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Brandenburg/Havel Wappenrelief für den Kurfürsten
Lokales Brandenburg/Havel Wappenrelief für den Kurfürsten
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11:43 26.06.2013
Klaus Cenkier gibt dem Modell des FriesackerWappenreliefs den letzten Schliff.
Klaus Cenkier gibt dem Modell des FriesackerWappenreliefs den letzten Schliff. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Köpernitz

An den Brandenburger Adler muss er noch mal ran. Klaus Cenkier (57) greift zum Modellierholz und arbeitet vorsichtig die ausgebreiteten Schwingen des Wappentieres nach. Immer wieder besprüht der Bildhauer die Tonmasse mit Wasser, wie ein Orchideenzüchter seine Blumen. Das Material darf nicht zu früh austrocknen. Penibel achtet der Bildhauer auf Details. In seiner Köpernitzer Werkstatt entsteht ein nicht alltägliches Auftragswerk.

Der Friesacker Heimatverein hat Cenkier den Nachguss eines Wappenreliefs anvertraut, das 2014 eines der eindrucksvollsten Denkmäler im Land Brandenburg schmücken soll. Es handelt sich um das 1894 enthüllte Denkmal für Kurfürst Friedrich I. (1371–1440). Einst geschaffen von Alexander Calandrelli (Foto: Kirchert).

Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb von der Verehrung der Friesacker für den Ahnherren des preußischen Hohenzollerngeschlechts nur das Postament aus schwedischem Granit übrig. Nach einer beispiellosen Spendenaktion konnte der Heimatverein vor zwei Jahren eine in Thailand nachgegossene Bronzefigur des Kurfürsten wieder an seinem alten Platz aufstellen. Was fehlt, ist das Wappenrelief zu Füßen des Bezwingers der Raubritter, die auch in Friesack zu Hause waren.

Das Denkmal für Kurfürst Friedrich I. wurde einst geschaffen von Alexander Calandrelli. Quelle: Kirchert

Für den in Berlin lebenden und in Köpernitz arbeitenden Cenkier keine leichte Aufgabe. Seine Recherchen in Archiven und Modelllagern nach der Originalform für die Platte blieben ergebnislos. „Um dem Original so nahe wie möglich zu kommen, habe ich mich an alten Fotos und Postkarten orientiert“, berichtet Cenkier, dessen Arbeiten aus Bronze für gewöhnlich in Berliner und Leipziger Galerien zu sehen sind.

Neben dem Brandenburger Adler, der die Ansicht des Reliefs bestimmt, musste Cenkier einen Ritterhelm und als Bekrönung den preußischen Adler aus einem Stück Ton modellieren – das ganze umrahmt von einem fallenden Vorhang. Fünf Wochen hat der Bildhauer für die Arbeit gebraucht. Etwas Feinschliff ist noch nötig, dann kann der Guss vorbereitet werden. Doch noch vor der Abnahme der Form wollen sich die Friesacker Auftraggeber am morgigen Donnerstag in Köpernitz selbst ein Bild vom Modell machen. „Zusammen mit der Denkmalschutzbehörde und dem Amt Friesack werden wir unser Veto abgeben, ob das Relief so gegossen werden kann“, sagte Günter Kirchert vom Heimatverein der MAZ.

Rund 100 Kilo Siliziumbronze wird Klaus Cenkier dann in einem Tiegel zum Schmelzen bringen, um die flüssige Masse anschließend in eine in der Gießgrube stehende Form zu füllen. Das fertige Relief wird im September nach Friesack transportiert, wo es im Frühjahr 2014 an das Kurfürstendenkmal montiert wird. Anlass ist der 600. Jahrestag der Erstürmung der Quitzowschen Raubritterburg Friesack durch Friedrich I.

Von Frank Bürstenbinder

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