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Brandenburg/Havel Wie ein Mädchen (9) den Mord an seiner Mutter verhindert
Lokales Brandenburg/Havel Wie ein Mädchen (9) den Mord an seiner Mutter verhindert
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15:27 29.11.2019
In diesem Saal des Landgerichts Potsdam wird der Prozess gegen Marco F. aus Brandenburg/Havel wegen versuchten Mordes vom 9. Dezember an geführt. Quelle: Julian Stähle
Brandenburg/H

Am vergangenen 10. April hat Marco F. (36) aus Brandenburg/Havel versucht, seine Partnerin im gemeinsamen Haus auf der Eigenen Scholle zu ermorden. So lautet Anklage der Staatsanwaltschaft Potsdam.

Am 9. Dezember beginnt der Prozess gegen den Brandenburger vor der Schwurgerichtskammer des Potsdamer Landgerichts. Der Tatvorwurf: versuchter Mord. Erstmals macht das Landgericht Angaben zum Tatgeschehen.

Motiv: die beabsichtigte Trennung

Marco F. und seine vier Jahre jüngere Partnerin haben zwei gemeinsame Kinder. Eine neunjährige Tochter und einen zweijährigen Sohn. Eine ganz normale Familie dem Anschein nach. Allerdings wollte sich die Frau offenbar von ihrem Partner trennen, wie das Landgericht berichtet.

In der Tatnacht am 10. April lag die 32 Jahre alte Lehrerin in tiefem Schlaf, als Marco F. gegen 2 uhr über sie herfiel. Marco F. soll nach den Angaben des Gerichts versucht haben, die schlafende Frau durch eine Vielzahl von Messerstichen in den Rücken und den vorderen Oberkörper zu töten.

Bei diesem Versuch blieb ein Messer im Bereich der Brustwirbelsäule stecken, heißt es weiter. Ein zweites Messer gab nach, das Griffstück brach ab.

Neunjährige wählt Notruf – und rettet so womöglich Mutter

Darauf versuchte der mutmaßliche Täter es mit einem dritten Messer. Erst machte er sich daran, die Pulsadern der Frau aufzuschneiden. Anschließend führte er Schnitte rund um ihren Hals aus.

Das Opfer schrie, was die neunjährige Tochter aufweckten. Das Landgericht schildert, was geschah: „Sie lief ins Schlafzimmer und flehte ihren Vater an aufzuhören.“ Doch der ließ sich von seinem Kind nicht davon abhalten weiterzumachen.

Daraufhin verständigte das Mädchen den Notruf der Polizei. Ein so kluges wie umsichtiges Verhalten, das entscheidend dazu beitrug, dass das Leben der Mutter am Ende gerettet werden konnte.

Die Hilfe des Mädchen und der Polizei

Denn die bald darauf eintreffenden Polizeibeamten konnten nicht nur die weitere Tatausführung verhindern, sondern auch Erste Hilfe in einer Qualität leisten, die der Leiter des ärztlichen Rettungsdienstes, Martin Hochstatter, später als vorbildlich lobte.

Die junge Frau erlitt schwerste lebensbedrohliche Verletzungen und überlebte nur durch eine mehrstündige Notoperation. Als Motiv für die Tat nimmt der Staatsanwalt die beabsichtigte Trennung des Opfers vom Angeklagten an.

Zehn Verhandlungstage

Der Prozess in Potsdam ist auf zehn Verhandlungstage angesetzt. Soweit zu erfahren war, wird der Angeklagte voraussichtlich ein Geständnis ablegen. Er hatte am Ende des Tatgeschehens versucht, auch sich selbst die Pulsadern aufzuschneiden.

Das Urteil könnte nach derzeitigem Stand am 10. Februar des nächstes Jahres verkündet werden.

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