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Brandenburg/Havel Wohnen in Weiß: So sieht die neue Siedlung Havelkiez aus
Lokales Brandenburg/Havel Wohnen in Weiß: So sieht die neue Siedlung Havelkiez aus
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09:30 15.07.2019
Idylle im Havelkiez, dem neuen Wohngebiet neben der Bauhofstraße. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Es hat fast 15 Jahre lang gedauert – doch was herausgekommen ist, kann sich durchaus sehen lassen: Ein komplett neues Wohngebiet in feinster Innenstadtlage ist mit dem Havelkiez entstanden. Eingefasst von Mühlengraben, Neuapostolischer Kirche, Alexa-Pflegeheim und der Bebauung entlang der Bauhofstraße liegt die weiße Siedlung.

Ende September ist der letzte Bau fertig

20 Stadthäuser, fünf Stadtvillen sowie acht Eigentumswohnungen in zwei Häusern sind verkauft, es ist nichts mehr frei. In dem bereits fertigen Lückenbau, den die Jedermann-Gruppe komplett gekauft hat, gibt es 20 betreute Wohnungen in Größen von 34 bis 56 Quadratmetern. Weitere 27 Wohnungen stehen zur Verfügung in dem zweiten Bau direkt an der Bauhofstraße, der Ende September übergeben wird. Hier gibt es dann im Erdgeschoss auch einen HNO-Arzt und einen Hörgeräteakustiker. Die Physiotherapeutin hat bereits ihre Praxis eröffnet.

Zwischen Mühlengraben und Bauhofstraße ist ein komplettes Wohngebiet mit 80 Wohnungen entstanden, die Brache der ehemaligen Folienfabrik ist komplett verschwunden.

Investor Heinrich Rüsing schätzt die gesamte Investitionssumme auf 27 Millionen Euro auf den zwei Hektar Land ohne Alexa-Heim und Kirche. Allein die beiden Riegelbauten an der Straße waren neun Millionen Euro teuer.

Einheitliche Architektur mit Freiraum

Die Erwerber der Eigenheime sind Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater und Wissenschaftler. Als einer der ersten hat Elektrotechnik-Professor Bernhard Hoier von der THB gekauft. „Wir haben zuvor am Stadtrand auf dem Görden gewohnt und freuten uns, als wir hörten, dass die Grundstücke in der Innenstadt entwickelt werden. 2011 haben wir dann gekauft und es nicht bereut. Es hat sich eine nette Community entwickelt. Die Architektur in einem recht einheitlichen Stil nach außen und vielen Freiheiten im Inneren tut der Stadt gut. Gebiete, wo jeder bauen darf, wie er will, haben wir schon genug.“

Schallmauer bei 400.000 Euro

Tatsächlich ist die Bauweise modern und kubistisch, gestaltet und strukturiert sind die weißen Fassaden durch die anthrazitfarbenen Glaseinfassungen sowie bodentiefe Fenster mit französischen Balkonen. Die Wohnflächen reichen von 120 bis 180 Quadratmetern. Die durchschnittlich gezahlten Preise liegen bei etwas weniger als 400.000 Euro. „Die ,Schallmauer’ der Kunden ist in den vergangenen Jahren von 300.000 Euro auf diesen Wert gestiegen.“ Rüsing hatte bis vor wenigen Jahren auch nicht geglaubt, dass sich Eigentumswohnungen in Brandenburg an der Havel gut verkaufen lassen. Als die Nachfrage immer stärker wurde, plante er kurzerhand um.

Lange Vorgeschichte

Das ist er ja gewohnt nach all den Jahren. 2004 hatte er die Brache, auf der 1885 eine Spinnerei stand und seit 1980 eine Folienfabrik, die es seit 1994 nicht mehr gab, erworben. Jahrelang stritt er mit der Stadt um die Pläne, gab mehr als eine Million Euro aus. Zwischenzeitlich wollte er hinschmeißen, 2010 kam dann ein Bebauungsplan zustande. Er errichtete zuerst die größeren Häuser entlang des neu geöffneten Mühlengrabens. 2015 begann dann der Bau des Alexa-Heimes auf einem 3500 Quadratmeter großen Areals am südöstlichen Ende des Baugebiets. Die nordwestliche Spitze hatte er zuvor schon an die Neuapostolische Kirche abgegeben, die sich ein neues Gotteshaus in Form eines liegenden Fisches baute. Die beiden prägenden Gebäude geben dem Wohngebiet eine „Fassung“ innerhalb der umliegenden höheren Bebauung.

Bauhofstraße viel freundlicher

Mit den von Jedermann genutzten Ergänzungsbauten verschwanden auch die Lücken entlang der viel befahrenen Bauhofstraße. Diese wirkt mit den hellen Neubauten und dem gegenüber entstandenen Kinderhaus viel freundlicher und lebendiger.

Rückzug vom aktiven Geschäft

„Ich habe schon größere Bauprojekte in Berlin realisiert, doch mit dem Havelkiez hinterlasse ich ein Areal, das ein architektonisch gutes Bild in der Stadt abgibt.“ Heinrich Rüsing will sich nun aus dem Geschäftsleben zurückziehen, sein Sohn Björn baut derzeit in Berlin und in Brandenburg das neue Haus 4 im DRK-Kinderdorf. Der Vater betreut nur noch das Wohnprojekt im Zentrum von Klein Kreutz. Alle seine Mitarbeiter von Concepta-Haus, die teilweise 28 Jahre bei ihm waren, sind anderswo untergekommen. „Ich musste niemanden entlassen, habe allen rechtzeitig gesagt, schaut euch um. Und gute Leute finden immer etwas bei der Konjunktur.“

Von André Wirsing

MAZ-Service: MAZImmo

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