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Brandenburg/Havel Wie das Rathaus bildende Künstler vernachlässigt
Lokales Brandenburg/Havel Wie das Rathaus bildende Künstler vernachlässigt
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06:33 02.05.2019
Joseas R. Helmes wird sein Atelier an diesem Wochenende öffnen. Ganz unabhängig vom Streit um den Tag des offenen Ateliers in der Stadt. Quelle: Joseas R. Helmes
Brandenburg/H

Würde ein Künstler das Land Brandenburg malen, bekämen Brandenburg/Havel und Frankfurt/Oder womöglich zwei weiße Flecken getupft. Denn die beiden Städte beteiligen sich als einzige im ganzen Land nicht am Tag des offenen Ateliers an diesem Wochenende.

Einige wenige Brandenburger Künstler öffnen ihr Atelier gleichwohl. Andere sind verärgert über die kulturpolitische Vernachlässigung der bildenden Künstler in der Stadt. Wieder andere wissen gar nichts vom Tag des offenen Ateliers und schließlich gibt es Künstler, die ohnehin wenig Bock auf den landesweiten Kulturtag im Zeichen der bildenden Kunst haben.

Joseas R. Helmes öffnet sein Atelier

Zu letztgenannten zählte nach eigenem Bekunden Joseas R. Helmes, der an diesem Samstag und Sonntag Besucher herzlich willkommen heißt in der Steinstraße 52. Er macht der Stadt und ihren Kulturverwaltern keinen Vorwurf, sondern sagt:

„Ich habe seit 1997 einfach keine Lust gehabt mein Atelier der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In diesem Jahr hatte ich Lust, bin durch das freundliche Kreiskulturamt des Havellandes auch in das offizielle Programm aufgenommen worden. Und in den kommenden 15 Jahren werde wahrscheinlich wieder nicht daran teilnehmen.“

Helmes ist vielleicht eher die Ausnahme. Ana Finta, eine der bekanntesten Künstlerinnen der Stadt, versteht nicht, warum Brandenburg/Havel sich als Stadt seit Jahren nicht mehr an der landesweiten Atelier-Öffnung beteiligt.

Die Brandenburger Künstlerin Ana Finta ärgert sich über die Haltung der Stadt. Sie öffnet trotzdem am Sonntag ihr Atelier zum Tag des offenen Ateliers. Quelle: HEIKE SCHULZE

„Kultur bedeutet doch nicht nur Feste“, sagt die bildende Künstlerin, die ihr Atelier in der Rathenower Straße 6 wie schon in den vergangenen Jahren in Eigeninitiative öffnen wird: an diesem Sonntag von 10 bis 18 Uhr. „Ich zeige Besuchern gern meine vielen neuen Bilder“, sagt sie.

Ana Finta weiß, dass sie eigentlich auf Werbung und Unterstützung angewiesen ist, die überall dort läuft, wo sich Städte und Landkreise an der alljährlichen Atelier-Initiative des Vereins „Kulturland Brandenburg“ beteiligen. Lächerlich findet sie, dass ihre Stadt Brandenburg außen vor bleibt.

Irgendwie tot

„Ein Unding für eine Stadt wie Brandenburg“, sagt auch Jan Beumelburg. „Das Kulturbüro ist irgendwie tot, das ist für alle Beteiligten ein Jammer“, fügt er hinzu. Bildende Kunst läuft nach seinem Eindruck in Brandenburg/Havel „unter ferner liefen“.

Diesen Eindruck teilt Jutta Pelz, deren Werke beim Tag des offenen Ateliers im vergangenen Jahr in der Kunsthalle Bahnitz zu sehen waren.

Angedockt in Potsdam-Mittelmark

„Es entsteht der Eindruck, dass in Brandenburg an der Havel keine Künstler ansässig sind“, bedauert Jeannette Goldmann aus Kirchmöser. Sie hat sich im vergangenen Jahr in Potsdam-Mittelmark als Atelier-Öffnerin andocken dürfen, denn der benachbarte Landkreis ist wie selbstverständlich dabei.

So fand die Malerin Berücksichtigung im umfassenden Atelier-Verzeichnis des Kulturland-Vereins und hatte in der Folge ein „volles Haus“.

Goldmann: „Seit Jahren versteckt sich die Kulturverwaltung hinter angeblich mangelndem Interesse der Brandenburger Künstler, während in den Landkreisen die Teilnahme boomt. Dort geht aber die Initiative von der Kulturverwaltung aus und man wartet nicht, dass mal ein Künstler vorbeikommt. Und jetzt ist es längst ein Selbstläufer.“

Viele junge Künstler

Jeannette Goldmann bedauert die Brandenburger Passivität auch wegen der vielen jungen Künstler. So wie etwa Sabrina Jung und Laura Hari, die in Bahnitz ausstellen werden. Oder Elisa Brückner, die in Kirchmöser viele tolle Sachen macht. „Da hätte ich total Lust drauf, schade, dass Brandenburg/Havel nicht mitmacht“, sagt die freischaffende Künstlerin und Unternehmerin.

Vielleicht wird es ja im nächsten Jahr wieder was draus. Ana Finta hat sich bereit erklärt, für die städtische Kulturverwaltung eine Liste mit Namen Brandenburger Künstler anzufertigen. Denn die wisse offenbar gar nicht, er alles in der Stadt aktiv ist.

Skepsis bis Ablehnung

Der Kulturbeigeordnete Wolfgang Erlebach (Linke) hat vor wenigen Wochen eine Anfrage der Bündnisgrünen zu dem Thema beantwortet. Er begründet den weißen Fleck Brandenburg/Havel damit, dass die die Kulturverwaltung im Jahr 2016 auf ihre aktive Nachfrage bei einzelnen Künstlern hin „Skepsis und schwindende Motivation bis Ablehnung“ habe erfahren müssen.

Näheres zur Sicht der Stadtverwaltung lesen Sie hier: http://www.maz-online.de/Lokales/Brandenburg-Havel/Die-Ateliers-bleiben-wieder-geschlossen

Das aktuelle Atelier-Programm für ganz Brandenburg finden Sie auf der Internetseite von Kulturland Brandenburg: http://www.kulturland-brandenburg.de/wordpress/wp-content/uploads/ateliers_2019_web.pdf

Von Jürgen Lauterbach

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