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Brandenburg/Havel Wasser- und Freizeitstadt an der Havel: Diese 47 Ideen gibt es für den Packhof
Lokales Brandenburg/Havel Wasser- und Freizeitstadt an der Havel: Diese 47 Ideen gibt es für den Packhof
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11:04 30.07.2019
Die Ausstellung der Ideen zur Gestaltung des Packhofes läuft bis zum 30. August in der Klosterstraße 34. Eröffnet wurde sie an diesem Montag im Foyer der Stadtverwaltung. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

47 Ideen für die Zukunft des Packhofgeländes in Brandenburg/Havel liegen auf dem Tisch. Besser gesagt: Sie hängen an Stellwänden im Foyer der Stadtverwaltung in der Klosterstraße 14.

Dort sind die Packhof-Entwürfe der Wettbewerbsteilnehmer bis zum 30. August öffentlich ausgestellt. Ideen, Vorschläge und Träume für das vier Hektar große Filetgrundstück in der Stadtmitte.

Das alles könnte aus dem Packhof werden: Klima-Quartier, Park-Hof, Umwelt-Camp, der perfekte Freizeitort, Freiluftzentrum für Sport und Erholung, „Gemeinschaftsgarten“ oder familienfreundlicher Ort der Nachhaltigkeit.

Ausschließlich ernst zu nehmende Pläne und Ideen haben die Stadtverwaltung bis zur Ausschreibungsfrist Ende Mai erreicht, betont Steffen Scheller (CDU), als er am Montag die Ausstellung eröffnet. Von Schülerbeiträgen bis zu professionell anmutenden Architekten- und Planer-Entwürfen reicht das Spektrum der eingereichten Ideen.

Die 47 Beiträge haben zwar nach dem Eindruck des Oberbürgermeisters eine unterschiedliche Qualität. Doch die Stadtverwaltung gebe vorerst bewusst keine Bewertungen ab.

Das soll im nächsten Schritt dem „Werkstattbegleitgremium“ vorbehalten sein, das aus Politikern, Stadtverwaltern, Sachkundigen und weiteren Bürgern bestehen soll.

Werkstattrunde soll Empfehlungen geben

Die Werkstattrunde soll an drei Montagen im November zusammentreten und Planungsziele empfehlen, über die dann die gewählten Stadtverordneten entscheiden.

Die eingereichten Vorschläge werden – mindestens in der Theorie – anonym ausgestellt. Mehrere Ideen sind aber mühelos ihren Urhebern zuzuordnen.

Dem Förderkreis der städtischen Musikschule etwa, den kommunalpolitisch engagierten Ralf Krombholz und Jürgen Peters, der grünen Jugend Brandenburg/Havel und Elftklässlern des von-Saldern-Gymnasiums.

Entspannung und Sport

Doch was liegt nun auf dem Tisch oder hängt an der Wand? Viele Ideengeber stellen sich den Packhof vor allem als Erholungsgebiet vor mit dem Schwergewicht auf Park und Garten.

Schüler des von-Saldern-Gymnasiums haben diesen Ansatz in einem Satz auf den Punkt gebracht: „Es konzentriert sich alles auf Entspannung und Sport.“

Die einen Wettbewerbsteilnehmer akzentuieren Sport-, Kultur- und Freizeitangebote. Andere stellen eher nachhaltiges Wohnen verbunden mit ökologisch orientierter Verkehrsinfrastruktur in den Mittelpunkt ihrer Betrachtung.

Packhof am Kanal mit Klappbrücke

Ein bisschen Amsterdam: Zu den originellen Entwürfen gehört zweifellos die von Ralf Krombholz und Jürgen Peters erdachte und detailreich erklärte „Wasserstadt“. Die MAZ hatte das Konzept, in dem Wohnen in Wasserlage eine zentrale Rolle spielt, in Grundzügen bereits im September vorgestellt. Lesen Sie mehr hier.

