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Brandenburg/Havel „Wenn wir ein Messer finden, ist es weg.“
Lokales Brandenburg/Havel „Wenn wir ein Messer finden, ist es weg.“
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02:29 26.04.2018
An mehreren Schulen in der Stadt gibt Sebastian Kopke Kurse zur Selbstverteidigung, gleichzeitig stärkt er das Selbstvertrauen der Mädchen und Jungen. Quelle: privat
Brandenburg/H

„Wir kennen unsere Pappenheimer und Problemschüler, auf sie haben wir ständig ein Auge“, sagt Wolfgang Ricken, Rektor der Otto-Tschirch-Oberschule in Hohenstücken. Da gehöre auch eine spontane Taschenkontrolle dazu. „Wenn wir ein Messer finden, ist es weg.“

Marina Eckhardt leitet die Nicolaischule in der Vereinsstraße. „Wir haben schon in unserem Schulprogramm den wertschätzenden Umgang miteinander an vorderer Stelle. Die Schüler passen schon untereinander auf, da funktioniert die soziale Kontrolle und das Unrechtsbewusstsein, ein Kind sagt dann schon zu mir, Frau Eckhardt, da ist was.“ Gleich in der siebten Klasse gebe es Projekte zum Thema Mobbing, Wohlfühlen und Problemlösung. Mit der Bundespolizei gebe es eine Zusammenarbeit zum Thema „Verhalten in öffentlichen Verkehrsmitteln“ beispielsweise.

An mehreren Schulen in der Stadt gibt Sebastian Kopke Kurse zur Selbstverteidigung. Quelle: privat

Ähnlich verfährt Ulrich Neumann von der Oberschule Nord. „Wir haben gerade etwas Unruhe in einer achten Klasse, da haben wir ein Projekt zum Thema Teambuilding angeschoben.“ Es gebe fast keine körperliche Gewalt an der Schule – schon gar nicht gegen Lehrer – allenfalls ein paar Schulhofrangeleien unter den Jüngeren. Schon in der Kennenlernwoche geht es an der Integrationsschule auch um Themen wie „Kinder, die anders sind“. Neumann setzt auf einen guten Draht zu den Eltern und auf seine engagierte Sozialarbeiterin.

Eine Schere flog quer durchs Klassenzimmer

An der Otto-Tschirch-Oberschule gab es mal einen Vorfall: Ein Schüler fühlte sich von einer Lehrerin ungerecht behandelt und feuerte wütend eine Schere quer durchs Klassenzimmer, aber nicht in Richtung der Pädagogin. An der Schule selbst arbeiten Schüler als Streitschlichter, mit der Polizei gibt es Projekte zu Drogen oder Gewalt. Es gebe auch keinen Rassismus, obwohl an der Schule eine Willkommensklasse unterrichtet wird – da würden eher durch manche Eltern Ressentiments hereingetragen.

Kampfkunst und Autorität

Sehr gute Erfahrungen hat Wolfgang Ricken mit externer Hilfe gemacht. Der Kampfkünstler Sebastian Kopke – besser bekannt als Satu – gibt Kurse in Selbstverteidigung und er stärkt dabei auch das Selbstbewusstsein der Mädchen und Jungen. Seit kurzem ist er fest angestellt beim Stadtsportbund als Koordinator für „Kick“ – ein Projekt für Gemeinschaft, Sport, Spaß und Prävention. Mit seinem Engagement hat er den Stadtsportchef Werner Jumpertz schwer beeindruckt. „Er hat als Privatmann den Verkehrsbetrieben VBBr ein Jahresticket rausgeleiert, fährt in seiner Freizeit Straßenbahn und spricht auffällige Jugendliche direkt an. Das macht er auch mal abends auf dem Packhof, wenn sich dort größere Gruppen treffen. Alle kennen ihn und hören ihm zu, sein Wort hat Gewicht. Und er wirkt deeskalierend in seiner ruhigen Art. Das ist natürliche Autorität“, schwärmt Jumpertz. Deshalb habe der Stadtsportbund für Satu auch ein paralleles Studium ermöglicht.

Polizei sortiert die Detailzahlen

Obwohl alles dorthin gemeldet wird, führt man beim Staatlichen Schulamt keine Statistik über zunehmende Gewaltvorfälle an Schulen, sagt Ralph Kotsch, Sprecher im Bildungsministerium. Das überlasse man den Kollegen vom Innenministerium. Dort liegt allerdings auch nur eine Statistik für alle Straftaten an Schulen im Land vor, über welche die MAZ am Montag berichtet hat.

Eine detailliertere Aufschlüsselung benötige Zeit, sagt Daniel Keip aus der Pressestelle der Polizeidirektion. Ergebnisse sollen allerdings bereits an diesem Dienstag vorliegen, verspricht er.

Von André Wirsing

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