Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Ein Herz und ein Hof
Lokales Brandenburg/Havel Ein Herz und ein Hof
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:16 08.01.2020
Birgit und Denny Basigkow auf ihrem Pernitzer Hof in Golzow mit einer ihrer Kaltblut-Stuten. Quelle: Marion von Imhoff
Golzow

Wie ist es, als Paar gemeinsam in einem Beruf und als Kollegen zu arbeiten? Was ist schwierig und was besonders schön und wie ist es überhaupt dazu gekommen? Die MAZ hat das Denny und Birgit Basigkow aus Golzow gefragt. Sie betreiben dort den Pernitzer Hof.

Zu ahnen war das anfangs keinesfalls. Zwar ist Denny Basigkow studierter Landwirt und auf dem Pernitzer Hof, dem elterlichen Betrieb, aufgewachsen. Doch Birgit Basikow ist Diplom-Verwaltungswirtin und war Teamleiterin bei der Arbeitsagentur und zuständig für 17 Mitarbeiter.

Seit 21 Jahren verheiratet

22 Jahre ein Paar und fast 21 Jahre davon sind sie verheiratet. „Wir haben ganz schnell geheiratet, innerhalb von einem Dreivierteljahr“, sagt Birgit Basigkow. Das Kennenlernen war fast wie nebenbei. „Wir hatten den gleichen Freundeskreis. Dann haben wir festgestellt, dass die Chemie mehr als stimmt“, sagt sie. „Wir mussten uns nicht lange beschnuppern, wir haben relativ schnell gewusst, dass das der Mensch für’s Leben ist. Oder?“ „Ja“, sagt ein lächelnder Denny Basigkow.

Eine reiflich zu fällende Entscheidung in ganz jungen Jahren: Sie war damals 25 und er 23 Jahre alt. Ein Paar geworden sind sie in Brandenburg, wo Birgit Basigkow damals wohnte und arbeitete. Er studierte da noch Landwirtschaft in Berlin. Heute sind sie 46 und 44 Jahre alt – und waren bis auf ganz wenige Tage immer beisammen. „Getrennt sein geht bei uns gar nicht.“ „Nur, als ich im Krankenhaus war, um unsere Kinder zu bekommen“, sagt Birgit Basigkow. „Die zwei, drei Nächte waren die längste Trennung.“

Entspannte Harmonie

Was war der Auslöser für die anfängliche Ahnung und spätere Gewissheit, dass er es ist? „Er war anders als alle anderen.“ „Du auch“, sagt Denny Basigkow. „Du hattest Werte und Ziele, ganz anders als die anderen Menschen, die ich kannte. Das hat mich beeindruckt“, sagt sie. „So ging es mir bei dir auch“, gesteht Denny Basigkow in völliger Harmonie. Sie stand mitten im Leben, war geerdet. Sechs Monate nach dem ersten Kuss kam der Heiratsantrag. Das Gegenteil einer anstrengenden Beziehung, wo die Liebenden zusammenkommen, auseinandergehen, sich wieder suchen.

So begann die Liebe. Doch wie kam es, dass auch Birgit Basigkow in die Landwirtschaft eingestiegen ist? Unausgesprochen schwebend kam die Idee schon, „seitdem wir zusammen sind. Von Anfang an habe ich dich konfrontiert mit den Problemen hier“, sagt Denny Basigkow. Doch eine Zwangsläufigkeit hat es nie gegeben nach dem Motto Bauer sucht Frau. Das betonen beide.

