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Brandenburg/Havel Zwölf Stunden Stillstand auf Schienen und Buslinien
Lokales Brandenburg/Havel Zwölf Stunden Stillstand auf Schienen und Buslinien
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18:23 26.02.2015
Die Straßenbahngleise waren während des Streiks ein sicherer Ort. Quelle: V. Maloszyk
Brandenburg an der Havel

Im Unterschied zu damals beurteilt Verkehrsbetriebechef Jumpertz die Chancen auf eine baldige Einigung als gering. Er befürchtet sogar weitere Streikaktionen in absehbarer Zeit. Verdi-Streikleiter Marco Pavlik versicherte nur, dass die Gewerkschaft nächste Woche eine Streikpause einlegt. Er zählte 24 Busse und 18 Straßenbahnen, die im Depot festsaßen.

Werner Jumpertz ist es zu verdanken, dass viele Bürger, darunter Eltern mit schulpflichtigen Kindern, deutlich vor dem Streik, der gegen 3.45 Uhr begann, informiert waren über die Aktion und den damit verbundenen stundenlangen Ausfall aller Bahnen und Busse. Denn trotz aller Unterschiede in den Positionen genießt Jumpertz ein hohes Ansehen in der Gewerkschaft. Trotz seiner gegensätzlichen Bewertungen in der Sache gilt er aber als ein fairer Geschäftsführer, der unnötige Härten und eine Eskalation in der Tarifauseinandersetzung vermeidet.

Brandenburgs Verkehrsbetriebechef erhielt daher schon Mittwochnachmittag die Nachricht vom bevorstehenden Streik. Andere Verkehrslenker im Land, deren Betriebe in dieser Woche be streikt worden waren, hatten diese Vorzugsbehandlung nicht.

Jumpertz und sein Team setzten sofort einige Hebel in Bewegung, um die Auswirkungen der Arbeitsniederlegung für die Bürger so gering wie möglich zu halten. Alle Schulen wurden angeschrieben, Mitarbeiter und auch der Chef selbst hängten Plakate im Stadtgebiet auf. Ein sichtbarer Erfolg am folgenden Morgen war, dass, soweit das Auge der MAZ reichte, niemand vergebens wartend an den Haltestellen zu sehen war.

Schulen kommen glimpflich davon

Große Probleme verzeichneten die Schulen der Havelstadt infolge des Streiks nicht. Die Informationen wurden rechtzeitig an die Öffentlichkeit gegeben, so lässt sich zusammenfassen, was die Schulleiter sagen.
Vor allem die Mundpropaganda habe geholfen, berichtet Birgit Schulz. Die Leiterin der Magnus-Hoffmann-Schule in Kirchmöser bedankt sich bei den Elternsprechern. „Wir haben sie gestern telefonisch in Kenntnis gesetzt. Viele haben daraufhin Fahrgemeinschaften gebildet.“
Vereinzelte Verspätungen registrierte die Schule am Krugpark. Heikel wurde es nach Streikankündigung nur kurz, wie Schulleiterin Birgit Dittrich der MAZ sagte: „Wir mussten eine Fahrt zu einem Wettkampf nach Falkensee organisieren, das hat aber letztlich gut geklappt.“
Im Brecht-Gymnasium zählte Uwe Schröder am Morgen neun abgemeldete Schüler. Sie kommen allesamt aus dem Bereich Wusterwitz, „da kann es schon schwer werden, an so einem Tag den Transport zu organisieren“. Auffällig für ihn: „Der Fuhrpark vor der Schule war deutlich größer.“

Gewerkschaftssekretär Pavlik findet die eigene Forderung fair, dass die rund 150 Brandenburger Mitarbeiter und ihre Kollegen in den elf weiteren Verkehrsbetrieben im Land 120 Euro mehr pro Monat erhalten sollen. Dies entspreche einer Erhöhung je nach Entgeltgruppe um gut 3 bis 6,6 Prozent. Verdi verschweige, dass zusätzlich eine einmalige Urlaubsbeihilfe in Höhe von 400 Euro gefordert wird, schimpft Jumpertz.

Für Brandenburgs Verkehrsbetriebe kommt er auf Mehrkosten von 300.000 Euro, würde Verdis Forderung erfüllt. „Wie die Mehrkosten aus den Tarifforderungen zu decken sind, ist völlig unklar“, sagt Jumpertz und verweist dabei auf die seit acht Jahren gleich gebliebene Subvention aus dem Stadthaushalt. Das Geld müsste durch steigende Fahrpreise oder vom Land Brandenburg kommen.

Verdi-Mann Pavlik verweist, was die Bezahlung angeht, auf den unteren Mittelfeldplatz, den die Brandenburger Betriebe einnehmen. Er kritisiert das geringe Gehalt und nennt als Beispiel einen Monatslohn von gut 1.800 Euro brutto ohne Zuschläge.

Für Jumpertz die falsche Rechnung, da Verdi das Einstiegsgehalt zur Grundlage nehme. Der durchschnittliche VBBr-Mitarbeiter verdiene 2.600 Euro brutto. Am 16. März folgt die zweite Verhandlungsrunde, Erfolg ungewiss.

Von Jürgen Lauterbach und Philip Rißling

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