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Brandenburg/Havel ZF-Dienstleister Precis entlässt fast 40 Mitarbeiter
Lokales Brandenburg/Havel ZF-Dienstleister Precis entlässt fast 40 Mitarbeiter
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18:37 06.12.2019
Der Dienstleister Precis ist auf dem Gelände der ZF Getriebe Brandenburg angesiedelt. Wesentliche Aufgaben für ZF übernimmt ab 2020 die Firma BLG in Schmerzke. Bei Precis gehen etwa 40 Arbeitsplätze verloren. Quelle: MAZ-Archiv
Brandenburg/H

Das Dienstleistungsunternehmen „Precis Maschinen und Anlagen Service“ will sich zum 1. Februar 2020 von knapp 40 ihrer mehr als 120 Beschäftigten in Brandenburg/Havel trennen.

Die betroffenen Mitarbeiter haben vor wenigen Tagen die ordentliche betriebsbedingte Kündigung erhalten. Das Unternehmen mit Sitz in Zwickau hat der Arbeitsagentur in der vergangenen Woche die Massenentlassung angezeigt. Wenige Tage später wurde Insolvenz angemeldet.

Offenbar keine Abfindungen geplant

Precis-Geschäftsführer Peter Hausmann hat die bestehenden Arbeitsverhältnisse von fast 40 Beschäftigten Ende November aus „dringenden betrieblichen Gründen“ gekündigt. Die Betroffenen haben zugleich erfahren, dass die Firma mit dem Betriebsrat einen Interessenausgleich mit Namensliste vereinbart habe.

Unterlagen dazu erhielten sie nicht. Sie durften einen Blick auf diese Liste werfen und konnten daraus ersehen, dass niemand eine Abfindung erhalten soll.

Seit diesem Mittwoch läuft das Insolvenzeröffnungsverfahren über das Vermögen des Unternehmens. Das zuständige Amtsgericht Chemnitz hat die Dresdener Rechtsanwältin Bettina Schmudde zur vorläufigen Insolvenzverwalterin bestellt. Deren Büro erklärt sich bereit, Anfang der kommenden Woche Auskünfte zu erteilen, wenn ein erster Überblick vorliegt.

Seit 2003 auf ZF-Gelände angesiedelt

Nach Auskunft des Betriebsrates beschäftigt das Unternehmen offiziell 127 Mitarbeiter. Es seien schon einmal mehr gewesen, heißt es. Die Kündigungen beträfen die Mitarbeiter der Abteilung Hochregal.

Die Insolvenz angemeldet hat laut Betriebsrates die Geschäftsführung von Precis. Am Donnerstag erfuhr die Belegschaft von der jüngsten Entwicklung.

Die Firma Precis ist seit 2003 Mieter auf dem Gelände des ZF-Getriebewerks Brandenburg in der Caasmannstraße. Für den Kunden ZF übernimmt Precis bestimmte Tätigkeiten wie die Bearbeitung des Wareneingangs, das Management des Hochregallagers, die Maschinenwartung (Schmierwartung) und Elektrikerarbeiten.

ZF vergibt Auftrag an andere Firma

Im kommenden Jahr organisiert ZF seine Warenlogistik neu und hat daher die bisher von Precis erbrachten Dienstleistung am Hochregal neu ausgeschrieben. Liefereingänge und -ausgänge sollen künftig außerhalb des Betriebsgeländes stattfinden, um damit Platz im Werk zu schaffen.

Eine andere Firma soll die Warenlogistik-Dienstleistungen an einem externen Standort erbringen – in freigewordenen Hallen der Unternehmensgruppe „Brüder Schlau“, die ihren Standort im Gewerbegebiet Schmerzke Am Piperfenn inzwischen aufgegeben hat.

Neuer Dienstleister für die beschriebenen Aufgaben in Schmerzke wird das aus Bremen stammende Unternehmen BLG.

Mitarbeiter scheuen Wechsel – aus finanziellen Gründen

Vertreter der BLG haben sich in den vergangenen Wochen bereits zweimal den betreffenden Precis-Mitarbeitern vorgestellt und ihnen dabei eine grundsätzliche Bereitschaft bekundet, sie einzustellen. Einige Precis-Beschäftigte haben sich nach MAZ-Informationen dort auch beworben.

Andere scheuen den Wechsel – vor allem aus finanziellen Gründen. Denn es winken erhebliche Lohneinbußen. Soweit der MAZ bekannt ist, haben etwa Mitarbeiter am Hochregal zu besten Zeiten mit den Zulagen von ZF einen Stundenlohn von 18,50 Euro bekommen.

Aktuell sollen es immer noch rund 15,50 Euro pro Stunde sein. Beim neuen Arbeitgeber würden nur 12,40 Euro angeboten, so heißt es. Die betroffenen Beschäftigten hätten also innerhalb von anderthalb Jahren Einbußen von sechs Euro pro Stunde zu verkraften. Das will offenbar nicht jeder.

Ob die Insolvenzanmeldung an dieser Haltung etwas ändert, werden vermutlich die nächsten Wochen zeigen.

Von Jürgen Lauterbach

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