Beurlaubung vom Job

„Ich hatte die Möglichkeit, ich hätte aber nicht gemusst“, sagt Birgit Basigkow. Gemeinsame Realität wurde es nach der Geburt der beiden Kinder. 2002 kam die heute 17-jährige Tochter zur Welt. 2007 wurde der Sohn geboren. Dazwischen war die junge Mutter wieder in Teilzeit arbeiten gegangen bei der Arbeitsagentur. „Als Julius auf die Welt kam, war ich drei Jahre zu Hause in Elternzeit. Und dann stellte sich die Frage, wie geht es weiter mit zwei Kindern und einem Mann, der keine regelmäßigen Arbeitszeiten hat.“ Und noch etwas kam dazu: „Mein Mann hatte behördlichen und Papierkram um die Ohren, also etwas, was ich wirklich gut kann und was er nicht so mag.“

Eine Chance im öffentlichen Dienst ergriff die Verwaltungswirtin dann beim Schopf: „Man kann sich für die Erziehung der Kinder beurlauben lassen. Das haben wir jahresweise verlängert.“ Bis ihr jüngeres Kind 18 ist, besteht für Birgit Basigkow die Option der Rückkehr in ihre bisherige Besoldungsgruppe.

Ein Team seit zwölf Jahren

Seit zwölf Jahren nun arbeiten beide zusammen. „Ich bin vollkommen angekommen hier und musste auch nicht reinwachsen.“ Im Büro sind sie ein Team, aber die Feldwirtschaft überlässt Birgit Basigkow dann doch ihrem Mann. Entscheidungen fällen sie gemeinsam, „aber was die Fachlichkeit auf dem Acker anlangt, ist Denny der Experte.“ Die Papiertiger bekämpfe überwiegend sie.

Gemeinsam über Investitionen nachzudenken, empfinden beide als wichtig: „Man hat ja nicht nur gute Ideen“, sagt sie. „Es ist gut, dass man Entscheidungen nicht alleine tragen muss“, sagt er.

Was aber wäre gewesen, wenn die Ehefrau nicht durch Beurlaubung ihren Job, in dem sie Karriere gemacht hat, für Jahre an den Nagel gehängt hätte? „Darüber möchte ich gar nicht nachdenken. Es wäre ein typisches Funktionieren gewesen“, gesteht Denny Basigkow. Für die Familie wäre es schwierig geworden. An manchen Tagen ist vor nachts um zwei Uhr nicht zuhause. Während der Ernte etwa. „Wenn an einem allein Kindererziehung, Haushalt und Beruf hängen, hätte es Tage und Wochen gegeben, wo wir uns kaum gesehen hätten. Für die Familie und uns als Paar ist es so viel besser“, sagt sie.

Nie schwierig für die Partnerschaft

„Es war für mich ganz wichtig, dass du alles völlig vorurteilslos angenommen hast“, berichtet Denny Basigkow. „Es ist eine Art Luxus, dass wir alle gemeinsam davon leben können. Das war am Anfang auch ein Fragezeichen.“ Immerhin hängt nun das ganze Familieneinkommen vom Pernitzer Hof ab. „Aber als die Jahre der Elternzeit um waren, wollten wir das nicht mehr aufgeben, was wir hatten. Das wäre kein Geld der Welt wert gewesen.“

Und wie ist es für die Partnerschaft? „Es ist nie schwierig, auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind. So vermeiden wir aber auch den einen oder anderen Unsinn“, berichtet sie. „Wir sind nie bockig miteinander, maximal fünf Minuten und auch nur bei der Frage, wo hast du den Locher hingepackt.“

Von Marion von Imhoff

Nach dem Kriegsende gab es am Dom gleich mehrere Glücksfälle, die sicherstellten, dass es diese Kircheneinrichtung auch heute noch gibt. Und es gehörte auch etwas Schlitzohrigkeit dazu.

08.01.2020

Die drohende Epidemie sorgte vor knapp 200 Jahren für umfangreiche Vorkehrungen in der Stadt. Man machte ein Gymnasium zum Lazarett und richtete eine eigene Apotheke ein. Doch am Ende gab es Ärger.

08.01.2020

Die Brandenburger Innenstadt verliert ein wenig Glanz. Die Weihnachtsbeleuchtung verschwindet wieder. Doch in den Supermärkten gibt es schon die Vorboten für das nächste Fest.

08.01.2020