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Dahme-Spreewald A 12 wird bis 2018 komplett ausgebaut
Lokales Dahme-Spreewald A 12 wird bis 2018 komplett ausgebaut
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19:06 22.07.2013
Abriss der alten Fahrbahndecke. Quelle: MAZ
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Friedersdorf

Bei den meisten Taxifahrern in der Region heißt die A12 mit einem kleinen Augenzwinkern nur "Warschauer Chaussee". Viele spielen dabei vor allem auf den Schwerlastverkehr und die Kriminalität auf dieser Europastraße an, die Rotterdam, Berlin, Warschau und Moskau verbindet. Eine Tatsache, die auch Thomas Mattuschka, Sachgebietsleiter Bauüberwachung Autobahn Süd vom Brandenburgischen Landesbetrieb Straßenwesen, fest im Blick hat. "Die etwa 75 Jahre alte A12 wurde in den vergangenen Jahren ein wenig stiefmütterlich behandelt, weil andere Projekte wie das Dreieck Schwanebeck oder die A13 eine höhere Priorität hatten", betont er. Schon seit 20Jahren werde die A12, die bisher keinen Randstreifen besaß, daher nur in vielen kleinen Schritten saniert. Dennoch wurden schon 160 Millionen Euro in diese Autobahn investiert. Weitere 51 Millionen Euro folgen bis 2018.

In diesem Jahr liefen auch die Bauarbeiten zwischen dem Dreieck Spreeau und Fürstenwalde an. Dabei schenkten die Experten der Verkehrssicherheit aufgrund des hohen Lkw-Aufkommens in diesem insgesamt 17,4 Kilometer langen Abschnitt besondere Aufmerksamkeit. Um die Lkw-Fahrer, denen in der Baustelle meist nur ein Spielraum von 20 oder 30 Zentimetern bleibt, nicht übermäßig zu belasten, entschieden die Experten, dass in drei kurzen, maximal sechs Kilometer langen Teilstücken gebaut wird. Der erste erstreckt sich vom Dreieck Spreeau über die Anschlussstelle Friedersdorf bis kurz hinter die alte Rastanlage Spreenhagen, der zweite über die Anschlussstelle Storkow bis nach Neu-Waltersdorf und der dritte über das Briesenluch beziehungsweise die Lebbiner Heide bis Fürstenwalde.

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Auf zahlreiche Verkehrseinschränkungen müssen sich Kraftfahrer zwischen dem Dreieck Spreeau und Fürstenwalde auf der A12 voraussichtlich noch bis 2018 einstellen. Der 17,4 Kilometer lange Abschnitt wird für 51 Millionen Euro ausgebaut. Quelle: MAZ

Im ersten und dritten Abschnitt bauen die Firmen Oevermann und Eurovia jetzt gleichzeitig. Ihre Aufgabe für 2013 besteht vor allem darin, die nördliche Fahrbahn in Richtung Berlin provisorisch zu verbreitern, so dass jeweils zwei Fahrstreifen pro Richtung vorhanden sind. Erst wenn dies gegeben ist, entsteht im nächsten Jahr die Fahrbahn in Richtung Frankfurt (Oder) komplett neu. Sie wird von bisher neun Metern auf 11,5 Meter erweitert. Das ermöglicht, dass ab 2015 in Richtung Polen zwei Fahrstreifen eingerichtet werden können, so dass die Autobahnstrecke nach Berlin ausgebaut werden kann. Dabei erneuern die Bauleute den gesamten Untergrund, wobei mindestens ein halber Meter Baustoffe einschließlich Asphalt ausgetauscht werden. Anschließend wird die Fahrbahn fast ein Meter dick mit jeweils etwa 30 Zentimetern Sand und Kies, Recyclingstoffen und natürlich Beton wieder aufgebaut. Die Anlagen für die Entwässerung werden gleichfalls erneuert ebenso wie drei kleine Brücken. Das betrifft auch die am Skabyer Flutgraben in Heidesee sowie am Faulen See in Markgrafpieske, einem Ortsteil von Spreenhagen.

Für mehr Sicherheit auf der Autobahn sorgen künftig nicht nur der in diesem Abschnitt bisher fehlende Randstreifen, sondern auch die erhöhten Schutzplanken auf dem Mittelstreifen. Sie werden von derzeit 75 Zentimeter auf etwa 1,20 Meter erhöht, so dass bei Unfällen auch Schwerlasttransporter nicht durchbrechen und damit den Gegenverkehr gefährden können. Neue Kabel für das Notrufsystem zwischen dem Dreieck Spreeau und Fürstenwalde werden gleichfalls verlegt. "Viele meinen, dies sei angesichts der Handy-Generation völlig überflüssig. Aber weit gefehlt", sagt Mattuschka. So habe es deutschlandweit schon zahlreiche Situationen gegeben, in denen Menschen nur durch das Notrufsystem an der Autobahn gerettet werden konnten. Bei Unwettern wie Starkregen oder Blitzschlägen, die leider immer häufiger werden, sei das Handy-Netz vielfach komplett ausgefallen, so dass Notarzt und Feuerwehr tatsächlich nur über die Säulen an der Autobahn alarmiert werden konnten.

Unnötige brenzlige Situationen in diesem Autobahnabschnitt will der Landesbetrieb auch dadurch vermeiden, dass er die Firmen tatsächlich nur von April bis Ende September bauen lässt. Auf diese Weise wird verhindert, dass sich auf den schmalen Fahrspuren Fahrzeuge des Winterdienstes und Lkw beziehungsweise Schwerlasttransporter gegenseitig behindern. Die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt über die Anschlussstelle Storkow sind daher erst ab 2016 geplant.

Kraftfahrer müssen sich bis 2018 auf zahlreiche Verkehrseinschränkungen auf der A12 einstellen. Im Baustellenbereich ist die Geschwindigkeit häufig auf 80 beziehungsweise 60 Stundenkilometer begrenzt. Lkw können sich meist nicht überholen. Bleibt ein Lkw liegen, so gestaltet sich die Durchfahrt von Schwerlasttransportern schwierig. Für 2014 geplante Sperrungen der Anschlussstellen Friedersdorf oder Storkow sollen auf maximal zehn Tage beschränkt bleiben. "Einen sechsspurigen Ausbau der A12 wird es aber nicht geben", dämpft Bauexperte Thomas Mattuschka gleich alle Erwartungen. Dafür reiche der gemessene durchschnittliche Tagesverkehr von 37000 Fahrzeugen auf dieser Strecke nicht aus. Sechsspurig werde erst bei täglich mindestens 60000 Fahrzeugen gebaut.

Von Franziska Mohr

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