Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Freundschaftsanfragen vom Chef: Was der Knigge dazu sagt
Lokales Brandenburg/Havel Freundschaftsanfragen vom Chef: Was der Knigge dazu sagt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:40 10.11.2019
Brandenburgs OB schließt gern Facebook-Freundschaften. Einer jungen Sachbearbeiterin war seine Anfrage unangenehm. Quelle: AP
Brandenburg/H

Wie passend ist es, als Chef oder Vorgesetzter die eigenen Beschäftigten zu duzen und ihnen über Facebook Freundschaftsanzeigen zu senden? Darüber gehen die Meinungen sicher auseinander.

Die MAZ berichtete vor wenigen Tagen über die missglückte Facebook-Freundschaft zwischen dem damaligen Bürgermeister Steffen Scheller (CDU) und einer ihm unterstellten Mitarbeiterin, der die Stadtverwaltung am Ende gekündigt hat.

Missverständnissen vorbeugen

Menschen, die sich beruflich mit solchen Themen beschäftigten, sind bei Facebook nicht unbedingt einer Meinung.

Tobias Dienlin arbeitet am Lehrstuhl für Medienpsychologie der Universität Hohenheim. Seit April 2012 arbeitet er im Forschungsteam von Professsor Sabine Trepte mit den Schwerpunkten Privatsphäre und Wohlbefinden.

Dienlin sagt: „Nach meiner subjektiven Erfahrung würde ich eher davon abraten, dass ein Bürgermeister einer Mitarbeiterin eine Facebook-Freundschaftsanfrage sendet. Um Missverständnissen vorzubeugen. Wie eine solche Anfrage gemeint ist, ist ambivalent. Ich würde jedem Vorgesetzten empfehlen, vorher zu fragen, ob eine solche Anfrage stimmig ist.“

Trainerin für Business-Etikette

Der Knigge sieht das etwas anders. Die MAZ sprach mit Linda Kaiser. Sie ist stellvertretende Vorsitzende Deutsche-Knigge-Gesellschaft und zertifizierte Trainerin für Business-Etikette (IHK).

MAZ: Inwiefern ist es okay, wenn ein Bürgermeister einer Mitarbeiterin das Du anbietet und sie fortan duzt?

Linda Kaiser: Als Ranghöchster darf er das Du anbieten. Denn in seiner Position hat der Bürgermeister das Privileg, Wünsche zu platzieren.

Wie kann die Mitarbeiterin reagieren?

Linda Kaiser: Kein Knigge verlangt, dass die Mitarbeiterin das Gesuch annimmt. Ich würde empfehlen, im persönlichen Gespräch etwaige Bedenken vorzutragen oder eine Ablehnung mit einer erklärenden Nachricht zu versenden. Wenn ein Vorgesetzter eine/n Mitarbeiter/in konsequent duzt, sollte ein konsequentes Siezen die Antwort sein und nicht ein Vermeiden der Ansprache.

Finden Sie es in Ordnung, wenn der Bürgermeister eine Facebook-Freundschaftsanfrage an die erst seit wenigen Monaten bei ihm arbeitende Sachbearbeiterin stellt?

Linda Kaiser: Ich finde es in Zeiten der allgemeinen digitalen Vernetzung nicht ungewöhnlich oder bedenklich. Es besteht allerdings keine Verpflichtung, die Anfrage anzunehmen, beispielsweise wenn der Account von der Frau ausschließlich privat genutzt wird.

Von Jürgen Lauterbach

„Welcome to O’Stephans’s Pub“. Unter diesem Motto feierten die Havelnarren des KCH den 22. Prinzenball im Paulikloster. Vom Havelstrand ging es also tanzend und jubelnd auf die „grüne Insel“ Irland.

10.11.2019

Zwei Tollitäten und ein Heiratsantrag. Der Prinzenball des BKC am Samstag im Brandenburger Theater hatte es in sich. Dafür sorgte diesmal auch ein Prinz mit einem Verlobungsring in seiner Schatulle.

10.11.2019

Unter 0,8 Promille ist er geblieben. Aber auch die festgestellten 0,77 Promille Alkohol reichten, dass die Polizei einem 24 Jahre alten Autofahrer in Brandenburg die Weiterfahrt untersagt hat.

10.11.2019