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Brandenburg/Havel Heimeliges Märchenland
Lokales Brandenburg/Havel Heimeliges Märchenland
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18:39 26.11.2018
Die Weihnachtstanne auf dem Neustädtischen Markt erstrahlt, und der Weihnachtsmann verteilt Süßigkeiten. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Brandenburg/H

Sage noch einer, der Weihnachtsmarkt in der Innenstadt sei immer die gleiche Veranstaltung: Am Montagabend gab es gleich mehrere Neuerungen. Oberbürgermeister Steffen Scheller outet sich beim Einschalten der Tannenbeleuchtung als „absoluter Weihnachtsfan, für meine Familie und mich ist es die schönste Zeit im Jahr“, danach wird er förmlich überrannt von Brandenburgern, die einen Adventskalender geschenkt haben wollen. Der Rathauschef hat ein paar Dutzend der von Lions Club und MAZ herausgegebenen Kalender erstanden, mit deren Hilfe es viele attraktive Preise zu gewinnen gibt.

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Heimlich, still und leise ist der benachbarte Weihnachtsmarkt vom Gewerbeverein-Team um Michael Kilian bereits Stunden vorher geöffnet worden, offiziell eröffnet wird er am Wochenende. Doch die Brandenburger bekommen so etwas in Windeseile mit, schnell erobern sie den Neustädtischen Markt, auf dem 42 Händler und diverse Schausteller präsent sind.

Auch hier Neuigkeiten. Julia Roscher bietet Falkensteiner Adventssterne an – im Gegensatz zu den bekannten Herrnhuter Sternen (aus Papier, zum Stecken, nur für Innennutzung) sind die von ihr offerierten Produkte aus Plastik, zum Klappen und draußen zu nutzen. Zudem etwas preiswerter. Achim Knoll dreht das Grillrad mit den Grillthalern (kein Druckfehler), im Restjahr bewirtet er im Arado-Treff. Erstmals dabei sind an Özel’s Feinkost türkische Spezialitäten, die von Öznur Özel und Semra Kay charmant an die Kundschaft gebracht werden. In Sachen Charme kann da Stephanie Duborg locker mithalten, die Bayerin vom Tegernsee präsentiert wortgewandt Brez’n, Paulaner, Bergkäse und Landschinken. Täglich gekocht und gebacken werden Spezialitäten wie Hack-Käse-Lauch-Suppe und „Ausgzogne“, ein Schmalzteiggebäck, das vor dem Sieden im Fett in der Mitte verdünnt (ausgezogen) wird und als absolute Spezialität gilt. „Ich habe den Markt meinen Berliner Freundinnen und Geschäftspartnerinnen gezeigt, sie fanden ihn alle sehr heimelig und märchenhaft.“ Die Bayerin Stephanie Duborg hat auf der Regattastrecke ein paar Mal das Catering ausgerichtet und sich dabei in die Havelstadt verliebt.

Noch fehlen Schnee und Eiseskälte, doch stimmungsvoll ist die Weihnachtssaison in der Havelstadt eröffnet worden. Hier schon einmal die ersten Eindrücke vom Montag.

Den Schlittschuhläufern wird es gleich aufgefallen sein, die Eisbahn ist größer, also 2,50 Meter breiter, geworden. Sie misst nun 18 x 20 Meter. Der halbe Tag laufen kostet nun drei Euro (plus 50 Cent gegenüber 2017), der Rest ist gleich geblieben.

Kein Weihnachtsmarkt ohne Glühwein. Ein Stand wirbt zwar mit 15 verschiedenen Sorten, doch darüber kann Mike Minuth nur lächeln. Er hat 18 Sorten im Programm, dazu noch mindestens fünf Sorten in alkoholfreier Version. „Bei den alkoholischen Sorten werden wohl ,Mandel’ und ,Mandarine-Ingwer’ in diesem Jahr zum Renner werden. Geschafft hat das schon der Met, den ich hier exklusiv anbiete. Mal sehen, wie sich der ,Hot Daiquiri’ schlägt.“

Gewerbevereins-Chef Michael Kilian ist froh ob der reibungslosen Eröffnung. „Wir haben darauf geachtet, dass die Mischung stimmt. Den Spielwarenhändler, der im Vorjahr mit Softair-Waffen gehandelt hat, haben wir keinen Vertrag gegeben. Da verzichten wir lieber aufs Geld.“ Gemeinsam mit der Stadt hat Kilian auch eine Lösung fürs Becher-Problem ersonnen. Es gibt Heißgetränke im Papierbecher mit biologischer Beschichtung gegen 50 Cent Pfand. Wird der Becher samt Pfandmarke zurückgegeben, geht der Pfand zurück, die Händler sammeln die benutzten Becher in einem eigenen Mebra-Container. Das Unternehmen lässt die Becher kontrolliert verrotten und hat das Biogut sortenrein ohne Vermischen mit Restmüll. „Wer seinen Becher in den Müll wirft, schmeißt den Pfand gleich mit weg.“

Von André Wirsing