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Brandenburg/Havel Weihnachtsmann schafft es zur Burg
Lokales Brandenburg/Havel Weihnachtsmann schafft es zur Burg
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19:09 08.12.2017
Blick in die Weihnachtsbaumausstellung im Glassaal auf der Burg Ziesar.
Blick in die Weihnachtsbaumausstellung im Glassaal auf der Burg Ziesar. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Ziesar

Da kommt er! Ein von Bernd Gobel gesteuerte Barkas-Pritschenwagen rollt im Schein der Feuerschalen durch das weit geöffnete Tor auf den Burghof. Von der offenen Ladefläche grüßt der Weihnachtsmann. Bei seiner Ehrenrunde winken ihm hunderte Besucher an den Ständen, auf der Bühne und in den Zelten zurück. Erwachsene sind begeistert. Kinder geraten aus dem Häuschen, als der Bärtige über eine Leiter vom Auto steigt, zu seinem Sack greift, und die Jüngsten mit Naschwerk beschenkt. Immer mehr Menschen umringen den Gast im roten Gewand. Gedichte vom lieben guten Weihnachtsmann werden vorgetragen, Lieder vom Tannenbaum erklingen. Ein Weihnachtsmann auf der Burg – so etwas gab es noch nie in Ziesar. Viele Jahre hatte das weihnachtliche Treiben seinen Platz auf dem Breiten Weg.

Nach vielen Jahren auf dem Breiten Weg ist Ziesars Weihnachtsmarkt auf den Burghof umgezogen. Für die Veranstalter war die neue Kulisse ein voller Erfolg. Selbst der Weihnachtsmann zeigte sich von Ziesars guter Stube begeistert.

Der Auftritt des Alten entwickelte sich zum Höhepunkt einer Premierenveranstaltung, wie sie für die Organisatoren um Sabine Haug und René Mertens nicht besser hätte verlaufen können. Die Ziesaraner und ihre Gäste mussten sich nicht lange an die neue Kulisse gewöhnen. Denn das mittelalterliche Wohnzimmer der Stadt war bestens auf den Ansturm vorbereitet. Die Fenster des Burgmuseums waren mit Lichterketten geschmückt. Selbst hinter den Fenstern des Amtsgebäudes leuchteten Weihnachtssterne und erzgebirgische Pyramiden.

Endlich ist er da: Auch der Weihnachtsmann hat den Weg auf die Burg Ziesar gefunden. Quelle: Frank Bürstenbinder

Rund 30 Stände boten den Besuchern auf dem Burghof eine Fülle von Waren, wie sie auf Weihnachtsmärkten selten zu finden ist. Hinter vielen Ständen wuselten Schüler, Eltern und Lehrer aus Ziesar, Wollin und Görzke. Sie verkauften Bastelarbeiten, Kerzen und weihnachtliche Dekorationen. So war die Wolliner Grundschule mit Kesselgulasch dabei. „Der Erlös kommt in die Klassenkasse“, freuten sich die Muttis Stefanie Tiede und Sandrina Schütz. Beide schwärmten vom Burghof als neuen Standort für den Weihnachtsmarkt. So wie auch Jette Weinans, Johanna Knappe und Johanna Hildebrandt aus der 4a der Thomas-Müntzer-Grundschule Ziesar. „Hier ist es cooler. Außerdem kann man sich im Burgsaal aufwärmen“, war sich das Mädchentrio einig. Auch die Erwachsenen bescheinigten den Veranstaltern ein erfolgreiches Experiment. „Ich höre nur positive Stimmen. Die Burg bietet eine tolle Atmosphäre“, fand Regina Mertens. Auch Otto Nittmann zeigte sich angetan: „Der Mut zu etwas Neuem hat sich gelohnt.“ Jäger, Sportler und Feuerwehrleute unterstützten den Markt mit eigenen Ständen.

Mit ihrem Trompetenspiel auf dem Bergfried eröffneten Lena Haug und Maria Gebauer den ersten Weihnachtsmarkt auf der Burg. Quelle: JACQUELINE STEINER

Während im Burgsaal der Musikverein vier in der Stadt lebende ausländische Familien zum gemeinsamen Kaffeetrinken einlud, war der Glassaal eine viel besuchte Ausstellungshalle. Sage und schreibe 72 Weihnachtsbaum-Exponate waren im Rahmen eines Wettbewerbes eingegangen. Die besten Designer wurden auf der Bühne geehrt, die zuvor Sängern und Tänzern der Schule gehörte.

Von Frank Bürstenbinder