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Dahme-Spreewald Erinnerungen an das Grauen
Lokales Dahme-Spreewald Erinnerungen an das Grauen
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17:54 02.02.2020
Besucher betrachten die Dokumentationen, die der Verein Kulturlandschaft Dahme-Spreewald zusammengestellt hat. Quelle: Gerlinde Irmscher
Königs Wusterhausen

Anlässlich der Gedenkwoche zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz hatte der Verein „Kulturlandschaft Dahme-Spreewald“ am Freitagabend zu einer Gedenkstunde in die Stadtbibliothek Königs Wusterhausen eingeladen. Gudrun Keil las zwei neue Berichte über den Transport 111, die Deportation von Lodz nach Königs Wusterhausen.

Der erste war „Romeks Bericht“ von Abraham Michrowski, der mit seiner Mutter im KZ Ravensbrück inhaftiert war. Beide warteten dort auf ihre Verlegung in das Außenlager Königs Wusterhausen.

Gemeinsam mit Mutter die eigene Vergangenheit recherchiert

Im zweiten erfuhren die Gäste, was es mit dem „Weg der zweiten Generation“ auf sich hat. Michal Dunsky erzählt darin die Geschichte ihrer Mutter, die den Holocaust überlebte. Ihre Mutter wurde im Alter von zehn Jahren im Getto von Lodz von Onkel und Tante aufgenommen, weil die Großmutter verstorben und der Großvater verschwunden war.

Die drei wurden vom Getto ins KZ Ravensbrück deportiert und im Februar 1945 weiter nach Königs Wusterhausen gebracht. Alle überlebten und gingen nach dem Krieg nach Israel, um ein neues Leben zu beginnen.

Gemeinsam mit ihrer Mutter, die kaum noch Erinnerungen an diese Zeit hatte, begann Michal Dunsky die Vergangenheit ihrer Familie zu recherchieren. Sie fanden heraus, dass der Großvater und ein Onkel zur Zwangsarbeitern gezwungen wurden und wenige Monate vor Kriegsende starben.

Dokumentarfilm über Shoa-Überlebende

Inzwischen ist Michal Dunsky Museumsführer in Yad Vashem und Reiseleiter für Jugendgruppen, die nach Polen reisen. „Es ist mein Auftrag, einen Teil beizutragen, um das Gedenken an den Holocaust aufrechtzuerhalten. So kann ich die Erinnerungen meiner Mutter in Ehren halten“, sagt sie.

In dem Dokumentarfilm „Überlebende der Shoa erzählen“ hat die Autorin Bärbel Becker 2008 vier Zeitzeugen bei ihrem Besuch in der Stadt begleitet: Helena Geri, Richard Fagot, Tobias Rawet und Abraham Karfunkel, die als Kinder im Außenlager Königs Wusterhausen waren. Besonders die Gespräche der Zeitzeugen mit Schülern, die sich für die Möglichkeit mit ihnen zu sprechen bedankten, hinterließen einen bleibenden Eindruck bei den Zuschauern.

Von deutschem SS-Mann gerettet

Der zweite Film, der gezeigt wurde, „Saved by the Enemy“, ist eine Dokumentation des schwedischen Fernsehens. Ein Team begleitete den inzwischen in Stockholm lebenden Tobias Rawet bei seinem Besuch in Ravensbrück und Königs Wusterhausen, wo er als Neunjähriger interniert war. Im Zuge des Besuchs erfuhr Rawet von einem früheren Mitinsassen, dass er nur deshalb überlebt hatte, weil ein hochrangige SS-Mann ihn und mutmaßlich 600 weitere Juden rettete.

„Die Veranstaltung war sehr ergreifend“, sagte Fritz Häseler aus Königs Wusterhausen. Der Verein Kulturlandschaft Dahme-Spreewald hat sich die Aufarbeitung regional-historischer Themen, insbesondere in Nazi-Deutschland zur Aufgabe gemacht. Auch die Verlegung der Stolpersteine in der Region ging von ihm aus.

Von Gerlinde Irmscher

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