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Brandenburg/Havel Wie es nun mit dem Packhof weitergeht
Lokales Brandenburg/Havel Wie es nun mit dem Packhof weitergeht
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11:34 12.02.2020
Der Mittelweg auf dem Packhof markiert die Grenze, rechts Landschaftspark, links Bebauung. Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/H

Zweieinhalb Jahre nach dem Bürgerentscheid zum Packhof im Herbst 2017 gibt es nun so etwas wie einen Fahrplan zum Planen für das etwas mehr als vier Hektar große Filetgrundstück. Darüber entscheiden die Stadtverordneten im März, möglicherweise auch erst im April.

Weiter als offenes Verfahren

Geht es nach dem Willen des Werkstattgremiums aus Experten, Verwaltern, Volksvertretern und Bürgern dürfte der Planungsprozess als offenes Verfahren fortgeführt werden, bei dem Stadtverordnete wie auch Öffentlichkeit weitgehend Mitspracherechte behalten.

„Wir wollen keinen klassischen Architektenwettbewerb, bei dem sich 20, 50 oder 100 Büros bewerben und dann im stillen Kämmerlein planen“, sagt Stadtplanerin Andrea Kutzop. „Vielmehr bevorzugen wir eine dialogorientiertes und kooperatives Verfahren. Unter Führung einer Jury werden drei, fünf oder sieben Büros eingeladen.“ Dann bespreche man Ideen, Vorgaben und die einzelnen Schritte. Nach jeder Phase werden die Ergebnisse vor- und zur Diskussion gestellt. Anregungen werden in der nächsten Phase bearbeitet. So komme man Schritt für Schritt zu einem Bebauungsplan.

Auch Verkehrsplaner dabei

Dabei sollen nicht nur Architekten, nicht nur Stadt- oder Landschaftsplaner an den Entwürfen arbeiten, sondern idealerweise möglichst viele Fachrichtungen gemeinsam, regt der Potsdamer Landschaftsplaner Marcel Adam an. „Angesichts der schwierigen Erschließung für das Gebiet, empfiehlt es sich, auch Verkehrsplaner zu integrieren.“

Gremium soll als Jury weitermachen

Die Jury, welche den Planungsprozess dirigiert und begleitet, könnte die gleiche oder eine ähnliche Zusammensetzung wie das Werkstattgremium haben, das in nunmehr vier Sitzungen die Vorschläge aus der Bürgerschaft bewertet, gewichtet und „übersetzt“ hat. „Ich würde es begrüßen, wenn wir in dieser Zusammensetzung weiter arbeiten könnten. Es war eine sehr effiziente Zusammenarbeit, abseits aller parteipolitischen Interessen. Und auch die Vertreter der Bürgerinitiative wurden gehört, ihre Vorschläge sind eingeflossen in die Empfehlungen“, sagt Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU). Er dankt zudem allen Bürgern, die sich bislang im Verfahren mit Ideen, Anregungen und Kritik eingebracht haben, und verspricht, auch künftig die Öffentlichkeit zu beteiligen.

Nagler steht zur Verfügung

Stadtplaner und Architekt Heinz Nagler führt das Werkstattgremium. Quelle: JACQUELINE STEINER

Das Gremium wird geleitet von dem renommierten Architekten und Stadtplaner Heinz Nagler. Er stehe weiter zur Verfügung, sagt er auf MAZ-Anfrage. „Wenn die Stadt mich ruft, bin ich dabei. Diese Arbeit hat mir bislang großen Spaß gemacht.“ Entscheiden werden aber die Stadtverordneten über die Zusammensetzung der Jury.

Beste Gesprächsatmosphäre seit Jahren

Im Gremium sitzt für die Bündnisgrünen die Stadtverordnete Martina Marx: „Wir als Grüne haben im Herbst 2018 drei Monate lang gekämpft, um ein Gremium in einer solchen Zusammensetzung zu installieren. Dann hatten wir die Widerstände überwunden. Und nun kann ich konstatieren, dass wir schon viele Jahre lang nicht eine solch faire und konstruktive Gesprächsatmosphäre hatten wie hier.“

Empfehlungen an die SVV

Welche sechs Empfehlungen hat das Gremium nun für die SVV ausgesprochen?

Eine der Varianten der Grünen Linie auf dem Packhof. Quelle: Rüdiger Böhme

1. Die grüne Linie verläuft in etwa wie der Mittelweg des einstigen Buga-Geländes beginnend beim Ende des Stadtwerkesitzes. Zum Wasser hin wird nicht bebaut, Gebäude werden nur in Richtung Neustadt errichtet.

2. Ein Landschaftspark entsteht auf dem unbebauten Areal, Nutzungen für Sport, Spiel, Freizeit, Kultur und Familie sollen möglich sein.

3. Drei bis fünf Geschosse sollen die Neubauten haben. Das bedeutet nicht unbedingt ein „Abstufen“ zum Wasser hin, schließlich sollen auch klare Stadtkanten entstehen. Es soll privat finanzierten Wohnungsbau, aber auch Mietwohnungen in verschiedenen Preiskategorien geben.

 4. Ein Solitär(-gebäude) auf der nördlichen Inselspitze soll errichtet werden. Das Gremium verzichtet derzeit auf eine Größen- oder Nutzungsvorgabe. Fest steht, es wird kein reiner Verkaufspavillon, „auch nicht als Provisorium“ (Scheller). „Es soll zur Zierde der Stadt sein und überragende Bedeutung haben, zudem ganzjährig genutzt werden“ (Nagler).

5. Zum Verkehr wird empfohlen, das ganze Areal verkehrsarm zu entwickeln, mit Bevorrechtigung für Radfahrer und Fußgänger.

6. Das weitere Verfahren soll wie beschrieben kooperativ und in ständigem Dialog fortgeführt werden.

Von André Wirsing

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