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Brandenburg/Havel Zehn Jahre planen sind genug
Lokales Brandenburg/Havel Zehn Jahre planen sind genug
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00:20 27.07.2017
Bald abseits vom Lkw-Verkehr zwischen B 1 und 102 verläuft der Radverkehr entlang der L 962. Quelle: dpa
Brandenburg/H

In der zweiten Augusthälfte werden alle Unterlagen in der Stadtverwaltung noch einmal öffentlich ausgelegt, dann alle Hinweise ausgewertet und eingearbeitet. Dann bekommt das Vorhaben Bestandskraft – es ist baureif. Wenn alles gut läuft, könnten im nächsten Jahr geplant und im Jahr 2019 gebaut werden, sagt der für den Westen zuständige Planungsreferent Frank Schmidt im Landesbetrieb Straßenwesen.

Die meisten Bedenken von Anliegern und vor allem Grundstückseigentümern seien mittlerweile ausgeräumt, hat Schmidt der städtischen Verkehrsplanerin Angela Herzberg mitgeteilt. „Es gab wohl auch die Sorge, dass mit dem Abtrennen des Radweges auch der überörtliche Lkw-Verkehr wieder zugelassen wird auf dieser Straße. Das ist aber unbegründet“, sagt die Stadtverwalterin. Bereits im Jahre 2006 haben mehr als 250 Einwohner der anliegenden Dörfer Briest und Tieckow Unterschriften geleistet für einen sicheren Radweg zwischen den Bundesstraßen.

In deren Verlauf gibt es größtenteils bereits Radwege. Die Landesstraße L 962 war aber von sehr vielen Lkw-Fahrern als Ausweichstrecke zur Mautumgehung nach deren Einführung genutzt worden. Das war gefährlich, die schmale Straße ist teilweise kurvenreich und schwer einsehbar. Schon Anfang 2005 hatte der Briester Ortsbeirat dem Amt Beetzsee den Bau einer Radler-Trasse im Rahmen der „Integrierten ländlichen Entwicklung” (ILE-Programm) vorgeschlagen.

Teil des Havelradweges

Etwa 8,8 Kilometer lang ist der Abschnitt der Landesstraße l 962 zwischen den Bundesstraßen 1 und 102.

Rund 1,5 Millionen Euro Kosten für Landerwerb, Planung, Bau und Grünausgleich sind veranlagt.

Die Standardbreite für solche straßenbegleitenden Radwege liegt zwischen 2,50 und 3,00 Metern.

Der jetzt zu bauende Abschnitt ist Teil des offiziellen Havelradweges.

Dessen Länge beträgt 371 Kilometer. Der Radweg beginnt an der Havelquelle sechs Kilometer südlich von Ankershagen und endet in Gnevsdorf an der Havelmündung in die Elbe.

2007 schließlich sollte an einem Durchlass unter der Straße saniert werden, zeitgleich sollte die Kurve darüber entschärft und auf 400 Metern Länge eine andere Linienführung angelegt werden. Damals verweigerten die Grundstücksbesitzer größtenteils den Flächenverkauf, weil sie nicht den Schwerverkehr vor der Tür haben wollten. Nunmehr gilt eine so genannte Achslastbeschränkung von zehn Tonnen, an die sich viele Brummifahrer halten, andere legen die unbestimmte Messgröße ziemlich großzügig für sich aus.

2008/09 begann das so genannte Planfeststellungsverfahren – für den Radweg und für den Kurvenausbau. Ortsein- und -ausgänge sollen Mittelinseln erhalten. An der Straße sollen zwei Kurven entschärft werden. Bei einer Krümme wird gleichzeitig der Durchlass über den Elsengraben erneuert. Für die Anwohner in Briest und Tieckow gilt es als ermutigendes Zeichen, dass bereits jetzt die Bundesstraße 102 sowohl innerhalb von Brandenburg an der Havel bis zur Autobahn als auch von Rathenow/Premnitz bis Brandenburg vom Landesbetrieb in einen immer besseren Zustand versetzt wird und somit die Route über die kleine Landesstraße als Alternativstrecke immer weniger attraktiv ist.

Landesplaner Frank Schmidt rechnet nun fest damit, schnell alle notwendigen Grundstücke erwerben und beplanen zu können. „Der Planfeststellungsbeschluss ist ja die unmittelbare Grundlage dafür.“ Er hoffe sehr, dass die Eigentümer freiwillig verkaufen, in vielen Fällen sei dies schon geschehen oder bereits signalisiert. Der Planfeststellungsbeschluss könne allerdings auch Grundlage für ein so genanntes Umlegungsverfahren sein – ein höfliches Wort für Enteignung, weil öffentliches über privatem Interesse steht.

Kommt dieses Verfahren, kann es allerdings bis zu drei oder vier Jahren dauern. Der Grundstückseigentümer bekommt dann aber auch nur den absoluten Mindestkaufpreis, während es bei einem freiwilligen Herausgeben erfahrungsgemäß immer noch einen Verhandlungsspielraum gibt. Manche Flächenbesitzer hatten sich bislang wohl auch an der Tatsache gestört, dass der Landesbetrieb etwa das Doppelte der allein für den Radweg notwendigen Fläche beansprucht hatte, um die notwendigen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für das Versiegeln von Flächen gleich an Ort und Stelle zu erledigen.

„Wir wollen eine Baumallee direkt entlang von Fahrbahn und Radweg anlegen“, bestätigt Frank Schmidt und verweist auf rechtliche Regelungen zum Grünausgleich: „Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sollen nahe am Ort des Eingriffs in die Natur erfolgen, damit sie auch einen Sinn haben.“

Von André Wirsing

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