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Brandenburg/Havel Warum es am Packhof um die Zukunft geht
Lokales Brandenburg/Havel Warum es am Packhof um die Zukunft geht
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11:00 23.11.2019
Blick auf das Gelände des Packhofes in Brandenburg an der Havel aus der Luft.
Brandenburg/H

Montag schlägt die Stunde der Wahrheit. Dann tagen Heinz Nagler und das Werkstattgremium zum Packhof zum letzten Mal und werden im Anschluss um 19.30 Uhr erklären, wie sie den Packhof bebauen wollen. Wohlgemerkt: wollen. Denn wie und womit es weitergeht entscheiden die Stadtverordneten, nachdem die Bürgerschaft noch mal 14 Tagen Zeit hat, die veröffentlichten Ideen zu bewerten.

Wo stehen wir? Nach zwei spannenden Runden unter der von allen Seiten gelobten Moderation des Experten Heinz Nagler hat sich das Gremium grob darauf verständigt, in welchem Bereich gebaut werden kann. Fünf Ideen sind in der engeren Wahl, vier davon sehen eine unterschiedlich gelagerte Bebauung vor, ein Entwurf einen Park.

Wie Teilnehmer der Runde berichten, ähnelt das im Gremium scheinbar mehrheitsfähige Modell dem „moderierten Strukturkonzept“, das lange vor der Bundesgartenschau vorlag. Das würde bedeuten: In bester Lage könnten unterschiedliche, aber zum Teil durchaus verdichtete Wohnbebauungen und ein breiter Streifen öffentlichen Grüns zur Havel hin entstehen. Folgt die SVV dieser Empfehlung, wird es eine der Höhe nach gegliederte Teilbebauung geben. Und die muss größer sein als nur eine Abrundung der schon bestehenden Bebauung. Denn es bedarf einer „kritischen Mindestgröße“, damit so ein Gebiet funktioniert. Machen wir uns nichts vor: Selbst eine kleinteilige Bebauung bringt einige Aktivisten der Bürgerinitiative Packhof schon um den Schlaf.

Aber die Frage ist: Was benötigt die Stadt am dringendsten? Einen Park? Nicht noch einen. Ein Wellnesshotel für Touristen? Sicher nicht! Touristen kommen dorthin, wo die Einwohner leben, die sich in einer schönen Kulisse wohlfühlen, wo sie die Kneipen beleben und das Theater stürmen. Das geht nur da, wo Einwohner sind. Und für genau die gilt es Platz zu schaffen. Egal, woher sie kommen, ob nun aus Berlin oder Brielow. Wie nötig die Innenstadt Wohnraum und Menschen hat, kann jeder sehen, der an einem Freitag im November um 20 Uhr allein durch die Hauptstraße läuft.

Die städtische Wobra ist jetzt dabei, ein beispielhaftes Zuzugsmanagement auf die Beine zu stellen, um Leute aus Berlin oder von irgendwo aus der Republik nach Brandenburg zu locken.

Die Menschen sind interessiert. Die erste Frage gilt dem Wohnraum in zentraler Lage, dann kommen Jobs, Kitas, Schulen, Kultur. Jobs gibt es derzeit, Kitas, Schulen und Kultur kann man bieten, Wohnungen kaum. Was folgt daraus für den Packhof?

Bitte jetzt keine Neiddebatten. Motto: Nur wieder Platz für Reiche! Auch im Holländischen Viertel oder am Gendarmenmarkt kann nicht jeder wohnen.

Egal, wie die Veranstaltung Montag ausgeht, da liegen noch etliche Stunden quälender Diskussionen vor uns, die wir die Ausschüsse und SVV besuchen (müssen). Und die Chancen, die Brandenburg als potenzielle Zuzugsregion hätte, lassen sich auch fix verspielen.

Dafür bedarf es nur regelmäßiger ICE-Verbindungen zwischen Magdeburg und Berlin oder die garantiert wieder aufflammende Diskussion, ob nicht der Packhof ein guter Platz nur für ein Hotel wäre.

Von Benno Rougk

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