Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Warum die Wobra wieder viel Geld ausgeben darf
Lokales Brandenburg/Havel Warum die Wobra wieder viel Geld ausgeben darf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
19:06 05.02.2020
Derzeit saniert die Wobra bis zum Jahresende das Eckhaus Magdeburger Straße/Harlunger Straße. Quelle: JACQUELINE STEINER
Anzeige
Brandenburg/H

Der Befreiungsschlag für die Wobra trägt nun Früchte – das kommunale Wohnungsunternehmen kann in Größenordnungen investieren und seine geplanten Vorzeigeprojekte („Leuchttürme“) realisieren.

Großer Wurf nach Übergangsjahr

18,4 Millionen Euro sind in diesem Jahr für Investitionen geplant, auch wenn einige Projekte bis ins nächste Jahr reichen. 2019 kann man umgangssprachlich als Übergangsjahr bezeichnen, nachdem im November 2018 die umfangreiche Vereinbarung mit der Landesinvestitionsbank sowie der TAG Wohnen zustande gekommen ist, mit welcher die Wobra von den jahrzehntelangen Bavaria-Lasten befreit wurde.

Anzeige

Hunderte leere Wohnungen hergerichtet

Wobra-Geschäftsführer Stephan Falk. Quelle: Karoline Wolf

„Im Zuge der so genannten Leerstandsbeseitigung konnten wir im vergangenen Jahr 117 Leerwohnungen mit einem Aufwand von etwa 1,57 Millionen Euro bezugsfertig herrichten. Für dieses Jahr haben wir für 100 weitere Wohnungen 920.000 Euro vorgesehen“, sagt Wobra-Geschäftsführer Stephan Falk.

Diese hergerichteten Wohnungen würden dringend gebraucht: Sie sind neue Quartiere für Mieter, deren alte Blöcke demnächst abgerissen werden. Auch Mieter, deren bisherige Wohnhäuser komplett zum Modernisieren anstehen, müssen umziehen. Und nicht zuletzt braucht es eine Reserve an frei verfügbaren Wohnungen, wenn dafür Nachfrage da ist.

Sanierungsobjekte in Innenstadtnähe

Für Sanierungen von Objekten sind vorerst 5,5 Millionen Euro vorgesehen. Gerade begonnen wurde mit dem Komplex Magdeburger Straße 3/Harlunger Straße 54/55, hier soll bis zum Jahresende alles fertig sein. Umgeplant hat das Unternehmen beim Objekt Vereinsstraße 37/37A: Statt studentischem Wohnen sollen in dem großen 1960er-Jahre-Ensemble mit 1400 Quadratmetern Nutzfläche nun hochwertige Wohnungen bis zum Frühjahr 2021 entstehen.

In der Magdeburger Straße 200-206 wird auf zentrale Heizung und Warmwasserversorgung umgestellt, die Neuendorfer Straße 62 wird im bewohnten Zustand instand gesetzt. Und für die am Jahresende beginnenden Arbeiten zum Sanieren der Neuendorfer Straße 37/38 laufen die Planungen gerade auf Hochtouren.

Brandschutz nach Grenfell-Katastrophe

Das Buchhochhaus in Nord wird brandschutztechnisch saniert. Quelle: JACQUELINE STEINER

Weitere 1,7 Millionen Euro sind reserviert für „Sonstige Maßnahmen“. Dahinter steckt beispielsweise das Sanieren der Sockeldämmung sowie Brandschutzmaßnahmen am „Buchhochhaus“ Kreyssigstraße 67/68. Das ist eine Lehre aus dem verheerenden Brand im Juni 2017 im Grenfell-Tower im Westen Londons, bei dem 72 Menschen ums Leben kamen. Dabei hatte sich das Feuer fast ungehindert hinter der vorgehängten Fassade nach oben „fressen“ können.

Aufzug fürs Ärztehaus

Brandschutzmaßnahmen sind auch ein Thema beim Ärztehaus in der Lilli-Friesicke-Straße 2. „Da wir dies ohnehin bei laufendem Betrieb organisieren müssen, haben wir uns für die größere Lösung entschieden und bauen auch einen Aufzug an. Das ist schwierig, aber weil es in Nord eine überwiegend ältere Mieterschaft gibt, ist auch das Klientel der Ärzte oft in diesem Alter. Darauf wollen wir reagieren“, sagt Falk.

In der Otto-Sidow-Straße 19-23 sind Balkone zu sanieren, in der Klingenbergstraße 1-15 geht es ums Erneuern der Leitungsstränge. Dort werden ebenso wie in der Johann-Strauß-Straße die Müllstandplätze komplett neu gebaut und gesichert.

Ein Block für neun Millionen Euro

Wie beschrieben, kann die Wobra nun auch ihre Leuchtturm-Projekte realisieren. Gestartet wird in diesem Jahr mit einem Block in Nord, der 72 Wohnungen hat. Der wird komplett saniert und bekommt zudem durchweg etagengleiche Aufzüge, das heißt, sie halten in jedem Stockwerk. Das Projekt kostet allein 8,93 Millionen Euro. Noch muss mit einigen verbliebenen Mietern verhandelt werden, deshalb nennt Falk die genaue Adresse noch nicht. Zwei weitere Projekte mit insgesamt fast 300 Wohnungen sollen bis 2024 folgen.

Aufzüge für Hohenstücken

In Hohenstücken-Süd werden an vier Blöcken mit Kopfbauten, darunter Prager Straße 2, Wiener-, Warschauer- und Pariser Straße Aufzüge vorgesetzt. In den Kopfbauten gibt es auf jeder Etage drei Ein-Raum-Wohnungen und eine Drei-Raum-Wohnung. Auf diese Weise können insgesamt 76 Wohnungen per Aufzug erreicht werden. Das Vorhaben beginnt in diesem Jahr und soll 2022 abgeschlossen sein.

Abrisse sind geplant

14.950 Rauchwarnmelder werden in diesem Jahr noch verbaut, davon 11.970 Stück in den vermieteten und sanierten Wohnungen. Knapp 3000 Geräte kommen in Objekte, die zum Abriss anstehen. 635 Wohnungen müssen weg. Demnächst verschwinden 145 – beispielsweise die Blöcke Schleusenerstraße 2-8, Felsbergstraße 2-18 oder Sophienstraße 51-57.

Zu Jahresbeginn hat die Wobra noch 4292 Wohneinheiten, Ende 2024 werden es dann 3446 sein, der Rest ist abgerissen oder verkauft.

Von André Wirsing

Dreiste Trickbetrüger haben versucht, ein Rentnerehepaar im Brandenburger Stadtteil Nord hereinzulegen. Das ist den Tätern zunächst auch gelungen. Doch dann kam alles ganz anders.

06.02.2020

An der Medizinischen Hochschule Brandenburg wird kein Studiengang Hebammenkunde eingerichtet. Brandenburg/Havel kann nur noch auf eins hoffen: an der Praxisausbildung von Hebammenstudentinnen beteiligt zu werden.

05.02.2020

Zustellfahrzeuge der Paketdienstleister verstopfen täglich die Straßen. Oft fahren sie sogar mehrfach zur gleichen Adresse, weil Zustellung selten im ersten Anlauf klappt. Die Stadt sucht Lösungen.

05.02.2020