Wie es früher war: So lässt das Kabarett Obelisk die DDR wiederauferstehen
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Brandenburg/Havel Wie es früher war: Kabarett Obelisk lässt die DDR wiederauferstehen
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15:30 10.02.2020
Kabarett Obelisk: Andrea Meissner und Helmut Fensch bei ihrem Auftritt. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Brandenburg/H

Ausverkauft. Gastauftritt in der Studiobühne des Brandenburger Theaters. „30 Jahre Mauerfall. Wichtig ist, was hinten raus kommt“, so lautete der Titel, den das Potsdamer Kabarett „Obelisk“ seinem Jubiläumsprogramm gegeben hat. „Aufarbeitungsmaschinerie“ haben sie genannt, was da in Gang gekommen ist.

Ganz offensichtlich ist das Kabarett Obelisk vor allem bei älteren Zuschauern beliebt. Ein Grund könnte sein: Andrea Meissner, Andreas Zieger und Helmut Fensch können so herrlich die Zustände in der ehemaligen DDR persiflieren.

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Saarländisches Genuschel des Generalsekretärs

Fensch bekam einen Riesenapplaus als er eine Rede des einstigen Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker imitierte, ebenso unverständlich saarländisch genuschelt wie das Original. „Ja, genauso war es!“ Das Publikum hat gebrüllt vor Lachen.

Das Kabarett Obelisk beim Auftritt in der Studiobühne. Quelle: JACQUELINE STEINER

Wessis haben da schlechte Karten: Sie verstehen nichts. Nicht die Sprache. Nicht die Inhalte. Nicht die Pointen.

Trotzdem gibt es auch für sie noch genug zu lachen. Auch wenn sie nicht selbst erlebt haben, dass es zu DDR-Zeiten wichtiger sein konnte, in die Kaufhalle zu eilen, weil es dort Apfelsinen gab, als mit der Liebsten zu schmusen.

Wie man allerdings wie Andrea Meissner so heftig bedauern kann, dass ein Traum ausgerechnet in dem Moment zu Ende war, als Olaf Scholz sie küssen wollte, das konnten Andreas Zieger und Helmut Fensch so gar nicht nachvollziehen. Aber was verstehen Männer schon von Frauen jenseits der mittleren Jahre?

Wer ist der Feind? Das war in der DDR die Frage. Klar, der Klassenfeind war es. Aber als sich dann 1989 wildfremde Menschen auf der Glienicker Brücke in den Armen lagen, da hat manch einer mit Verwunderung festgestellt: Klassenfeind? Die sehen ja aus wie wir!

Witze ohne inhaltlichen Zusammenhang

Im Programm gab es jede Menge frei vagabundierende Witze, also Witze, die keinen inhaltlichen Zusammenhang mit dem Programm hatten. Ein paar Kostproben:

Übrigens: Gauland trägt jetzt auch einen Mundschutz. Er hat seine Immunität verloren.

Frage: Wo befindet sich ein Mann, der, obwohl er von 3000 Frauen umringt ist, mit keiner schlafen will? Antwort: Auf dem evangelischen Kirchentag!

Unbegreiflich: Es nennt sich Rotwild und rennt in den Westen.

Alte Schlager aus dem Westen

Ein Hahn gibt im Hühnerstall jeden Morgen allen Hennen einen Kuss. Nur einer nicht. Ihr rupft er allmorgendlich eine Feder aus. „Warum küsst du immer die anderen, nie mich, und rupfst mir stattdessen täglich eine Feder aus“, fragt ihn die Henne. „Weil ich dich nackt sehen möchte“, so die Antwort des Hahns. Aha! Selten so gelacht.

Die Musikauswahl der Kabarettisten entführte die Zuschauer in die Schlagerwelt West vor vielen Jahren. „Du bist nicht allein“; „Marmor, Stein und Eisen bricht“; „Ich lieb dich nicht, du liebst mich nicht“ und natürlich „I‘ve Been Looking for Freedom“ – schließlich fing mit diesem Song von David Hasselhoff irgendwie alles an.

Von Ann Brünink

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