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Dahme-Spreewald 300 Besucher beim MAZ-Forum zur Bürgermeisterwahl
Lokales Dahme-Spreewald 300 Besucher beim MAZ-Forum zur Bürgermeisterwahl
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19:38 28.08.2019
Moderatoren und Kandidaten (v.l.): MAZ-Redaktionsleiter Ekkehard Freytag, Björn Langner (BfB), Denny Schibor (CDU), Michael Proch (SPD), Falko Brandt (Linke) und MAZ-Redakteur Oliver Fischer. Quelle: Gerlinde Irmscher
Heidesee

Fast hätte man meinen können, es weihnachtet sehr. Wären da nicht die Außentemperatur von mehr als 30 Grad und nach zwei Stunden Arbeit für Moderatoren und Kandidaten die Raumtemperatur in der Kirche zu Friedersdorf gewesen. Bis auf den letzten Platz gefüllt waren die Kirchenbänke. Rund 300 Heideseer lauschten am Dienstagabend beim MAZ-Wahlforum aufmerksam den vier Kandidaten zur Bürgermeisterwahl.

Auftakt zum Kandidaten-Check

„Erst dachten wir, wir machen hier eine kleinere Veranstaltung“, eröffnete MAZ-Redaktionsleiter Ekkehard Freytag den Abend, aber dann seien sehr schnell sehr sehr viele Anmeldungen gekommen. Jetzt sei man eben hier. Den Dank des Redaktionsleiters an Pfarrer Sven Tiepner, der kurzfristig die Kirche in Friedersdorf für das MAZ-Forum zur Verfügung gestellt hatte, beantwortete der mithilfe der Kirchenorgel: Mit der Europa-Hymne gab der Pfarrer das offizielle Startzeichen für den Kandidaten-Check.

In der Gemeinde Heidesee wird am 1. September ein neuer Bürgermeister gewählt. Vier Kandidaten stellen sich zu Wahl – und haben sich bei MAZ-Wahlforum in der Friedersdorfer Kirche vorgestellt.

Mögliche Stichwahl am 22. September

Vier Kandidaten stehen am 1. September in Heidesee zur Wahl: Falko Brandt (34, Linke) aus Wolzig, Björn Langner (38, BfB) und Michael Proch (62, SPD) aus Prieros und Denny Schibor (38, CDU) aus Zeuthen. Der bisherige Amtsinhaber, Siegbert Nimtz (parteilos), hatte schon Anfang des Jahres seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur erklärt. Erreicht keiner der Kandidaten am 1. September eine absolute Mehrheit, kommt es am 22. September zur Stichwahl.

Acht Stunden sind nicht genug

Keiner der vier Kandidaten glaubt wirklich, dass acht Stunden Arbeit reichen, um ein guter Bürgermeister für Heidesee zu sein. Wieviel es dann wohl werden? Naja, mal sehen, zählt Falko Brandt auf und ist ganz schnell bei einer 50-bis-60-Stunden-Woche. „Und dann ist da ja noch das Wochenende.“ Björn Langner sieht das ähnlich, will aber unbedingt noch Zeit für seine zwei Kinder und Radio Teddy mit nach Hause bringen. Da mag sich Denny Schibor nicht festlegen: „Wichtig ist, dass Heidesee einen guten Bürgermeister bekommt. Da braucht man eben so viel Zeit wie man braucht – und Schlafmangel bin ich durch meine Arbeit im Schichtdienst gewohnt.“ Einzig Michael Proch sagt – mit einem lachenden Auge – dass er weniger als acht Stunden täglich arbeiten wolle. Der Unternehmensberater aus Prieros hat „das Ziel, die Mitarbeiter im Rathaus so gut zu führen, dass es gar nicht auffällt, wenn der Bürgermeister nicht da ist.“

Wer soll Bürgermeister werden?

