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Brandenburg/Havel Die Drohung läuft ins Leere
Lokales Brandenburg/Havel Die Drohung läuft ins Leere
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05:55 13.07.2019
Seit sieben Monaten verkehren abends und an Wochenenden mehr Busse zu den Ortsteilen. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Viele Jahre lang wurde in den Ortsteilen beklagt, dass die Einwohner abends und an den Wochenenden nicht mit den „Öffentlichen“ ins Kino, zu Kulturveranstaltungen oder in die Kneipe kommen.

Im vorigen Herbst haben dann die Stadtverordneten ihr Okay gegeben, das Angebot der Verkehrsbetriebe VBBr massiv zu verstärken und das Unternehmen dafür mit mehr Geld auszustatten.

Mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember wurden zusätzliche Spätanbindungen der Ortsteile Plaue, Kirchmöser, Klein Kreutz, Neuendorf, Domlinden, Butterlake, Wust, Gollwitz, Schmerzke, Wilhelmsdorf und Göttin in den Nachtfahrplan integriert. Es wurden weitere Fahrten in den Abend- und Nachtstunden in die bestehenden Linien C, D, E, F, G und N4 aufgenommen.

Doch gibt es zu wenige Fahrgäste, hat VBBr-Chef Jörg Vogler festgestellt. Fünf Passagiere pro Fahrt sollten es durchschnittlich sein, wurde als internes Ziel festgelegt. Tatsächlich bewegen sich die Fahrgastzahlen zwischen einem und 3,5 im Durchschnitt. Das haben die jüngsten Fahrgastzählungen ergeben.

Die schon lange bestehenden Nachtbuslinien N1 und N2 sind mit durchschnittlichen 15 beziehungsweise 20 Passagieren sehr gut ausgelastet. Nur fünf Passagiere nutzten vor dem Fahrplanwechsel die N4, deswegen hat man im Unternehmen diesen Wert als Minimum angesetzt.

Vogler kündigt auf der Internetseite der VBBr an, dass die Zusatzbusse schon aus dem Wirtschaftsplan 2020 wieder verschwinden könnten, wenn das Angebot von den Menschen nicht schleunigst besser genutzt wird. 2009 habe man ja auch die Linie M vom Hauptbahnhof zum Klinikum mangels Nachfrage sterben lassen.

Doch Vogler wird dies nicht im Alleingang entscheiden können. Schon regt sich Widerstand in der Kommunalpolitik. „Warum jedoch bereits nach sieben Monaten die Auslastung zur Befahrung der Ortsteile auf den Prüfstand kommt, verwundert schon“, sagt CDU-Fraktionschef Jean Schaffer. „Wir haben immer gesagt, dass wir unseren Bürgern die Zeit einräumen wollen, sich auf die neuen Möglichkeiten einzustellen und dabei den Nutzen für sich zu erkennen. Diesen Spielraum aufzugeben, halte ich für verfrüht.“ Ähnlich argumentiert Linken-Chef Andreas Kutsche: „Der Zusatzbverkehr muss angenommen werden, das muss man über eine längere Zeit ausprobieren.“ Es sei Voglers gutes Recht, einen kritischen Blick auf die Zahlen zu werfen. Doch haben die Stadtverordneten das bessere Angebot samt Finanzierung beschlossen. Deshalb könnten auch nur sie, einen solchen Beschluss rückgängig machen. „Aber wir wollen einen besseren Nahverkehr und kein Ausdünnen der Takte.“

Vogler macht es richtig, wenn er demnächst das Thema mit den Ortsvorstehern und Beiräten diskutiert, notfalls auch nochmal in die Ortsteile kommt, um das Angebot womöglich zu optimieren.

Von André Wirsing

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