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Dahme-Spreewald Niederlehme nimmt 400 Flüchtlinge auf
Lokales Dahme-Spreewald Niederlehme nimmt 400 Flüchtlinge auf
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00:35 16.01.2015
In dieser alten Kaserne in Ziegenhals sollen im Herbst etwa 400 Asylbewerber eine menschenwürdige Unterkunft finden. Quelle: Irmscher
Niederlehme

„Die Telefone glühen bei mir bereits“, sagt der Wernsdorfer Ortsvorsteher Volker Born (FDP). Etwa 1000 Bürger aus Niederlehme/Wernsdorf hatten am Montag die Einladung zu einer Bürgerversammlung zur Einrichtung eines Asylbewerberheims auf dem ehemaligen Kasernengelände erhalten. Born zufolge zeigt sich in vielen Telefonaten, dass die Wernsdorfer aufgrund der krisengeschüttelten Weltlage selbstverständlich zur Hilfe und Solidarität bereit sind. Sorge bereitet vielen aber die Sicherheit der Kinder auf ihrem Schulweg. Als kritisch bewerten viele Bürger auch die angestrebte Kapazität von 400 Asylbewerber. Born: „Viele Wernsdorfer befürchten, dass der Standort aufgrund fehlender medizinischer und handelstechnischer Versorgung überstrapaziert wird.“

Zahl der Asylbewerber steigt

Insgesamt 652 Asylbewerber leben im Kreis Dahme-Spreewald. Davon sind 274 in Waßmannsdorf untergebracht. 142 wohnen in Pätz und 36 in Walddrehna bei Luckau. Für 200 Asylbewerber fand der Kreis Wohnungen.

Am Donnerstag ziehen die ersten Asylbewerber von Waßmannsdorf in eine Wohnsiedlung in der Jahnstraße in Lübben, um in der Schönefelder Unterkunft Baufreiheit für die dringend notwendige Sanierung zu schaffen.

Dem Landkreis wurden im vorigen Jahr von der Zentralen Ausländerbehörde Eisenhüttenstadt 400 Asylbewerber – vielfach aus Krisenregionen wie Syrien, Eritrea, Somalia, Tschad und Kenia – zugewiesen. 2015 rechnet Vize-Landrat Carsten Saß (CDU) mit etwa 600 neuen Asylbewerbern.

Nur 38 Asylbewerber kamen 2009 im Landkreis an. Insgesamt lebten damals in Dahme-Spreewald lediglich 172 asylsuchende Personen.

Bürgermeister hält Standort für "infrastrukturell nicht unbedingt ideal"

Ähnliche Befürchtungen hört auch die Niederlehmer Ortsvorsteherin Ina Engel (SPD). „Aber irgendwo müssen diese leidgeplagten Menschen hin. Außerdem hat nicht die Stadt, sondern der Landkreis diesen Standort ausgewählt“, sagt Engel. Das unterstreicht auch der Königs Wusterhausener Bürgermeister Lutz Franzke (SPD), der ohne Umschweife einräumt, „dass der Ort infrastrukturell nicht unbedingt ideal ist.“ Gerade deshalb sucht er schon neun Monate vor der geplanten Eröffnung im vierten Quartal 2015 das intensive Gespräch mit den Bürgern. „Gemeinsam mit Land und Kreis gibt es noch viele Fragen zu klären. Alle Königs Wusterhausener sollten hier aber ihre Willkommenskultur unter Beweis stellen“, sagt Franzke. Stimmungsmache helfe nicht weiter, die konstruktive Suche nach Lösungen sei gefragt.

Sozialdezernent befürwortet Standort

Ähnlich sieht es der Sozialdezernent des Landkreises, Carsten Saß (CDU). „In der Stadt Königs Wusterhausen wurden uns von Privateigentümern mehrere Objekte angeboten. Letztlich entschied sich der Kreis aber für Ziegenhals, weil hier relativ schnell eine hohe Aufnahmekapazität erreicht werden kann.“ Aufgrund fehlender leerer Wohnungen sei es in der Nordregion sehr schwierig, andere Unterkünfte zu finden. Verträge mit dem Privateigentümer zur Instandsetzung der alten Kaserne sowie zur späteren Anmietung durch den Kreis stehen aber noch aus. Bisher ist nichts unterschrieben. „Den Standort finde ich durchaus vernünftig. Auch wenn 400 Personen vielleicht nicht das Optimum darstellen. Sie bilden aber durchaus einen menschenwürdigen Rahmen für das Asylverfahren“, sagt Saß. Eine Busanbindung sei gegeben und bei der Versorgung mit Lebensmitteln müsse nach einer Lösung geschaut werden. Auch den Schülertransport werde der Landkreis selbstverständlich sichern.

Zusammenarbeit mit Schule

Gemeinsam mit den Bürgern und der Stadt nutze der Kreis die nächsten Monate, um auch an diesem Standort ähnlich wie in Waßmannsdorf und Pätz eine gelungene Integration zu gewährleisten.
Der Geschäftsführer der FAW gGmbH als Träger der in unmittelbarer Nähe befindlichen Freien Montessori-Schule war am Dienstag für die MAZ nicht erreichbar. Der Stadtverordnete Stefan Ludwig (Linke), dessen Tochter die Montessori-Schule besucht, informierte aber darüber, dass es diesbezüglich bereits eine Zusammenkunft mit den Elternvertretern gegeben habe. „Als Vater habe ich keine Bedenken gegen eine solche Einrichtung in unmittelbarer Nachbarschaft“, sagt Ludwig.

Von Franziska Mohr

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