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Brandenburg/Havel Zweckverband macht Trinkwasser teurer
Lokales Brandenburg/Havel Zweckverband macht Trinkwasser teurer
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14:59 16.01.2017
Trinkwasser ist im WAZB seit Januar teurer. Quelle: dpa-tmn
Amt Beetzsee

Die Haushalte im Bereich des Wasser- und Abwasserzweckverbandes Beetzseegemeinden (WAZB) müssen sich im neuen Jahr auf höhere Ausgaben für Trinkwasser einstellen. Weil die Aufwendungen für die zentrale Versorgung größer sind als die Einnahmen, hat die Verbandsversammlung eine Anhebung der Mengengebühr beschlossen. So kostet ein Kubikmeter Trinkwasser seit dem 1. Januar 2,19 Euro inklusive sieben Prozent Umsatzsteuer. Bisher betrug der Preis 1,93 Euro.

Die von der Verbandsversammlung einstimmig gefasste Preisanpassung sei eine folgerichtige Reaktion auf die jahrelange Unterdeckung in der Trinkwassersparte, sagte der Verbandsvorsitzende und Amtsdirektor Guido Müller der MAZ. Die Erhöhung mag im Einzelfall schmerzhaft sein. Doch könne der Verband nicht auf Dauer ein Defizit vor sich herschieben, so Müller. Im Durchschnitt verbraucht eine Person im Verbandsgebiet etwa 90 Liter Wasser am Tag. Unverändert bleibt die jährliche Grundgebühr in Höhe von 72,28 Euro je Wohneinheit zur Deckung der verbrauchsunabhängigen Kosten.

Keine Entschuldung durch das Land

Zum Verbandsgebiet des WAZB gehören die Orte Briest, Brielow, Radewege, Butzow, Ketzür und Lünow. Aus der Zeit der großen Erschließungen schiebt der Verband einen Schuldenberg von derzeit 5,6 Millionen Euro vor sich her. Seit vielen Jahren stützen die Gemeinden den WAZB mit Verbandsumlagen. Ansonsten würden die Gebühren noch höher ausfallen. In den Genuss einer Teilentschuldung vom Land ist der WAZB trotz mehrerer Anläufe nie gekommen. Gleichzeitig sinkt der Wasserverbrauch, steigen Reparaturbedarf sowie Betriebskosten und belasten Fremdeinleitungen ins Kanalnetz den Haushalt. Neu gefasst wurde der Betriebsführungsvertrag mit dem städtischen Versorgungsunternehmen Brawag. Dieser enthält konkretere Leistungsbeschreibungen, die nach Ansicht von Verbandsvorsteher Müller höhere Mehrkosten rechtfertigen würden.

Problem mit Faulgasen

Die ersten Leitungen im Verbandsgebiet wurden 1992 verlegt. Wegen langer Überleitungsstrecken und niedriger Wassermengen bilden sich im Abwassernetz schädliche Faulgase. Gegen die Geruchsbelästigungen werden dem Abwasser kostenintensive Chemikalien (Nutriox) zugesetzt.

Der aggressive Schwefelwasserstoff greift Betonschächte und Pumpen an, was immer wieder zu Sanierungsfällen führt. Weil die Gebühren Zins und Tilgung für die Kredite aus der Gründungszeit nicht decken, müssen die Kommunen die Differenz über Umlagen ausgleichen.

Die Verbandsversammlung setzt sich aus Vertretern der Verbandsmitglieder zusammen. An die Stelle des verstorbenen Lutz Puhlmann aus Briest ist jetzt Havelsee-Bürgermeister Günter Noack getreten. Verbandsvorsteher ist der gesetzliche Vertreter der verbandsangehörigen Gemeinden. Im Fall des WAZB ist dies Amtsdirektor Guido Müller.

Für 2017 rechnet die Verbandsspitze mit einem voraussichtlichen Jahresverlust von rund 191 000 Euro. Um das Defizit teilweise aufzufangen, müssen die Kommunen Havelsee, Beetzsee, Beetzseeheide und Roskow für ihre verbandsangehörigen Ortsteile insgesamt eine Verbandsumlage von 72 306 Euro aufbringen, was 20,21 Euro je Einwohner entspricht. Erst für 2018 kann Verbandsvorsteher Müller eine Umschuldung des Millionenkredites aus den Gründerjahren bei der Eurohypo AG in Aussicht stellen. Dann läuft die Zinsbindungsfrist ab. Derzeit ist der WAZB an einen Zinssatz von 5,88 Prozent gebunden. „Eine vorzeitige Kündigung macht wegen der dann zu zahlenden Vorfälligkeitsentschädigung keine Sinn“, so Müller.

Preis für Abwasser gesenkt

Teilweise aufgefangen wird die Preiserhöhung bei Trinkwasser durch eine Absenkung der Schmutzwassergebühr von 4,90 auf 4,76 Euro je Kubikmeter. Weil es in diesem Bereich eine Überdeckung gab, konnte der aktuelle Preis niedriger kalkuliert werden. Der Preis für die mobile Fäkalabfuhr bleibt unverändert bei 9,54 Euro. Die weitere Eingrenzung illegaler Einleitungen ins Abwassernetz bleibt nach Auskunft von Müller eine Aufgabe, die der Verband auch in Zukunft im Augen behalten müsse.

Von Frank Bürstenbinder

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