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Brandenburg/Havel Brandenburger Polizei simuliert in Nord Rettungen – und klärt über Enkeltrick auf
Lokales Brandenburg/Havel Brandenburger Polizei simuliert in Nord Rettungen – und klärt über Enkeltrick auf
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18:09 07.05.2019
Polizeiobermeisterin Karina Mollenhauer (links) informierte die Senioren zum richtigen Umgang mit den unterschiedlichsten Schlössern und darüber, was benötigt wird, um sein Zuhause oder sein Fahrrad sicher zu verschließen. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg an der Havel

Ein Passat kommt mit überhöhter Geschwindigkeit von der Straße ab, überschlägt sich und liegt auf dem Dach. Der 79-jährige Kurt Jährling ist im Fahrzeug eingeklemmt. Obwohl das Blut in seinen Kopf steigt, wird der Brandenburger nicht unruhig. Jährling presst seinen Körper in den Sitz und verhindert so, dass er nach dem Lösen des Gurtes herunterfällt.

Rettungssimulationen, Tipps gegen Diebe und den Enkeltrick wurden beim ersten Präventionstag der Polizeiinspektion Brandenburg im Stadtteil Nord besprochen.

Tipps für die Rettung im Notfall

Anschließend stützt sich der Rentner mit den Beinen am Armaturenbrett ab, schützt mit dem Arm seinen Kopf und rollt zur Seite nach innen ab. „Dadurch ist die Halswirbelsäule geschützt und man kann unglücksfrei das Fahrzeug verlassen“, sagt Mario Fuchs.

Der Polizeihauptkommissar beobachtet die Lage am Rettungssimulator auf dem Hofgelände der Wohnungsbaugenossenschaft Brandenburg (WBG) genau. Beim ersten Präventionstag der Polizeiinspektion im Stadtteil Nord gibt Fuchs Passanten Tipps, wie sie sich nach einem Unfall aus dem Auto retten können.

Kurt Jährling entschwindet dem Passat mit einem Lächeln. „Ich habe jahrelang Artistik gemacht“, sagt der Rentner. Er wollte testen, wie fit er im Alter ist und saß vorher noch nie in einem Rettungssimulator. „Es war etwas ungewohnt, ich kannte das Ganze nur aus dem Fernsehen, konnte mich aber zum Glück schnell befreien“ sagt der Brandenburger.

Betrüger rufen Senioren an

Bis zu 150 Gäste informieren sich beim ersten Präventionstag in der Silostraße. „Die Senioren liegen uns am Herzen. Wir wollen ihr subjektives Sicherheitsgefühl erhöhen und sie für Straftaten, beispielsweise bei falschen Polizisten und beim Enkeltrick sensibilisieren“, sagt Fuchs der MAZ. Sein Kollege Ulf Tietz ist zufrieden und schließt weitere Präventionstage nicht aus.

Mehr Enkeltrick-Betrüger

Die Polizei registrierte im Jahr 2018 unter der Rubrik „Enkeltrick/Schockanrufe“ elf Betrugsfälle in Brandenburg an der Havel, ein Jahr zuvor waren es noch acht Fälle. „Bisherige Zahlen für das Jahr 2019 deuten auf eine steigende Tendenz hin“, kommentiert Polizeisprecher Heiko Schmidt eine MAZ-Anfrage.

Er rät, niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen zu übergeben und am Telefon nicht über Geld und Vermögensverhältnisse zu sprechen. „Die Polizei ruft niemals an, um Geld zu verlangen und schon gar nicht mit der Rufnummer 110“, sagt er weiter. Zusätzlich sei es sinnvoll, den Namen aus allen Telefonbüchern löschen zu lassen und bei fremden und vermeintlich bekannten Anrufern, die Geld verlangen, sofort aufzulegen.

Die 74-Jährige Renate Brenner lobt das Präventionsangebot der Polizei. „So lernt man im Umgang mit Betrügern noch wachsamer zu sein“, sagt die Brandenburgerin. Die Rentnerin berichtet, dass sie und Bekannte schon von Betrügern angerufen wurden, die sich als Polizisten ausgaben.

„Ein Mann wollte eine schnelle Geldübergabe, doch ich habe gleich gesagt, dass ich nichts habe. Dann haben die Anrufer aufgelegt“, sagt Brenner. Die Unbekannten meldeten sich nicht mehr, Brenner ging am nächsten Tag zu den echten Beamten und meldete den Fall.

Auch Doris Harmuth geriet als Seniorin an Kriminelle. „Man hört eine Menge über den Enkeltrick und einen komischen Anruf habe ich auch schon erhalten“, sagt die 75-Jährige auf MAZ-Nachfrage. Bei ihr meldeten sich Unbekannte am anderen Ende der Leitung.

„Hallo Doris, hier ist Peter“, begrüßten die Betrüger die Frau. „Als ich nachfragte, welcher Peter dran ist, haben sie dann aufgelegt“, sagt Harmuth. Sie lebt seit 50 Jahre in Nord, will weiter vorsichtig durch das Leben gehen und erfahren, wie sie falsche Polizisten erkennt.

Tipps, um falsche Polizisten zu erkennen

Mario Fuchs empfiehlt hierfür, im Zweifelsfall nach Dienstausweisen zu fragen, sich Polizeiausrüstung wie ein Funkgerät zeigen zu lassen und bei einem Betrugsverdacht umgehend den Notruf zu wählen.

„Es soll sich kein Senior scheuen, einfach mal bei der Polizei nachzufragen“, sagt der Hauptkommissar. Denn jeder echte Beamte habe Zugriff auf das Einsatzleitsystem und könne bestätigen, ob es sich um einen realen Einsatz handelt.

Eine Festnahme konnte am Präventionstag aber nicht verhindert werden. Der Moderator des Landespolizeiorchesters Thomas Petersdorf hatte sich als Egon Olsen verkleidet und wurde unter Gelächter mit Handschellen abgeführt. Nach der Festnahme und Personalienfeststellung war Petersdorf nach wenigen Minuten wieder ein freier Mann.

Von André Großmann

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