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Brandenburg/Havel „Wie Pferde leiden, zeigen uns ihre Gesichter“
Lokales Brandenburg/Havel „Wie Pferde leiden, zeigen uns ihre Gesichter“
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08:58 27.01.2015
Tierarzt Dirk Lebelt und seine Kollegen erforschen den Einfluss von Schmerz auf das Tierwohl. Quelle: J. Steiner
Beetzsee

Tierarzt Dirk Lebelt ist Koordinator für den Arbeitsbereich „Einfluss von Krankheiten und Schmerz auf das Tierwohl.“

Märkische Allgemeine: Herr Lebelt, das 2011 von der EU aufgelegte Forschungsprojekt geht seinem Ende entgegen. Was können Sie ihren Kollegen aus England, Schottland, Norwegen, Spanien, Portugal, Italien, Brasilien und anderen Ländern an Ergebnissen präsentieren?
Dirk Lebelt: Wir werden in unserem Abschlussbericht eine praxistaugliche Methode vorstellen, wie sich an Hand der Gesichtsmimik des kranken Pferdes die Schmerzintensität beurteilen lässt. Dabei spielen zum Beispiel Augen, Ohren, Nüstern und Maul eine Rolle. Bisher haben Tierärzte diese Zusammenhänge intuitiv erfasst und danach gehandelt.

Wie kann man sich die Schmerzmessung konkret vorstellen?
Lebelt: Im Rahmen des Forschungsprojektes wurde die Beurteilung der Gesichtsmimik erstmals auf wissenschaftliche Füße gestellt. Dazu haben wir eine Schmerzskala von 0 bis 12 entwickelt. Die Höhe ist abhängig von der Intensität, mit der sich Teile des Gesichts verändern. Aus den Ergebnissen wurde eine Smartphone-Applikation entwickelt, die sich Tierärzte und andere Interessierte auf ihr Handy laden können.

Welchen Nutzen hat die Schmerzforschung bei Tieren?
Lebelt: Je besser wir Tierärzte die Intensität eines Leidens beurteilen können, umso effektiver lässt sich die Medikamentengabe auf den individuellen Fall einstellen. Das heißt, weder zu viel noch zu wenige Schmerzmittel. Außerdem sollen die Ergebnisse Grundlage für künftige Tierschutzgesetzgebungen sein.

Welche Fälle hat die Pferdeklinik „Havelland“ einbezogen?
Lebelt: Wir haben zwei Modellsituationen ausgewählt, weil sie zum klinischen Alltag gehören – die Hufrehe und die Kastration. Die Hufrehe gehört zu den chronischen Krankheiten des Bewegungsapparates und ist für das betroffene Pferd mit einer breiten Schmerzskala verbunden. In etwa zu vergleichen ist Hufrehe mit einer Nagelbettentzündung beim Menschen. Im Mittelpunkt der Therapie steht das Wohlbefinden des Tieres, was mehr oder weniger Medikamente bedeuten kann.

Warum ist die Kastration in die Untersuchungen einbezogen worden?
Lebelt: Die Operation verlangt eine begleitende Schmerztherapie. Wir haben erste Erfahrungen in der Beurteilung der Gesichtsmimik bereits in unser Schmerzmanagement einfließen lassen. Details sollen auf tierärztlichen Kongressen vorgestellt werden.

Wie ist es insgesamt um das Tierwohl bestellt?
Lebelt: Nicht jede Massentierhaltung ist schlecht und nicht jede Individuelle Haltung gut. Den allermeisten Tierhaltern ist aber klar: Nur wenn sich Tiere wohl fühlen, werden Sie Freude an ihnen haben. Missstände basieren nicht selten auf Unwissenheit. Tiergerechte Haltungsverfahren sind der beste Schutz vor Krankheiten.

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