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Dahme-Spreewald MAZ-Wanderweg: Von der Bammelecke zum Langen See
Lokales Dahme-Spreewald

Auf Radtour: Von Zeuthen nach Berlin-Köpenick

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18:44 01.08.2021
Am Platz des Sportdenkmals in Berlin mit Blick über den Langen See.
Am Platz des Sportdenkmals in Berlin mit Blick über den Langen See. Quelle: Privat
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Zeuthen

Wir beginnen die circa 19 Kilometer lange Rundtour an der Paul-Dessau-Gesamtschule, benannt nach dem bis 1979 im Orte wohnenden Komponisten, in Zeuthen und fahren in Richtung Norden der Hauptstadt entgegen: es geht über die Schulstraße und Schillerstraße, dann kommen wir nach Eichwalde. Hier radeln wir auf der Wusterhausener Straße entlang und lassen die katholische Kirche mit ihren neuen Bronzeglocken rechts liegen. Nach drei Querstraßen weiter führt der Weg auf der Grünauer Straße am Eichwalder Rathaus vorbei. Ein Blick nach oben entlang der Fassade lohnt auf den aus vielen Fliesen bestehende Eichenbaum. Eichwalder Bürger haben sich an der Finanzierung aktiv beteiligt. An gleicher Straße gelegen bietet die evangelische Kirche noch eine Besonderheit mit ihrer Parabrahmorgel.

Folgen wir nun dem Straßenverlauf, so gelangen wir in Höhe der Waldstraße an die Orts- und Landesgrenze zu Berlin, sie verläuft in der Mitte der Straße. Am Ende des Grünauer Weges, dessen Fahrweg sich seit Alters her noch in den unbefestigten Sommerweg und den gepflasterten Damm teilt, kommen wir in den Grünauer Forst und sausen auf dem Alten Radelander Weg – steht nicht dran, ist aber so – geradeaus weiter, während sich links nach 1,5 Kilometer die Fußgängerbrücke über die Bahngleise zeigt. Am Adlergestell angekommen (nach weiteren 1,5 Kilometern), überqueren wir diese Straße und fahren straßenbegleitend auf dem Radweg nach links weiter. Nach 1,6 Kilometern erreichen wir den Bahnhof Grünau, biegen nach rechts in die Wassersportallee ab und folgen ihr bis wir die Regattastraße erblicken, welche wir wieder nach rechts abbiegend befahren. Nach links sehend können wir nun schon hin und wieder einen Blick auf den Langen See wagen, aber Achtung: hier gibt es eine intensive Bautätigkeit und verengte Straßen. Das Gesellschaftshaus „Riviera“ am Wasser gelegen, wird nach langen Jahren Stillstand endlich wieder durch Um-, An- und Ausbau zum Leben erweckt. Es entsteht exklusives Wohnen für Senioren und Seniorinnen.

Auf der rechten Seite – der Nr. 158 – befindet sich das Traditionscafé Liebig, danach die Eis-Konditorei Anett. Eine Besonderheit entdecken wir an der Einmündung der Libboldallee: Mit der Nummer 35 befindet sich hier eine von etwa 2000 Handschwengelpumpen, die den Berlinern zur Notwasserversorgung dienen sollen. Wir folgen dem Straßenverlauf und entdecken linksseitig in Nummer 211 die in Schadstoffsanierung und Entkernung befindliche Regattatribüne. Nun gelangen wir in die Sportpromenade und folgen der Straßenbahn, die hier Uferbahn genannt wird und seit 1910 wesentlich zum Aufblühen der Villenvororte Karolinenhof und Schmöckwitz beigetragen hat.

Am Platz des Sportdenkmals lohnt ein Stopp, denn von einer Bank aus können wir dem Training der jungen Wassersportler zuschauen. Wer das Denkmal sucht, wird allerdings enttäuscht, nach dem Krieg wurde es unauffindbar abgebaut.

Die gefährliche Strömung gab der Bammelecke ihren Namen

Das neu renovierte Strandbad Grünau erreichen wir nach 300 Metern, das Ende der von Kraftfahrzeugen genutzten Strecke nach weiteren 400 Metern. Hier gönnen wir uns den Blick über den Langen See in Richtung Müggelberge und Müggelturm. Nun radeln wir ganz entspannt der Bammelecke entgegen. Der Name ist der gefährlichen Strömung des Wassers geschuldet, kenterten doch hier vor vielen Jahren Boote und die Insassen ertranken. Der Schwimmunterricht wurde in Brandenburg erst 1922 eingeführt.