Im Entwurf von Ralf Krombholz und Jürgen Peters fließen Kanäle durch das Packhof-Areal. Quelle: JACQUELINE STEINER

Die Autoren spielen mit der Idee, das Areal von Kanälen durchfließen zu lassen – von zwei Wasserbecken mit einer Fahrwasserbreite von zehn bis zwölf Metern. Dazu gehört ein Bootsanleger.

Ein Clou ihres „Quartiers Packhof im Fluss“ ist die ferngesteuerte Klappbrücke, wie sie in den Niederlanden oft zu sehen ist. Ein anderer ein autofreies, „individuell erstellbares Mobilitätspaket“.

Gefluteter Packhof

Noch revolutionärer ist die Idee Brandenburger Gymnasiasten, den Packhof zu fluten, eine tiefere Badestelle zu schaffen und „Inseln mit Sitzgelegenheiten“ zu schaffen. Wege dienen in der Fantasie der Schüler als Brücken – etwa zur Badestelle.

Viele Autoren haben ihre Entwürfe mit Überschriften versehen, die die Denkrichtung verdeutlichen: „Gelände-Park“ heißt zum Beispiel das Konzept von Brandenburger Schüler.

Weitere Titel lauten: „Klima-Quartier Packhof“, „Park-Hof“, „Umwelt-Camp“, „Der perfekte Freizeitort“, „familien- und jugendfreundliches Freizeitgelände“, „Freiluftzentrum für Sport und Erholung“, „Gemeinschaftsgarten“, „Bürgerpark am Packhof“ und „familienfreundlicher Ort der Nachhaltigkeit“.

Haus der Musik

Besonders konkret und geradlinig ist der Vorschlag des Musikschule-Förderkreises. Die Autoren machen sich stark für ein „Haus der Musik“ auf dem Packhofgelände und illustrieren diese Ideen mit einer Entwurfsskizze für ein architektonisch anspruchsvolles Gebäude.

Was die Wohnbebauung angeht, variieren die eingereichten Ideen erheblich. Mal sollen es nur ein oder zwei Etagen sein, mal sogar vier Stockwerke. Nicht immer ist das Auto ein Fremdkörper. In einem Entwurf ist sogar ein kleines Parkhaus vorgesehen.

In einzelnen Entwürfen schlagen Ideengeber eine Freiluftbühne vor, einen Barfußpfad, einen öffentlichen Stadtgarten auf einem 2900 Quadratmeter großen Dach oder gemeinsames Säen, Pflegen und Ernten im gemeinsamen großen Packhof-Garten.

Erlebnispark mit Gewächshaus

Schüler, also die Generation derjenigen, die am längsten mit dem künftigen Packhof leben werden, setzen Akzente wie einen Skater- oder einen Erlebnispark, eine Bungalow-Bebauung, ein großes Gewächshaus, ein kleines Freibad und eine Naturkundemuseum.

Auffällig ist, dass die mit Computertechnik großgewordene Generation die eigenen Ideen nicht in Digital- und Mobilfunk-Formaten ausdrückt, sondern fast nur handschriftliche darlegt, vereinzelt sogar mit Füller.

Wie von den Stadtverordneten beschlossen, geht es im aktuellen Stadium in erster Linie um den freien Fluss von Fantasie und Gedanken und noch weniger darum, wie sich die Ideen umsetzen lassen, wer sie nach welchem Modell bezahlt.

Nicht privatisieren

Einzelne Teilnehmer betonen gleichwohl vorweg, dass die Stadt den Packhof behalten müsse und das Gelände nicht privatisieren dürfen.

Oberbürgermeister Scheller hat am Montag dazu aufgerufen, das Bürger sich zu den vorgestellten Entwürfen ruhig äußern sollen, in Mails an die Stadtplanung (Stefanie.Bruere@stadt-brandenburg.de), Briefen in die Klosterstraße 14 oder auch am Telefon unter der Nummer 03381/586101.

Die Diskussion hat bereits begonnen. Besucher der Ausstellungseröffnung haben mit Kommentaren nicht gespart, etwa wenn ihn die Anordnung der Grünanlagen gefallen oder nicht gefallen.

Von Jürgen Lauterbach

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