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Brandenburg/Havel Zwei neue Schwestern für die VBBr-Trams
Lokales Brandenburg/Havel Zwei neue Schwestern für die VBBr-Trams
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14:31 25.01.2014
Quelle: Maloszyk
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Brandenburg an der Havel

Die erste von zwei Raten wird Verkehrsbetriebe-Chef Werner Jumpertz am Dienstag nach Halle (Saale) überweisen. Im Gegenzug bekommt er zwei neue Straßenbahnen von der dortigen Verkehrsgesellschaft Havag.

Neu sind die Trams auch nicht mehr, haben schon 20 Jahre Leben hinter sich. Doch haben sie noch nicht einmal die halbe Kilometerleistung der Brandenburger Bahnen auf dem „Tacho“: In Halle stehen 500.000 Schienenkilometer, weil sie überwiegend als Ersatzfahrzeuge genutzt wurden. Unsere haben bereits jeweils mehr als eine Million Kilometer auf dem Buckel.

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Die beiden neueren Bahnen sind baugleich mit vier Bahnen, die bereits für die Verkehrsbetriebe im Einsatz sind, die Eingänge sind Niederflureinstiege. „Dann können wir auf allen Linien Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, mit Rollstühlen, Rollatoren oder Kinderwagen transportieren und die Sternchen in den Fahrplanaushängen fallen weg. Damit mussten wir immer die Bahnen kennzeichnen, die nicht so komfortabel sind“, sagt Jumpertz. Mit den sechs gleichen Bahnen könne er jede Strecke bedienen.

Alle Fahrzeuge sind vor rund 20 Jahren von der Düwag, der Düsseldorfer Waggonbau, in Zusammenarbeit mit dem Gerätebau Mittenwalde gebaut worden. Auch die beiden jetzt gekauften waren schon in Brandenburg an der Havel im Probebetrieb, erzählt Betriebsleiter Rolf Nothnagel. „Die wurden damals herumgereicht, fuhren auch in Bad Schandau und sogar in der Schweiz, weil es dort ganz enge Kurven mit elf Metern Bogenhalbmesser gibt. Da sind sie aber rausgeklettert. Unsere 15-Meter-Bögen bewältigen sie hingegen spielend.“ Der Technikchef gerät ins Schwärmen über diese Bahnen. Trotz der hohen Fahrleistungen seien sie komplett störunanfällig, kein einziger Motor sei kaputt gegangen. Nothnagel fällt nur noch ein Begriff dazu ein: „Unverwüstlich.“

1,6 Millionen Euro sollen die beiden Bahnen kosten, für eine nagelneue wären allein mehr als zwei Millionen fällig. Jumpertz will dann zwei alte Rumpelbahnen aussortieren und nach Estland verkaufen. Zuerst musste er jedoch einen Kredit aufnehmen, bevor er irgendwann Geld aus einer Investitionszuweisung des Landes bekommt.

Ab 1. Juni sollen die beiden neu gekauften Bahnen fahren. Zuvor müssen sie leicht umgerüstet werden, brauchen neue Verbindungen zur VBBr-Leitstelle, zur Signal- und Weichentechnik, zudem wird Videoüberwachung eingebaut.

Vorher müssen sie von Halle überführt werden. Weil die Tieflader nicht die Kurve am Tor zum Betriebshof in Hohenstücken bekommen, kriegen die Brandenburger in einer Frühlingsnacht noch kostenlos einen spektakulären nächtlichen Auftritt geboten: Wenn weit nach 22 Uhr die Tieflader und der Kran eintreffen, werden am Anfang der Hauptstraße/Neustädtischer Markt die Oberleitungen abgeschaltet, zeitweise ausgehängt, damit der Kran die Bahnen vom Tieflader direkt auf die Gleise setzen kann.

Von André Wirsing

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