Die Vier auf dem Podium verstehen sich – und deshalb duzt man sich. So fällt es jedem auch schwer, zu entscheiden, wer denn Bürgermeister werden soll, wenn man es denn selbst vielleicht nicht wird. Björn Langner kann sich jeden der Vier im Amt vorstellen, auch Denny Schibor mag niemanden ausschließen. Eher salomonisch schon die Antwort von Michael Proch: „Der es am besten kann, soll Bürgermeister werden.“ Falko Brandt wird bei seinem Fazit fast persönlich: „Wir duzen uns inzwischen, das lässt mich hoffen, dass wir auch nach der Wahl sehr gut zusammenarbeiten können. Gleichgültig, wer es am Sonntag wird.“

Zum Abriss will keiner der Vier in Heidesee Gebäude freigeben. Wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Die Bindower Brücke möchte Björn Langner gerne durch eine neue ersetzen. Dabei soll die alte Brücke aber erhalten bleiben –muss sie ja auch, denn sie steht unter Denkmalschutz. Denny Schibor liegt die Alte Mühle in Friedersdorf am Herzen, die er gerne restauriert sehen will. Und Proch und Brandt sind sich einig: Nichts sollte abgerissen werden, wofür man nicht eine konkrete Ersatzplanung hat.

Wenige Unterschiede

Bei den Themen Kindertagesstätten und Schulen, Gesundheitsversorgung, öffentlicher Nahverkehr und Mietwohnungsbau lagen die Unterschiede zwischen den Kandidaten eher im Detail. Und natürlich stand auch die Frage im Raum, wie etwa die Sanierung oder der Bau von Kindertagesstätten und gegebenenfalls einer eigenen Oberschule finanziert werden soll. „Wir brauchen weitere Kindertagesstätten und wir brauchen ebenfalls eine Oberschule“, sagte Falko Brandt. „Aber wir brauchen nicht alles gleichzeitig“. Dennys Schibor will eine künftige Oberschule gemeinsam mit den Eltern planen – dass sie sein muss, ist für ihn schon deshalb klar, weil es ja keinen funktionierenden öffentlichen Nahverkehr gibt. Lediglich Michael Proch ist da etwas vorsichtiger: Schule sei zuerst einmal Sache des Kreises. Außerdem gebe es Oberschulen in der Umgebung, die schon heute einen Kampf um die Kinder führten. Und um in diesem Kampf bestehen zu können, müsse man sich Gedanken über eine innovative Schule machen. „Eine Schule bei der auch der Kreis nicht einfach ,Nein’ sagen kann.“ Björn Langer, der als Letzter der Kandidaten antwortete, sagte, dass es an der Stelle nicht mehr sehr viel zu sagen gebe. Außer, dass auch er für gemeindenahe Schulen eintritt. Kleine Unterschiede dafür beim Thema Tourismus: Brandt, Langner und Schibor sehen in unterschiedlichem Maße noch Luft nach oben, wollen aber in jedem Falle nur sanften Tourismus. Um Umwelt und Natur machen sich alle vier Kandidaten Gedanken, wie auch später in der Antwort auf eine Publikumsfrage deutlich wird. Michael Proch „will nicht, dass Heidesee zum Berliner Vorort wird.“ Und ist damit schon mitten in der Antwort auf die Frage nach seiner Vision von Heidesee 2030.

Vision von Heidesee 2030

Michael Proch wünscht sich für das Jahr 2030 eine „moderne ländliche Kommune“, er weiß dabei aber auch, dass der Druck auf die Gemeinde Heidesee zunehmen wird. Das gilt für das Feld der Gesundheitsvorsorge wie auch für den Wohnungsbau. Heidesee soll in seiner Vorstellung ein moderner, aber kleiner Wirtschaftsstandort werden. Auch Brandt sieht Heidesee dörflich, aber trotzdem modern. Er sieht wieder Handwerksbetriebe und Fachkräfte am Ort, an denen es momentan eher mangelt. Denny Schibors Vision ist die einer zweiten Amtszeit im Bürgermeisteramt, dann will er einen Bürgerhaushalt realisieren. „Ich möchte meine Vision 2030 mit den Bürgern Heidesees entwickeln – mit allen zusammen“, sagte Björn Langner.

Von Udo Böhlefeld

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