Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Dahme-Spreewald Unterkunft in Teupitz schließt, der Rest soll bleiben
Lokales Dahme-Spreewald Unterkunft in Teupitz schließt, der Rest soll bleiben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
18:03 11.12.2019
Die Gemeinschaftsunterkunft im Teupitzer Ortsteil Egsdorf wird aufgelöst. Quelle: Oliver Fischer
Anzeige
Dahme-Spreewald

Der Zuzug von Asylbewerbern in den Landkreis bleibt weiterhin stabil auf relativ niedrigem Niveau. Bis Ende November hat der Landkreis in diesem Jahr 162 Asylsuchende aufgenommen und in Unterkünften untergebracht. Das sind etwa so viele, wie Ende 2015, zum Höhepunkt der Flüchtlingswelle, pro Woche kamen. Eine zumindest logistisch durchaus beherrschbare Zahl also.

Die Flüchtlingsunterkünfte will man beim Landkreis trotzdem nicht mehr nennenswert reduzieren. Anfang des Jahres hatte man zwei Unterkünfte geschlossen. Zum Ende des Jahres wird noch die Gemeinschaftsunterkunft im Teupitzer Ortsteil Egsdorf vom Netz gehen: ein kleineres Haus, in dem in den vergangenen Jahren bis zu 70 Bewohner untergebracht waren. Die Einrichtung sei schon länger nicht mehr voll belegt, heißt es aus dem Landkreis. Familien mit schulpflichtigen Kindern sind im Vorgriff auf die Schließung bereits im Sommer dort ausgezogen. Damit verbleiben dem Landkreis noch sechs Gemeinschaftsunterkünfte: In Körbiskrug, Luckau, Lübben, Massow, Waßmannsdorf und Wernsdorf.

Kreis geht von steigenden Flüchtlingszahlen aus

Und dabei soll es auch bleiben. Denn aktuell geht man beim Kreis angesichts der aktuellen Zugänge in die Erstaufnahme des Landes eher davon aus, dass die Zahl der Asylsuchenden im kommenden Jahr wieder zunimmt. Deshalb werde man die Kapazitäten auch nicht mehr weiter reduzieren.

Zumal die Gemeinschaftsunterkünfte im Schnitt noch zu etwa zwei Dritteln ausgelastet sind. Von den 1250 Flüchtlingen und Asylbewerbern, die der Landkreis derzeit unterbringt, leben knapp 700 in Gemeinschaftsunterkünften. Rund 100 davon haben einen Aufenthaltsstatus und müssten eigentlich in eine eigene Wohnung ziehen. „Aber das ist ganz schwierig“, sagt die Migrationsbeauftragte des Landkreises, Antje Pretky. Es gebe nach wie vor zu wenige Wohnungen im Landkreis. Und noch weniger, die günstig genug und sozialverträglich sind.

Überpropotional gute Integrationswerte

Dennoch gehe die Integrationsarbeit gut voran. Die Arbeitslosenquote bei den Migranten im LDS liegt so niedrig wie in keinem anderen ostdeutschen Landkreis. Verantwortlich dafür sei ein komplexes Integrationsprogramm, mit dessen Hilfe rund 440 Geflüchtete in Arbeit gebracht und allein in diesem Jahr 85 Flüchtlinge und Asylsuchende in eine Ausbildung vermittelt wurden. „Sie füllen auch Mangelberufe im Handwerk, in der Pflege oder Gastronomie auf“, sagt Pretky. Aber wenn sie als Arbeitskräfte bleiben sollen, dann müsse man auch die Bedingungen dafür schaffen. Beispielsweise sei es für Unternehmen wesentlich einfacher Wohnungen anzumieten als für die junge Arbeitskräfte mit Migrationshintergrund. „Das müssen die Unternehmer verstehen“, so die Beauftragte.

Flüchtlinge nur eine kleine Gruppe bei Migranten

Dass sich nach wie vor viele Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften leben, habe aber auch einen Vorteil. Sie seien für Sozialarbeit greifbarer. Problemfälle gebe es freilich trotzdem. „Wir werden nicht jeden Kriminellen gut auffangen können“, so Pretky. Auch Patriarchen von Großfamilien seien mitunter problematisch, wenn sie die Aufnahme von Arbeit verweigern und ihre Familie allein mit Sozialleistungen ernähren wollen. „In solchen Fällen werden aber rigoros die Leistungen gekürzt, es gibt keinen Unterschied zwischen Flüchtlingen und anderen Leistungsempfängern“, stellt Antje Pretky klar.

Im Landkreis Dahme-Spreewald leben derzeit 8500 Migranten. Das ergibt einen Ausländeranteil von fünf Prozent. Die mit Abstand größte Gruppe unter ihnen sind Polen (1069), Rumänen (930) und Russen (777). Geflüchtete aus Syrien, Afghanistan, der Türkei, Iran, und verschiedenen afrikanischen Ländern machen insgesamt rund 2000 aus. „Wir haben also einen wesentlich höheren Anteil an zugezogenen EU-Migranten als von Geflüchteten und Asylsuchenden. Ich denke, das wird in der Wahrnehmung der Bevölkerung oftmals nicht unterschieden", so Pretky.

Von Oliver Fischer

Die Gewinner des Fahrsicherheitstrainings für Senioren im Landkreis haben ihre Preise entgegengenommen. Im September hatten sie testen können, wie sicher sie noch am Steuer sind.

11.12.2019

Gastronomiebetriebe, Einzelhändler und Duty-free-Shops – ein Flughafen bietet für Fluggäste und Angestellte einen wahren Marktplatz. Nun ist klar, wer diese Flächen im künftigen Billigfliegerterminal am BER mietet.

11.12.2019

Nach mehr als einem Jahr Personaldebatte fiel die Entscheidung letztlich einmütig: Der Potsdamer Berater Alfred Reichwein ist neuer Vorsitzender des Dialogforums BER. Am Montag stellte er sich der Öffentlichkeit vor.

09.12.2019