Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Brandenburg/Havel Was vom Weihnachtsmarkt noch übrigbleibt
Lokales Brandenburg/Havel

Was vom Weihnachtsmarkt in Brandenburg an der Havel noch übrigbleibt

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:26 25.11.2021
Szenen eines Abbaus: Vom Brandenburger Weihnachtsmarkt wird außer der Eisbahn und einigen kleinen Ständen nicht viel übrig bleiben.
Szenen eines Abbaus: Vom Brandenburger Weihnachtsmarkt wird außer der Eisbahn und einigen kleinen Ständen nicht viel übrig bleiben. Quelle: Heike Schulze
Anzeige
Brandenburg/H

Der Weihnachtsmarkt auf dem Neustädtischen Markt wird nach der von der Landesregierung angeordneten pandemiebedingten Schließung abgebaut, allerdings nicht ganz.

Eisbahn darf bleiben

Die Eisbahn nebst eins, zwei Speisen- und Getränkeständen dürfen bleiben, sagt Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) auf Anfrage des AfD-Stadtverordneten Wolfgang Kampe. „Der Paragraf 11, Absatz 4, der aktuellen Eindämmungsverordnung lässt dies zu.“ Er habe mit dem Vorsitzenden des Gewerbevereins und Cheforganisator Michael Kilian am Mittwochmorgen gesprochen, um Möglichkeiten auszuloten, wenigstens Teile des einstigen Weihnachtsmarktes für die Brandenburger zu erhalten.

Ideen im Rathaus

Kampe hatte Scheller aufgefordert, den Weihnachtsmarkt wieder in Gänze zu öffnen. Der Rathauschef darf sich aber nicht über Landesverordnungen hinwegsetzen, deshalb blieb die Aufforderung folgenlos. Allerdings sind im Rathaus nun viele Menschen eifrig am Arbeiten – aus Ordnungsbehörde, Gewerbeaufsicht und Gesundheitsamt.

MAZ Havelpost

Der Newsletter für aktuelle Themen in der Stadt Brandenburg und dem Umland – jeden Freitagmorgen neu.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Lizenz für Wochenmarkt

Glücklicherweise hat Kilian auch noch eine Lizenz zum Betreiben eines Wochenmarktes. Nun ist es eine diffizile Aufgabe, auseinander zu halten, was kann man unter dem Angebotsspektrum eines Wochenmarktes fassen und was zählt als Volksfest, das bekanntlich untersagt ist.

Das reicht beispielsweise beim Getränkeverkauf zu einer Unterscheidung zwischen offenen und geschlossenen Getränken: Heißer Glühwein in Tassen oder Bechern darf nicht verkauft werden, Schlehenwein in Flaschen hingegen ist kein Problem.

Einige Tage Pause

Es dürfte also noch ein paar Tage dauern, bis so etwas wie ein alternatives Angebot für die Brandenburger steht. Zudem wird der Platz ohnehin nicht nutzbar sein, bis beispielsweise die Schausteller ihre Fahrgeschäfte abgebaut haben.

Szenen eines Abbaus: Vom Brandenburger Weihnachtsmarkt wird außer der Eisbahn und einigen kleinen Ständen nicht viel übrig bleiben. Quelle: Heike Schulze

In anderen Kommunen wurden beispielsweise aus einem großen Weihnachtsmarkt drei kleinere und räumlich voneinander getrennte „Wintermärkte“. Ein Problem dürfte auch sein, dass im Land Brandenburg alles untersagt wird, die meisten Weihnachtsmärkte in Berlin hingegen munter weiterbetrieben werden – diese dürften eine starke Magnetwirkung auf die Brandenburger haben, wenn sie nicht halbwegs adäquate Alternativen geboten bekommen.

Beschluss im Gewerbeverein

Am Donnerstagvormittag kann Kilian schon Näheres sagen: „Wir haben einen einstimmigen Beschluss im Vorstand des Gewerbevereins gefasst zum Weiterbetrieb der Eisbahn nebst der dazugehörenden Hütte.“ Die Kosten für den Auf- und Abbau wären sowieso angefallen, die Kosten für Betrieb und Personal wolle man über den Weiterbetrieb einspielen.

Bleiben darf auch der Stand mit Bratwürsten und Getränken vor der Weinhandlung, der Langos-Stand sowie ein Stand mit Crêpes und Pfannkuchen.

Wechsel zum Wochenmarkt

Welche Stände zum Wochenmarkt wechseln dürfen, ist bislang noch nicht endgültig bestimmt. Der Stand mit dem „Wachsenden Adventskalender“ aus Samen auf jeden Fall, auch ein Flaschenverkaufsstand. Doch auch da gibt es noch Klärungsbedarf. „Der Wochenmarkt muss um 18 Uhr abgebaut werden, doch was machen wir mit den festen Ständen?“ Kilian will dies noch mit den kommunalen Behörden klären, „bislang habe ich eine sehr progressive Verwaltung erlebt“. Im Gespräch mit Scheller habe der Rathauschef dem Gewerbevereinsvorstand den Eindruck vermittelt, die Verwaltung bemühe sich ernsthaft um eine halbwegs vernünftige Lösung.

Die Umzäunung des Neustädtischen Marktes wird entfernt, genutzt werden nur noch die Parkflächen, der vordere Teil wird wieder frei gegeben.

Unterdessen hat nun auch die Stadtverwaltung den ersten Verkaufsoffenen Sonntag am 5. Dezember offiziell abgesagt, die Läden dürfen an diesem Tag nicht öffnen.

Von André Wirsing

Brandenburg an der Havel - Hängepartie um die Schulkrankenschwestern
25.11.2021
Brandenburg an der Havel - Bodens Woche: Paradies für Kolumnisten
25.11.2021