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Brandenburg/Havel Brandenburger Plüsch-Hahn sammelt im Netz immer mehr Fans
Lokales Brandenburg/Havel Brandenburger Plüsch-Hahn sammelt im Netz immer mehr Fans
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18:08 09.04.2019
Die Brandenburger Janett Girbinger und Mirko Mieland kümmern sich um das Plüschtier „Der Huhn“ und berichten online von seinen Erlebnissen.
Die Brandenburger Janett Girbinger und Mirko Mieland kümmern sich um das Plüschtier „Der Huhn“ und berichten online von seinen Erlebnissen. Quelle: André Großmann
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Brandenburg/H

Das Plüschtier „Der Huhn“ hört Rockmusik im Altstadt Pub, nimmt auf Lanzarote am Kamelreiten teil und entspannt gern am Brandenburger Heinrich-Heine-Ufer.

34 Zentimeter misst das Kuscheltier, wiegt um die 500 Gramm und hat einen Ausweis mit der Nummer H123456. Das Dokument belegt, dass der Plüsch-Hahn am 23. August 2018 in Brandenburg an der Havel das Licht der Welt erblickte.

Die Abenteuer des Plüschtiers „Der Huhn“ sind auf zahlreichen Bildern bei Facebook und Instagram zu sehen. Seine Geschichten und Erlebnisse werden von den Brandenburgern Janett Girbinger und Mirko Mieland erzählt.

Plüschtier-Abenteuer auf Facebook und Instagram

Obwohl „Der Huhn“ nicht mal sechs Monate alt ist, fliegt er nach Teneriffa, schwingt den Kochlöffel und dekoriert Ostereier. Seine Abenteuer sind online auf hunderten Bildern in den sozialen Netzwerken Facebook und Instagram zu sehen, die Zahl seiner bislang 141 Fans wächst fast täglich.

Die Geschichten zum Plüschtier denken sich die Brandenburger Mirko Mieland und Janett Girbinger aus. Sie gründen die Social-Media-Seiten, knipsen Fotos, texten Erlebnisse und geben ihm gemeinsam mit dem befreundeten Brandenburger Jens Ritter den Fantasienamen.

„Der Charakter des Stofftiers ist generell eher ruhig. Wenn ihm etwas wichtig ist, kann er aber zum Kampfhahn werden“, sagt Girbinger. Ursprünglich sollte das Federvieh aus Plüsch eine Henne sein, da aber ein Hahn aus dem Karton schlüpfte, einigten sich die Freunde auf den Namen „Der Huhn“. Das Plüschtier ist das Maskottchen befreundeter Brandenburger, die viele Städtereisen unternehmen.

Spaß und Ablenkung statt Stress

„Für mich ist es einfach schön, den ernsten Alltag so etwas aufzulockern. Es soll nur ein Spaß und etwas Ablenkung vom Stress sein, manche Leute mögen es, andere nicht, das finde ich auch nicht schlimm“, sagt die 37-jährige Girbinger.

Ihr Partner Mirko Mieland bestätigt der MAZ, dass es mit dem Plüschtier einfacher sei, mit Leuten ins Gespräch zu kommen und sie zum Lächeln zu bringen. Der Erzieher bestellte das Stofftier beim Online-Versandhändler Amazon, nach zwei Tagen gelangte das Kuscheltier in einem Karton in die Havelstadt.

Schnell wird es für Mieland, Girbinger und ihre Freunde im Alltag, auf Reisen und Bildungsmessen zum ständigen Begleiter. Das Fliegen gefällt dem Plüschtier laut der Brandenburgerin nicht. Die Tauben, Enten und Schwäne am Salzhof- und Heinrich-Heine-Ufer reagieren unterschiedlich und lautstark auf diese Meinung.

Das ehemalige Buga-Maskottchen Wilma Wels kennt „Der Huhn“ noch nicht. Das Plüschtier würde sich aber laut Janett Girbinger auf eine weitere tierische Begegnung freuen. Sie kann sich ein Treffen mit den Fröschen des Kirchmöseraner Fotografen Jürgen Führer vorstellen.  

Das größte Hobby des Plüsch-Hahns ist Geocaching. Bei dieser Variante der modernen Schnitzeljagd werden Verstecke zu Tauschgegenständen anhand geografischer Koordinaten im Internet veröffentlicht und mithilfe eines GPS-Empfängers gesucht.

„Dadurch tingeln wir überall hin und nehmen unser Maskottchen immer mit,“ sagt die 37-jährige Girbinger.

Fahndungsaktion auf Volksfest

Der Brandenburgerin ist die Figur ans Herz gewachsen, auch wenn Kritiker verständnislos und mit einem Kopfschütteln auf ihr Hobby reagieren. „Ich stehe dazu und es macht Spaß, mit dem Plüsch-Hahn unterwegs zu sein“, sagt die 37-Jährige.

Sie erinnert sich, wie „Der Huhn“ bei einem Volksfest in Meißen durch die Menge gereicht wurde und wegen seiner Beliebtheit fast verschwand. Da ihr geliebtes Maskottchen keinen Chip hatte, befürchtete Girbinger, das Stofftier nie wieder zu sehen.

„Doch ein Freund ging durch die Massen und holte es glücklicherweise schnell zurück“, sagt die Havelstädterin.

Pläne für Rucksack-Bücherei

In Brandenburg an der Havel fühlt sich „Der Huhn“ laut Girbinger wohl und hat in diesem Jahr noch Pläne. So wird das Kuscheltier in den nächsten Wochen umgestylt und erhält einen Plüschbezug von einem alten Teddybären. Außerdem soll das Spielzeug zum Maskottchen einer Rucksack-Bücherei für Kinder werden.

Hierbei packen Sprösslinge ihre literarischen Werke in einen Rucksack, geben diese weiter und können sich wiederum andere Bücher entnehmen. Das Projekt soll laut Mirko Mieland bis Ende des Jahres 2019 starten.

Kein Ende auf der Schlachtbank

Der Ausweis des Stofftiers ist bis zum 22. August 2025 gültig, gewöhnliche Haushühner werden meist zwischen fünf und sieben Jahre alt. Doch auf die Schlachtbank wird das Spielzeug nicht geführt.

„Es darf weiter leben, wenn es bis dahin nicht auseinanderfällt“, sagt Janett Girbinger. Sie hofft, dass „Der Huhn“ Menschen zusammenführt und sowohl Kinder als auch Erwachsene zum Lächeln bringt.

Von André Großmann