Bei schönem Wetter nicht die Badesachen vergessen. Ein Sprung in den Langen See bietet sich auf alle Fälle an, ob nun im Strandbad oder an einer der vielen „wilden“ Badestellen.

Ab Richtershorn teilen wir uns die Strecke wieder mit Kraftfahrzeugen und fahren in Karolinenhof auf der Vetschauer Allee bis zur Abbiegung in den Karolinenhofweg ein – Achtung Straßenbahn. An der nächsten Kreuzung biegen wir rechts in die Schappachstraße ein und folgen dieser bis zum Adlergestell. Diese Straße überquerend fahren wir geradeaus in den Wald, während wir nach circa 1,4 Kilometern am Übergang Grünauer Weg/Alter Radelander Weg wieder angelangt sind. Nun geht es entspannt zurück zum Parkplatz der Paul-Dessau-Gesamtschule.

Erweiterung der Tour auf 32 Kilometer

Diese Tour kann erweitert werden auf circa 32 Kilometer. Start und Ziel dieser etwas längeren Tour ist der Bahnhof Königs Wusterhausen. Wir fahren in Richtung Kreisverkehr, biegen nach der Puschkinstraße an der Kreuzung nach rechts in die Brückenstraße ein. Sportliche Radler nehmen nun die Überführung der S- und Regionalbahn, die Genussradler biegen nach circa 100 Metern rechts in den Fuß- und Radweg mit der Aufschrift „Kein Winterdienst ...“ ab und nehmen die Unterführung der Bahnstrecke. Wir treffen uns alle an der Straße An der Eisenbahn und sehen in der Nähe die Autobahnbrücke, die wir unterqueren. Wildau ist schnell erreicht, wir werden von der Schwartzkopffsiedlung empfangen. Benannt nach dem Fabrikanten L. Schwartzkopff, der hier Anfang des vorigen Jahrhunderts seine Maschinenfabrik erbaute und Wohnraum für seine Mitarbeiter schaffte. Das nahegelegene Werk hinter der Bahntrasse beherbergt heute die FH Wildau.

Weiter fahren wir Richtung Norden und erreichen bald die Ortsgrenze nach Zeuthen. Nahe der Lindenallee in der Platanenallee befindet sich das DESY. Ein Blick auf den Zeuthener See lohnt. Nach der Goethestraße gelangen wir an eine Kreuzung mit vier Einmündungen und dem Knotenpunkt 92, wir nehmen die Richtung Schulstraße und gelangen schnell zur Paul-Dessau-Gesamtschule, dem Ausgangspunkt unserer Kerntour. Die Rücktour können wir genauso antreten.

Durch gepflegte Gärten über Wernsdorf

Noch eine Erweiterungsmöglichkeit über insgesamt 35 Kilometer Strecke besteht bei einem Abstecher nach Wernsdorf. Von der oben genannten Erweiterungsmöglichkeit weichen wir in Ortslage Karolinenhof in Höhe der Einmündung der Schappachstraße in die Vetschauer Straße ab und folgen der Ausschilderung für Fußgänger und Radfahrer in Richtung Wernsdorf/Schmöckwitz. Ein schönes Siedlungsgebiet mit gepflegten Gärten begleitet uns jetzt bis wir wieder das Adlergestell erreichen. Dort biegen wir nach links ab, lassen die REWE-Halle rechts liegen, überqueren die große Kreuzung und kommen bald in der Dorfmitte an. Aber nein, wir biegen in Richtung Brücke über die Dahme ab. Straßenbegleitend radeln wir Wernsdorf entgegen. Hier könnten wir uns das Schleusen der Schiffe über den Oder-Spree-Kanal ansehen. Unser Weg führt jedoch an der Kreuzung nach rechts in Richtung Königs Wusterhausen schnurgerade an der örtlichen Badestelle vorbei über die Ortsteile Niederlehme, Ziegenhals bis nach Neue Mühle. Nach der Überquerung der Schleuse biegen wir in die Tiergartenstraße und dann in den Kirchsteig ein. Am Ende des Kirchsteiges erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt, den Königs Wusterhausener Bahnhof.

Die Autorin ist Mitglied der Heimatfreunde Zeuthen.

Von Brigitte Szimanski