von ihm ausgehe für die eigene Familie.

Deshalb wirft er ihn bald darauf auf dem Autobahnrastplatz Schwielowsee auf den Boden eines Grünstreifens und drückt ihm die Luft so lange ab, bis ein fremder Autofahrer dazwischen geht und den verletzten 85-Jährigen rettet.

Benjamin K. flüchtet zu Fuß und wird am nächsten Tag auf dem Spargelhof Klaistow aufgegriffen. In der Psychiatrie des Asklepios-Fachklinikums Brandenburg scheint er sich zu beruhigen. Doch holt ihn der Wahn ein. Er hält das Krankenhaus für eine Experimentieranstalt und glaubt, sich und die Mitpatienten retten zu müssen. Das Mittel dazu: Feuer.

Um Alarm zu schlagen, zündet er in der geschlossenen Station P 3 Kleidung an, die er auf einem Bett gestapelt hat. Es bleibt bei 2000 Euro Sachschaden, weil Pflegekräfte den Brand noch vor der Feuerwehr löschen. Doch die Menschen im Gebäude werden evakuiert.

Statt ihn zu bestrafen weist die Potsdamer Schwurgerichtskammer Benjamin K. In die Gerichtspsychiatrie ein, wo er die vergangenen Monate unauffällig verlebt hat.

Daher darf er statt dort nun in einer therapeutischen Übergangswohngruppe leben, solange er mehrere Auflagen erfüllt. So muss er sich einer Therapie unterziehen, in einer Drogenselbsthilfegruppe mitmachen und natürlich seiner Akte nichts Strafbares mehr hinzufügen. Sonst kommt er hinter Gitter.

Von Jürgen Lauterbach

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