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Brandenburg/Havel „Wir sind in Deutschland zu Hause“: Josef Schuster bei Feier zu zehn Jahre Begegnungsstätte Gollwitz
Lokales Brandenburg/Havel „Wir sind in Deutschland zu Hause“: Josef Schuster bei Feier zu zehn Jahre Begegnungsstätte Gollwitz
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18:14 10.05.2019
Die Festrede zum Jubiläum „10 Jahre Begegnungsstätte Schloss Gollwitz“ hielt Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden. Quelle: Foto: GER
Gollwitz

.Großer Bahnhof in Gollwitz. Am Freitag feierte die Stiftung Begegnungsstätte Gollwitz in einem Festakt ihr zehnjähriges Bestehen. Zusammen mit Vertretern aus Politik und Gesellschaft, wie den Bürgermeistern aus Brandenburg und Ballerup sowie dem Präsidenten des Zentralrates der Juden Josef Schuster und dem Chef der Staatskanzlei Martin Gorholt und Jugendlichen aus Deutschland, Russland, Frankreich und Dänemark wurde gefeiert und erinnert.

Die Begegnungsstätte für jüdische und nichtjüdische Jugendliche in Gollwitz feierte Freitag 10-jähriges Bestehen. Josef schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden, feierte diesen Tag zusammen mit 150 Gästen aus Politik und Gesellschaft aber auch vielen Jugendlichen. Und er hatte kritische und aufmunternde Worte im Gepäck.

Das „Schloss Gollwitz“ ist eine Begegnungsstätte für jüdische und nichtjüdische Jugendliche, das sich der Bildungsarbeit gegen Antisemitismus und Rassismus verschrieben hat und wurde 2009 eröffnet. Seither finden hier Seminare und Workshops gegen Antisemitismus, Rassismus und für mehr gegenseitigen Respekt statt.

Die Idee zur Stiftung geht auf eine Initiative des früheren Ministerpräsidenten Manfred Stolpe zurück. Der hatte sich, nachdem sich 1997 die Gollwitzer Gemeindevertretung gegen die Unterbringung russischstämmiger jüdischer Auswanderer ausgesprochen hatte, für den Aufbau der Stiftung stark gemacht.

Erfolgsgeschichte mit Brückenbaufunktion

Die Begegnungsstätte ist eine Erfolgsgeschichte, das wurde am Freitag einmal mehr deutlich. Hunderte Jugendliche aus vielen Ländern haben sich

Die Festrede zum Jubiläum 10 Jahre Begegnungsstätte Schloss Gollwitz hielt Josef Schuster,der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland. Im Anschluss dankte ihm der Vorsitzende der Stiftung Peter-Andreas Brand (v.re.). Quelle: Rüdiger Böhme

über die Jahre dort getroffen, die Lebensweise der anderen kenngelernt und erfahren, wie viele Gemeinsamkeiten Jugendliche aus aller Welt haben, egal woher sie kommen.

Zehn Jahre nun führe man den Kampf gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit, sagte Peter-Andreas Brandt, der Vorsitzende der Stiftung. Das sei ein Erfolg aber er wisse nicht, ob man sich wirklich darüber freuen könne. Denn das Antisemitismus-Problem sei nicht kleiner geworden, trotz der Bemühungen in Gollwitz.

Hart ging Brandt ebenso wie Später Schuster mit der AfD ins Gericht. So sei deren Fraktionschef Alexander Gauland, wenn er die Nazizeit als „Vogelschiss“ der deutschen Gesichte bezeichne, „zwar kein Nazi“, jedoch „betreibt er das Geschäft der Nazis.“

Mit einem Festakt wurde das Jubiläum zehn Jahre Begegnungsstätte Schloss Gollwitz am Freitag. Beifall gab es für die Darbietungen des Projektes „Clips for Europe". Quelle: Rüdiger Böhme

Zentralratspräsident Josef Schuster hielt eine Festrede zur aktuellen Situation der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland. Wie er sagt, fühle sich die Mehrheit der Juden „zu Hause in Deutschland“. Und niemand sitze trotz der Kritik am Nahostkonflikt oder den antisemitischen Übergriffen „auf gepackten Koffern um auszuwandern.“ Doch man schaue schon gelegentlich, wo der Koffer steht.

Fest mit Jugendlichen

Er selbst, so Schuster, sei stolz, was aus dem Projekt Gollwitz geworden sei. Hier würden Brücken für die Zukunft gebaut, den Frieden sei in dem blutgetränkten Boden Europas nicht selbstverständlich.

Nach dem Festakt der von vielen klugen Grußworten begleitet wurde, erlebten die Besucher die Präsentation des Projektes „Clips for Europe“ bei. Bei einer internationalen Jugendbegegnung in der vergangenen Woche entstanden die Videoclips über die Vorstellungen eines gemeinsamen Europas. In diesem Projekt geht es um europäische Werte.

Bei einem anschließenden Empfang an der Begegnungsstätte hatten alle die Möglichkeit sich mit den Jugendlichen über ihre Clips und auch untereinander auszutauschen.

Am Samstag wird der Schlosspark für ein Bürgerfest geöffnet.

Von Benno Rougk

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