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Brandenburg/Havel Wasserpreis in Havelsee zieht an
Lokales Brandenburg/Havel Wasserpreis in Havelsee zieht an
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13:07 19.12.2017
Der städtische Eigenbetrieb hat viel Geld in die Modernisierung des Pritzerber Wasserwerkes gesteckt. Quelle: Frank Bürstenbinder
Havelsee

Der Eigenbetrieb der Stadt Havelsee kann die teilweise seit mehreren Jahren unveränderten Preise für Trink- und Abwasser nicht mehr halten. Das hat eine neue Kalkulation ergeben. Die Haushalte und Betriebe in den Ortsteilen Pritzerbe, Fohrde, Marzahne und Hohenferchesar müssen sich deshalb ab Januar 2018 auf eine Anhebung der Gebühren einstellen. So haben es die Stadtverordneten auf ihrer jüngsten Sitzung bei einer Enthaltung von Bastian Schumacher beschlossen.

Neue Leitung für Tieckow

Die Trinkwasserversorgung und Abwasseraufbereitung lässt die Stadt Havelsee über einen kommunalen Eigenbetrieb sicherstellen. Der Eigenbetrieb bedient sich der Wasserverband Lausitz Betriebsführungs GmbH in Senftenberg als Betriebsführer.

Als große Investitionsmaßnahme ist 2018 die Sanierung der Trinkwasserleitung in Tieckow notwendig. Außerdem sind Arbeiten im Bereich der Roten Ziegelei geplant. Bei Abwasser geht es um die Sanierung mehrerer Pumpwerke. Das Klärwerk soll ein neues Notstromaggregat erhalten.

Für die Zukunft geht der Eigenbetrieb von einer leicht steigenden Trinkwasserabnahme und Abwasserentsorgung aus. Bis 2020 sind rund 40 Neuanschlüsse geplant. Noch nicht abgeschlossen sind Preisverhandlungen mit dem WAV Rathenow über Gebührenanpassungen für Bahnitz und Möthlitz.

„Die Einnahmen waren nicht mehr kostendeckend. Außerdem kommen Leitungen und Pumpen in die Jahre. Für Erneuerungen sind Investitionen fällig, die in die Gesamtkalkulation einfließen“, begründete Havelsee-Bürgermeister Günter Noack die Beschlussvorlage. Im Trinkwasserbereich ergibt sich eine Erhöhung der Mengengebühr um 13 Cent von 1,73 Euro auf 1,86 Euro netto. Dazu kommen sieben Prozent Mehrwertsteuer. Die monatliche Grundgebühr bleibt je nach Größe des Wasserzählers unverändert.

Veränderungen gibt es auch beim Abwasser. Für sogenannte beitragsbelastete Nutzer erhöht sich der Kubikmeterpreis um 33 Cent von 3,83 Euro auf 4,16 Euro. In Havelsee wird eine differenzierte Gebührenerhebung praktiziert. Wer für seine Abwasseranlage einen Anschlussbeitrag gezahlt hat, bezahlt eine ermäßigte Gebühr, um eine unzulässige Doppelbelastung zu vermeiden. Als nicht beitragsbelastete Nutzer zählen in Havelsee sogenannte Altanschließer, von denen nachträglich keine Beiträge geltend gemacht werden. Sie zahlen dafür eine höhere Abwassergebühr, die allerdings ab Januar um sieben Cent gesenkt werden kann. Und zwar von 5,01 Euro auf 4,94 Euro. Die Stadt Pritzerbe besaß schon vor 1990 ein Klärwerk samt Kanalnetz. Die so genannten Altanschließer, die eine höhere Mengengebühr zahlen, stellen die Mehrzahl der Haushalte.

Im Klärwerk Pritzerbe werden die Abwässer mehrerer Ortsteile und einiger havelländischer Nachbardörfer behandelt. Quelle: Eigenbetrieb Havelsee

In der Sparte Fäkalentsorgung bleibt es bleibt es bei der Mengengebühr für Fäkalschlamm bei 30,59 Euro. Eine Kostendeckung wird hier allerdings nicht erreicht. Der Kubikmeterpreis für Fäkalwasser sinkt um 39 Cent auf 13,39 Euro, was insbesondere für die Marzahner interessant sein dürfte. Denn ihr Ortsteil ist nicht am zentralen Abwassernetz angebunden.

Ganz andere Preise sind in Briest fällig. Der Ortsteil gehört dem immer noch dem hoch verschuldeten Wasser- und Abwasserverband Beetzseegemeinden an. Dort kostet Trinkwasser 2,14 Euro und Abwasser 4,76 Euro. Außerdem muss sich Havelsee für Briest jährlich an einer Umlage beteiligen, damit die Beiträge im Beetzseeverband nicht noch höher ausfallen. Briest gehörte in den 1990er-Jahren als damals eigenständige Gemeinde zu den Gründungsmitgliedern des Beetzseeverbandes. Wegen bestehender Kreditverpflichtungen hat sich an der Mitgliedschaft trotz der Großgemeindebildung nichts geändert. Ein Freikauf würde der Stadt Havelsee teuer kommen.

Was die neuen Gebühren in Havelsee anbelangt, sprach Stadtverordneter Carsten Muschol von „ziemlich großen Preissprüngen“. Amtsdirektor Guido Müller gab jedoch zu bedenken, dass es ohne auskömmliche Preise schwierig sein dürfte Investitionen zu tätigen. In der Vergangenheit konnte der kommunale Eigenbetrieb die Modernisierung der Kläranlage und die Ertüchtigung des Wasserwerkes komplett aus Eigenmitteln finanzieren. Hauptaugenmerk gilt jetzt dem Leitungsnetz. Vor allem alte Stahlrohre soll schrittweise erneuert werden.

Von Frank Bürstenbinder

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