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Brandenburg/Havel Zeitreise: Ausstellung „Reisen und Rasten zu Kaisers Zeiten“ eröffnet
Lokales Brandenburg/Havel Zeitreise: Ausstellung „Reisen und Rasten zu Kaisers Zeiten“ eröffnet
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09:20 18.06.2019
Der 19-Jährige David Ruwe (links) spielt zur Eröffnung der Ausstellung „Reisen und Rasten zu Kaisers Zeiten“ in der Kurstraße erstmals am Leierkasten. Marion Teichert vom städtischen Denkmalschutz hilft ihm mit einem Sonnenschirm. Quelle: André Großmann
Brandenburg/H

Mit Leierkastenmusik eröffnet der 19-Jährige David Ruwe die Ausstellung „Reisen und Rasten zu Kaisers Zeiten“ in der Kurstraße. Sie thematisiert das Wirken des Schriftstellers Theodor Fontane und hat das Motto „Stadtwärts- zu Gast in der Mark.“ Vier Infotafeln und 2000 Flyer erinnern an Entwicklungen der Mobilität, Kommunikation und Gastfreundschaft.

„Beobachter können so besser nachvollziehen, wie es zu Fontanes Zeit gewesen ist, die Stadt zu erkunden“, sagt Irina Barke von der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen.“ Nur wenige Meter entfernt weist ein Ausstellungsstück auf das Haus des Verlegers Johannes Wiesike in der Kurstraße 7 hin, der dort mit seinem Sohn Hermann wohnte.

Philosophie und Wein

Beiden begegnete Fontane häufiger bei seinen Besuchen auf dem „Gut Margarethenhof“ in Plaue. Das Landhaus gehörte Wiesikes Onkel Carl Ferdinand und lockte den Schriftsteller, um bei Wein über die Plauer Geschichte und den Philosophen Arthur Schopenhauer zu plaudern.

Für den Archäologen Joachim Müller ist auch wegen der guten Verbindungen Fontanes nach Plaue klar, dass der Schriftsteller häufiger in Brandenburg an der Havel verweilte, weil ihn seine Reisen mit der Postkutsche und der Bahn oft durch die Havelstadt führten.

Verdopplung der Einwohnerzahl

Weitere Ausstellungsstücke stehen rund um die Postmeilensäule am Neustädtischen Markt. Hier dokumentieren drei Infotafeln das rasante Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts.

Diese Infotafeln stehen neben der Postmeilensäule am Neustädtischen Markt und dokumentieren die Stadtentwicklung Brandenburgs im 19. Jahrhundert. Quelle: André Großmann

So verdoppelte sich die Zahl der Einwohner in Brandenburg an der Havel innerhalb von 35 Jahren bis 1910 auf 54.000. Auch die Zahl der Lokale verdreifachte sich, von 50 im Jahr 1870 auf 150 im Jahr 1914. „Brandenburg erlebte einen explosionsartigen Aufstieg“, sagt Joachim Müller.

So zeigt eine kolorierte Postkarte aus dem Jahr 1900 eine Postkutsche auf der Brandenburger Dominsel, auf einem weiteren Bild ist die Inbetriebnahme der elektrischen Straßenbahn im Jahre 1912 zu sehen.

Archäologe Joachim Müller (links) und Irina Barke von der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ freuen sich über die Eröffnung der Ausstellung „Reisen und Rasten zu Kaisers Zeiten.“ Quelle: André Großmann

Neben den historischen Fotografien können Beobachter unter einem Hut Selfies knipsen. „So werden Tradition und Moderne verbunden. Mit der Ausstellung wollen wir zeigen, dass die Stadt das schönste Exponat ist und neugierig auf eine kleine Zeitreise machen“, sagt Irina Barke der MAZ.

Von André Großmann

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